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Schlager und Rock’n Roll mit Demenzkranken

Musik weckt Erinnerungen Schlager und Rock’n Roll mit Demenzkranken

Marie Rohde (27) erreicht mit vertrauten Melodien demenzkranke Menschen und weckt mit Volksliedern oder Operetten schlummernde Erinnerungen. Ihre Arbeit in Demenz-Wohngruppen stellt die Musikgeragogin auf dem großen Inten­siv­pfle­ge­kon­gress KAI im Berliner Olympiastadion. Kongresspräsident ist ihr Schwiegervater: Sven Rohde, Chef der Jedermann-Gruppe.

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Bei allen Bewohnern ergründet Marie Rohde zunächst die musikalische Biografie.

Quelle: Jedermann-Gruppe

Brandenburg/H. Marie Rohde (27) erreicht mit vertrauten Melodien demenzkranke Menschen und weckt mit Volksliedern, Schlagern oder Operetten schlummernde Erinnerungen. Ihre Arbeit in Demenz-Wohngruppen stellt die Brandenburger Musikgeragogin auf dem großen Inten­siv­pfle­ge­kon­gress KAI im Berliner Olympiastadion. Kongresspräsident ist ihr Schwiegervater: Sven Rohde, Chef der Jedermann-Gruppe.

Zum siebten Mal organisiert das Pflegeunternehmen Jedermann-Gruppe den Kongress für Außerklinische Intensivpflege und Beatmung (KAI), zum zweiten Mal im Olympiastadion der Hauptstadt. Angesichts von bisher 1250 Anmeldungen und 70 Ausstellern erwartet der Kongresspräsident am 12. und 13. Oktober eine Rekordbeteiligung. „Brandenburg ist leider zu klein geworden für den Kongress“, sagt Sven Rohde, Geschäftsführer der Jedermann-Gruppe. Medi­zi­ni­sche Fort­schritte, tech­nische Neuerungen und hand­feste Praxis, darum geht es in der Großfortbildung für Pflegekräfte. Schirmherr ist der in Thomas Gottschalks „Wetten dass“ verunglückte Schauspieler Samuel Koch.

Das Programm besteht aus Dutzenden Vorträgen und Workshops. Aus Brandenburg werden die Kinderintensivpflegerin Yvonne Keiper und die Musikgeragogin Marie Rohde.referieren. Seit dem vergangenen Jahr ist Marie Rohde regelmäßiger Gast in vier Demenz-Wohngemeinschaft und zwei Tagespflegegruppen der Jedermann-Gruppe. Auch nach vielen Einzel- und Gruppensitzungen dort ist sie fasziniert welche positive Wirkung Musik bei Menschen auslösen kann, deren Denkvermögen stark nachgelassen hat.

Nicht bei allen, aber vielen Bewohnern lösen Instrumente und vor allem Lieder, mit denen sie aufgewachsen sind, allerfeinste Reaktionen aus. Eine alte Dame, so berichtet Marie Rohde, hat als Jugendliche die Hauptrolle in der Oper Carmen gesungen. „Bei dem Lied „Auf in den Kampf, Torero“, war nicht nur bei ihr, sondern auch bei den anderen in der Gruppe plötzlich viel Bewegung“, erzählt die studierte Musikwissenschaftlerin, die Schlagzeug, Klavier und Gitarre spielt.

Um die schlummernden Reserven zu erkennen, geht Marie Rohde zunächst auf jeden einzelnen ein, lernt dessen musikalische Biografie kennen. Positive Wirkungen sind auch bei 95 Jahre alten demenzkranken Patienten zu spüren. Eine sehr kranke bettlägerige Frau zog die Augenbrauen genüsslich nach oben, schaute verträumt und beruhigt, als die Musikgeragogin ihr ein Wiegenlied auf der Gitarre vorspielte und sang.

Erste Vorboten, dass sich der Musikgeschmack der Patienten langsam ändert, hat Marie Rohde bereits festgestellt. Ein Bewohner steht auf Rock’n Roll. Und Konzepte zum HipHop im Altenheim wurden auch schon entwickelt.

Von Jürgen Lauterbach

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