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Schlau schließt sein Zentrallager in Schmerzke

Brandenburg an der Havel Schlau schließt sein Zentrallager in Schmerzke

Wer in Richtung Autobahnauffahrt Brandenburg/Havel fährt, kann auf dem Weg dorthin den großen Schriftzug „Schlau“ auf grünem Untergrund kaum übersehen. Doch nach mehr als zwanzig Jahren am Standort löst das Handelsunternehmen sein Zentrallager an der B 102 auf. Der Grund: Weil Wustermark wächst, wird Schmerzke nicht mehr benötigt.

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Am Standort im Gewerbegebiet Schmerzke fahren am Jahresanfang die letzten Lastwagen vom Hof des Brüder-Schlau-Zentrallagers. Denn es wird geschlossen.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H. Wer in Richtung Autobahnauffahrt Brandenburg/Havel fährt, kann auf dem Weg dorthin den großen Schriftzug „Schlau“ auf grünem Untergrund kaum übersehen. Doch nach mehr als zwanzig Jahren am Standort löst das Handelsunternehmen sein Zentrallager an der B 102 auf. Der Grund: Weil Wustermark wächst, wird Schmerzke nicht mehr benötigt.

Die Unternehmensgruppe Brüder Schlau aus dem westfälischen Porta Westfalica gab vor wenigen Tagen bekannt, dass ihr Logistikzentrum in Wustermark erweitert wird um fast das Vierfache. In einem Nebensatz teilt die Gruppe mit, dass mit der Eröffnung der Lagererweiterung Anfang 2018 die Zentrallager in Brandenburg/Havel und Spandau geschlossen werden.

Die Standortschließung betrifft nach Informationen der MAZ mehr als 70 Beschäftigte, die im Gewerbegebiet Schmerzke Am Piperfenn arbeiten. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin haben alle das Angebot erhalten, weiter beschäftigt zu werden, und zwar in Wustermark, mit dem Auto gut 50 Kilometer von Schmerzke entfernt. Wie viele Lagerkräfte dieses Angebot angenommen habe, ist nicht bekannt.

In Brandenburg/Havel stellen die Schlau-Mitarbeiter die Versorgung von Profi-Kunden wie Maler, Boden- und Parkettleger mit Waren sicher. Außerdem beliefert werden spezialisierte Fachmärkte sowie die Hammer-Fachmärkte, die zur Unternehmensgruppe gehören.

Die zweite Schließung nach der Fleischfabrik

Der Brüder-Schlau-Konzern beschäftigt deutschandweit mehrere tausend Mitarbeiter.

Wesentliche Säulen sind der Schlau-Großhandel und die Hammer-Fachmärkte, die in den 70-er Jahren hinzu kamen. Eine Hammer-Filiale existiert in Hohenstücken.

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Farbengroßhandlung, welche die Brüder Theodor und Wilhelm Schlau 1921 in Minden gegründet hatten.

Rund 4,6 Hektar groß ist das voll erschlossene Gewerbegebiet zwischen Schmerzke und Paterdamm.

Die Gewerbeflächen liegen direkt an der Bundesstraße 102, dem Zubringer zur Autobahn 2.

Vor rund vier Jahren hat ein anderes Großunternehmen aus Westfalen seinen Standort im Gewerbegebiet aufgegeben: das Food Center, also die Grillfleischfabrik der Tönnies-Unternehmensgruppe.

Soweit bekannt sind die Büroarbeitsplätze bereits vom Standort in Schmerzke verschwunden, an dem sich die Westfalen im September 1996 angesiedelt und das Lager eröffnet hatten. Das Lager selbst arbeitet bis zur Schließung vorerst weiter.

Die MAZ hat das Unternehmen gefragt, was mit der Liegenschaft und den dortigen Lagerhallen, die eine Fläche von 6400 Quadratmetern haben, geschehen soll, die sich im Eigentum der Brüder Schlau befindet. Über die weitere Nutzung wurde noch nicht entschieden“, teilt die Sprecherin mit. Inseriert sind die Schlau-Flächen im Unterschied zur Lagerhalle gegenüber noch nicht.

Die Unternehmensleitung setzt für den Raum Berlin und Brandenburg künftig einzig auf das Logistikzentrum in Wustermark, dessen Lagerfläche seit Mai 2017 um 14 000 auf dann 23 000 Quadratmeter erweitert wird, einer Fläche, die drei Fußballfeldern entspreche. Die Belieferung im Großraum Berlin soll gebündelt von Wustermark aus gesteuert werden, heißt es.

Nach der derzeitigen Planung will das Unternehmen Ende 2017/ Anfang 2018 mit den Regaleinbauten beginnen, um im Anschluss daran das Logistikzentrum einzurichten und umzuziehen. In dem Moment wird Brandenburg nicht mehr benötigt.

Ob der zur Gruppe gehörende Hammer-Markt in der Upstallstraße von den Veränderungen in irgendeiner Form berührt wird, diese Frage lässt das Unternehmen bisher ebenfalls offen.

Von Jürgen Lauterbach

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