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Brandenburg/Havel Schlaues Fahrradschloss geht in Serie
Lokales Brandenburg/Havel Schlaues Fahrradschloss geht in Serie
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15:41 15.10.2017
So sieht das intelligente Fahrradschloss aus. Quelle: Oliver Karaschewski
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Brandenburg an der Havel

Die Produktentwicklung hatte etwas länger gedauert als ursprünglich geplant, aber inzwischen läuft die Auslieferung der ersten 5000 intelligenten Fahrradschlösser, die in Brandenburg an der Havel erdacht wurden und seit Mitte des Jahres produziert und montiert werden. Das Besondere: Drei Brandenburger Firmen kooperieren: Einer produziert, ein zweiter montiert und verpackt, der dritte vermarktet und verkauft das selbst entwickelte Produkt „I Lock It“.

Vor ziemlich genau vier Jahren begann die Geschichte des schlauen Fahrradschlosses. Damals gewannen Markus Weintraut, Christian Anuth und Thomas Just mit ihrer Idee den Innovationspreis an der Fachhochschule Brandenburg. Inzwischen ist ihre Idee erwachsen geworden und mit den Händen zu greifen.

Das in Brandenburg an der Havel erdachte und weiterentwickelte elektronische Fahrradschloss öffnet sich im richtigen Moment ohne Schlüssel und Berührung, später schließt es automatisch wieder, wenn der rechtmäßige Besitzer in der Nähe ist und übers Smartphone oder einen Transponder die Verbindung zu dem Bügelschloss namens „I Lock It“ herstellt.

Das schlaue Schloss ist schon vor der ersten Auslieferung bekannt geworden. Denn seine Erfinder sammelten über „Crowdfunding mit Hilfe von Unterstützern so viel Geld, dass sie sich immer weiter in die Nähe von Marktreife und Serienproduktion bewegen konnten.

Zuvor gründeten die ehemaligen Brandenburger Studenten das Start-Up-Unternehmen Haveltec in der Bäckerstraße, das vom Land gefördert wurde. Am passenden Punkt der Entwicklung suchten und fanden Christian Anuth und Markus Weintraut den Kontakt zur Firma Wirthwein AG, die seit 1991 auch in Kirchmöser ansässig ist und dort Spritzgussteile produziert.

Hintergrund

Das mitdenkende Fahrradschloss schließt vollautomatisch, sobald sich der Besitzer vom Fahrrad entfernt. Kommt er zurück, öffnet es sich wieder – ohne Schlüssel oder Kabel durch Speichen oder Rahmen.

Beim Verschließen schiebt sich ein Stahlriegel durch die Speichen. Versucht ein Fremder das Rad fortzutragen, erkennt das Schloss die Bewegung und der Alarm schrillt los.

Werkleiter Marco Kinnemann war und ist der Ansprechpartner in dem kunststoffverarbeitenden Unternehmen, das sich auch finanziell an der Kampagne beteiligte.

Seit der Kontakt 2016 ganz eng wurden, liegen die kunststoffgerechte Bauteilentwicklung, der Bau des Spritzgießwerkzeuges sowie die Serienfertigung in der Hand von Wirthwein. Die Serienproduktion in Kirchmöser begann nach der letzten Prototypenphase im Juni 2017.

Testkunden hatten bis Juni Schlösser zur Funktionsprüfung in der praktischen Anwendung erhalten. Das Band im Werk läuft, in den nächsten Wochen werden die letzten Vorbestellungen abgearbeitet sein. „Mehr als 2000 Schlösser sind bereits bei den Kunden“, versichert Markus Weintraut. Dass sie dorthin gelangen, dafür sorgen die Brandenburger Mitarbeiter in Fliedners Werkstätten, die Landesausschuss für Innere Mission (Lafim). Sie übernehmen die Montage der Bauteile, die Verpackung und den Versand der Schlösser.

Bis Jahresende sollen 5000 schlaue Schlösser produziert werden für sicherheitsbewusste Fahrradfahrer nicht nur in Deutschland und europäischen Ländern, sondern auch in den USA und in Japan. Für das nächste Jahr rechnet Weintraut mit einer Stückzahl von 10 000 oder mehr.

Von Jürgen Lauterbach

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