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Schmetterlinge fliegen in die Lichtfalle

Ketzürer dokumentiert Artenvielfalt Schmetterlinge fliegen in die Lichtfalle

Angeblich gibt es immer weniger Schmetterlinge. Das Potsdamer Naturkundemuseum will es genauer wissen. Im Auftrag der Einrichtung baut Max McColgan in Ketzür eine lokale Faltersammlung auf. Mit seinen Ergebnissen lässt sich die Entwicklung der Artenvielfalt am Beetzsee nachweisen.

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Im Auftrag des Potsdamer Naturkundemuseums baut Max McColgan in Ketzür eine lokale Schmetterlingssammlung auf.

Quelle: Jacqueline Steiner

Ketzür. Sie heißen Pappelglucke, Graselefant, Taubenschwänzchen, Mondvogel oder Brauner Bär. Alles blumige Namen aus der Welt der Schmetterlinge. Einer, der sie alle kennt ist Max McColgan (69). Der gebürtige Steiermärker mit dem Westernhut baut im Auftrag des Potsdamer Naturkundemuseums eine lokale Falter-Sammlung auf. „Über 500 verschiedene Arten habe ich auf der Ketzürer Halbinsel bisher nachgewiesen“, berichtet McColgan, der sich seit seinem 16. Lebensjahr mit der Insektenkunde beschäftigt. Damals noch als Gymnasiast in seiner österreichischen Heimat. Im Auftrag des Grazer Landesmuseums war er in den Bergen unterwegs, um die Artenvielfalt zu dokumentieren.

In Ketzür begünstigen drei Lebensräume die relative Vielfalt der Schmetterlingspopulation: der Schilfgürtel des Beetzsees, Streuobstwiesen und die reichlichen Laubbaumarten sowie das Trockenrasenbiotop in der Ketzürer Heide. McColgans Nebenjob für das Naturkundemuseum spielt sich hauptsächlich in der Nacht ab. Der studierte Berufsmusiker, der seinem Publikum als Irish-Folk-Interpret bekannt ist, muss Schmetterlinge nicht einfangen. Sie kommen zu ihm.

Von dieser Lampe werden die Nachtfalter in der Dunkelheit angelockt

Von dieser Lampe werden die Nachtfalter in der Dunkelheit angelockt.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Zu Falle für die Nachtfalter wird eine 500-Watt-Lampe, die vor einem weißen Leinentuch leuchtet. Spinner, Spanner, Schwärmer und Eulen wie vier der vielen eher unscheinbaren Nachtfalterarten heißen, werden von den Lichtstrahlen auf der Terrasse von McColgans Wohnhaus magisch angezogen. „Ich brauche die Insekten nur abzusammeln. Allerdings beschränke ich mich in der Regel auf besondere Exemplare, die bisher noch nicht erfasst wurden“, berichtet der Freizeit-Entomologe. Die von Laien landläufig als Motten bezeichneten Falter werden nach ihrer schnellen Tötung auf Spannbrettern präpariert. Nach vier Wochen bekommt jedes Tier einen wissenschaftlichen Bestimmungszettel, um es danach der aus Schaukästen bestehenden Sammlung zuzufügen. Von jeder Art darf McColgan nur eine festgelegte und geringe Menge an Exemplaren der Natur entnehmen.

Teile der Ketzürer Sammlung für das Potsdamer Naturkundemuseum

Teile der Ketzürer Sammlung für das Potsdamer Naturkundemuseum.

Quelle: Jacqueline Steiner

Einmal im Jahr bekommt das Potsdamer Naturkundemuseum eine Liste mit allen nachgewiesenen Arten, die so immer wieder aktualisiert wird. Nachtfalter machen die große Mehrheit bei den Schmetterlingsarten aus. Einmal in der Woche macht sich der Ketzürer zu einem Tagfalter-Monitoring auf. Dabei wird immer die selbe Strecke am Dorfrand abgelaufen, um die Artenvielfalt der oft kunterbunten Schmetterlinge zu dokumentieren.

Damit sieht es derzeit nicht mehr so üppig aus. „Die Trockenheit ist dem Ausfliegen einer 2. oder 3. Generation eher abträglich. Die noch in der Erde befindlichen Raupen vertrocknen regelrecht“, weiß McColgan. Grundsätzlich deutet sich ein rückläufiger Bestand an. Es fehlt an blühenden Feldrändern, die heute bis auf den letzten Quadratmeter beackert werden. Wer im eigenen Garten etwas für die bunte Schmetterlingswelt tun will, braucht nur ein paar Brennnesseln neben dem Kompost stehen lassen. Auf diese Futterpflanze stehen die Raupen von Tagpfauenauge, Distelfalter, Admiral & Co.

Von Frank Bürstenbinder

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