Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Schmuckräuber mit Sonnenblume und Strohhut

Überfall in Brandenburg an der Havel Schmuckräuber mit Sonnenblume und Strohhut

Die Brandenburger Polizei fahndet nach zwei etwa 25 Jahre alten Männern, die am Sonnabend die Goldschmiedemeisterin Antje Timm in der Bäckerstraße mit einer Pistole überfallen, gefesselt und ausgeraubt hatten. Warum die beiden Unbekannten die Schreckschusswaffe und Sonnenblumen am Tatort zurückließen, bleibt vorerst unklar. Ein Räuber trug einen Strohhut.

Voriger Artikel
Richterin beleidigt: 1500 Euro Strafe
Nächster Artikel
Steinmeier verurteilt Brandanschlag als „feige“

Raubüberfall in der Goldschmiede.

Quelle: P. Rißling

Brandenburg an der Havel. Die Brandenburger Polizei fahndet nach zwei etwa 25 Jahre alten Männern, die am Sonnabend die Goldschmiedemeisterin Antje Timm in der Bäckerstraße mit einer Pistole überfallen, gefesselt und ausgeraubt hatten. Warum die beiden Unbekannten die Schreckschusswaffe und Sonnenblumen am Tatort zurückließen, bleibt vorerst unklar.

Antje Timm hat ihr Ladengeschäft zwei Tage nach dem Überfall wieder geöffnet. Kunden fragten nach ihrem Wohlbefinden, sie selbst findet, die Arbeit sei die beste Ablenkung von den Gedanken an den schlimmen Überfall auf sie und ihre Goldschmiede in der Bäckerstraße. Öffentlich möchte die Geschäftsfrau darüber nicht sprechen.

Nach Polizeiangaben betraten die beiden Täter gegen 9.15 Uhr kurz nach Öffnung den kleinen Laden in der Brandenburger Altstadt. Einer von ihnen hielt eine Waffe in der Hand, eine Schreckschusspistole, wie sich später herausstellte. Der andere trug Blumen.

Das Räuberduo war unmaskiert

Den Pistolenmann beschreibt die Polizei nach Anhörung des Überfallopfers als einen 25 Jahre alten, etwa 1,75 Meter großen, schlanken Mann mit ganz kurzen hellen Haaren, einer schmalen Nase und einem blassen Teint. Dieser Räuber trug eine dreiviertellange weiße Hose mit hellblauem Blütenmuster, ein hellblaues Jackett und schwarze Turnschuhe mit weißem Logo.

Sein Begleiter, etwa 25 Jahre alt, wirkte durch seinen Strohhut mit umfassend laufendem grauen Band etwas größer. Auch er ist schlank und blass.

Keiner der Männer, die in einer unbekannten Sprache miteinander redeten, war maskiert. Mit vorgehaltener Waffe zwangen sie ihr Opfer ruhig zu bleiben. Dann fesselten sie die Goldschmiedin mit einem Klebeband. Derart außer Gefecht gesetzt, nahmen die Verbrecher einen Laptop und Schmuck aus verschiedenen Vitrinen mit, jedoch keine Kundenware, wie Antje Timm betont. Da eine genaue Aufstellung der gestohlenen Schmuckstücke noch nicht vorliegt, kann die Polizei die Schadenshöhe noch nicht abschätzen.

Täter ließen ihre Waffe und Sonnenblumen zurück

Für die Beamten sind die Tatwaffe und die Sonnenblumen wichtige Hilfen bei der Suche nach den Schmuckräubern. Warum die Täter beides zurückließen, erschließt sich auch den Kriminalbeamten nicht. Panik, Unachtsamkeit, Leichtsinn, Dummheit, Überheblichkeit, all das kommt als Erklärung in Betracht, teilt Polizeisprecherin Jana Birnbaum mit.

Antje Timm konnte sich nach dem Überfall so weit selbst von ihren Fesseln befreien, dass sie die Polizei zur Hilfe rufen konnte. Sie klagte über Schmerzen am Hals und wurde deshalb und auch wegen der Fesselung am ganzen Körper vorsorglich im Krankenhaus untersucht. Anschließend vernahmen Kripo-Beamte die Geschäftsfrau.

Angst und ein ungutes Gefühl bei anderen Schmuckhändlern

Der Überfall am helllichten Tag mitten in der Stadt ist Gesprächsthema in der Nachbarschaft, geht nicht spurlos an den Berufskollegen von Antje Timm vorbei. „Natürlich haben wir jetzt Schiss“, sagt Goldschmiedin Heike Burgemann, die nun darauf achtet, dass immer mindestens zwei Leute in ihrem Geschäft an der Jahrtausendbrücke sind.

Die Goldschmiedemeisterin will die ohnehin vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen weiter verbessern, auch mit speziellen Schulungen zum richtigen Verhalten in solchen Stresssituationen. Heike Burgemann war selbst schon Opfer von Einbrüchen, allerdings nachts, als niemand im Laden war. Sie wundert sich, wie die Täter den gestohlenen Schmuck gewinnbringend loswerden wollen. Im Internet sei Schmuckverkauf sehr schwierig. Und das Einschmelzen derart geringer Mengen bringe wenig.

Deutschlandweit 14 Übergriffe in der Woche

Goldschmieden und Juweliergeschäfte werden Opfer von Einbrüchen, Trickdiebstählen und Raubüberfällen.

Im Jahr 2012 hab es allein in Juweliergeschäften pro Woche rund 14 Taten und Versuche, berichtete Martin Winckel, Inhaber der Martin Winckel Unternehmensberatung, dem Fachblatt Goldschmiedezeitung (GZ). Darunter waren demnach sieben Einbrüche, vier Trickdiebstähle und drei Raubüberfälle.

Gegen Überfälle und Einbrüche seien die Fachgeschäfte zwar in der Regel versichert, berichtet Heike Burgemann. Doch sei die Abwicklung mit der spezialisierten Versicherung sehr arbeitsintensiv, weil eine genaue Aufstellung aller Einzelheiten verlangt wird.

Anne und Hans Peter Schubert aus dem Fachgeschäft für Schmuck und Uhren in der Steinstraße wollen keine Panik aufkommen lassen. „Wenn ich ständig Angst hätte, könnte ich morgens gar nicht aufmachen“, sagt die Ladenchefin. Doch nach einem solchen Überfall mache man sich schon seine Gedanken, stelle sich ein „ungutes Gefühl“ ein.

Vor vielen Jahre am Trauerberg hatte Anne Schubert ein deutlich harmloseres Erlebnis. Zwei Bengel, etwa 10 bis 12 Jahre alt, verlangten von ihr mit vorgehaltener Pistole, dass sie aufstehe und ihr Geld rausrücke. Als die Geschäftsfrau zweimal ankündigte, nur aufzustehen, um den beiden was hinter die Ohren zu geben, ließen die Jungen den Überfall schließlich sein.

Von Jürgen Lauterbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg