Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Schnapsdieb bekommt ein Jahr Bewährung
Lokales Brandenburg/Havel Schnapsdieb bekommt ein Jahr Bewährung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 16.08.2016
Ein junger Brandenburger versuchte erfolglos, 18 Flaschen Hochprozentiges aus einem Rewe-Markt zu stehlen. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Brandenburg/H

Dario W. (23) ist ein eher kleiner zierlicher Mann, er sah aus wie ein kleines Kind, erzählt am Dienstag vor dem Schöffengericht die Verkäuferin, mit der sich der Angeklagte Anfang des Jahres im Rewe-Markt in Hohenstücken angelegt hat. Und doch entfaltet der junge Mann ganz schöne Kräfte, als er die gerade gestohlenen Schnapsflaschen gegen sie und einen Kollegen verteidigt.

Kurz nach Silvester ist Dario W., der die Schule nach der 7. Klasse verlassen hat, knapp bei Kasse. Er will sie daher mit einem Diebstahl im Supermarkt aufbessern. Bei Rewe am Tschirchdamm füllt er am Nachmittag des 5. Januar einen Stoffbeutel mit 18 Flaschen Schnaps. Sein Plan: Sie vor dem Norma in der Neustadt an Trinker zu verhökern, die sich dort häufig treffen.

Flasche um Flasche steckt er ganz ruhig in den Beutel und lässt sich auch nicht von der Verkäuferin beirren, die ihn dabei beobachtet. „Er hat vor mir gestanden und durch mich hindurch geguckt“, schildert die als Zeugin geladene Verkäuferin das Geschehen im Gerichtssaal.

Die Angestellte bleibt aufmerksam und informiert einen Kollegen, der sich hinter der Kasse postiert. Die beiden haben die richtige Ahnung. Dario W. will die Ware nicht bezahlen, sondern lauert bei den Zigaretten an der Kasse auf eine günstige Gelegenheit, die Metallbarriere am Eingang zu überwinden und mit seiner Beute zu fliehen.

Da seine Absicht erkennbar ist, sind die Angestellten vorgewarnt, stellen sich in den Weg, halten den jungen Mann fest. Ein Kunde kommt hinzu und hilft mit. Dario W. wehrt sich, tritt um sich, will schnell weg mit seiner Schnapsbeute. „Wir haben den nicht gebändigt gekriegt“, erzählt die Zeugin.

Gleichwohl gelingt es den drei Gegnern, dem um sich schlagenden und tretenden Schnapsdieb den Beutel mit der Ware abzunehmen und im Büro des Marktes zu Boden zu bringen, bis die Polizei kommt. Er habe keine Erinnerung mehr an diesen Teil seiner Straftat, berichtet der Angeklagte, da sei nur noch ein schwarzes Loch in seinem Gedächtnis.

Dario W. versichert, dass er inzwischen ein neues Leben begonnen habe, gerade auch dank seiner Freundin. Er entschuldigt sich auf Geheiß dieser jungen Frau direkt nach der Tat bei seinen ohne nennenswerte Verletzungen davon gekommenen Kontrahenten. Er wiederholt die Entschuldigung vor Gericht. Auch die Mutter hatte sich entschuldigt.

Richterin Susanne Götsche nimmt ihm die Reue durchaus ab, bemerkt allerdings auch, das Dario W. den beschriebenen räuberischen Diebstahl begangen hat, obwohl er schon mit seiner Freundin zusammen und von den Drogen losgekommen war. Der Beginn seines neuen Lebens sei insofern wenig überzeugend.

Das Schöffengericht folgt dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilt den jungen Brandenburger wegen räuberischen Diebstahls zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. Er muss zudem hundert Stunden soziale Arbeit leisten.

Von Jürgen Lauterbach

Eine 30-Stunden-Woche – hört sich erstmal gut an. Nicht aber, wenn diese nachträglich im Arbeitsvertrag festgehalten wird. Bei weniger Geld – versteht sich. Ein Brandenburger Pflegeunternehmen hat Mitarbeiterinnen gekündigt, die das nicht hinnehmen wollten. Ein Richter hält die Kündigungen für unwirksam. Die Unternehmerin sieht sich als Opfer.

17.08.2016

Historische Ansichten von Pritzerbe und Umgebung hat Klaus Meyer gesammelt – und stellt diese nun im Torbogen seiner Gaststätte im Ort aus. Bereits zum dritten Mal hat er alte Aufnahmen in überarbeitete Dachfenster eingerahmt. Aus dem Heuboden soll einmal eine Heimatstube werden.

16.08.2016

Die Front der Bewahrer der Kreisfreiheit in Brandenburg an der Havel bröckelt: Nach dem SPD-Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher meldet auch der Beigeordnete Michael Brandt (CDU) Zweifel an der starrsinnigen Verweigerungshaltung an. Viel wichtiger sei es, über die Höhe der Kreisumlage zu debattieren, damit Fusionsvorteile nicht aufgefressen werden.

15.08.2016
Anzeige