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Brandenburg/Havel Schnee und Eis können kommen
Lokales Brandenburg/Havel Schnee und Eis können kommen
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19:20 15.11.2016
Mebra-Prokurist Stephan Köpping hat eine einsatzbereite Flotte – hier einen Unimog. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Die Zeiten der Falschbehauptungen sind genauso vorbei wie die der Ausreden: Künftig kann die Märkische Entsorgungsgesellschaft Brandenburg Mebra auf den Meter und die Sekunde genau nachweisen, wann jedes Räumfahrzeug wo im Stadtgebiet unterwegs war, ob das Schiebeschild und/oder der Streuer in Betrieb waren. „Unsere Auftraggeber bei der Stadt können dies annähernd in Echtzeit mitverfolgen und wir dokumentieren die Daten, um beispielsweise gegenüber Beschwerde führenden Bürgern nachzuweisen, dass wir im Einsatz waren“, sagt Mebra-Prokurist Stephan Köpping.

Das Unternehmen hatte zum 1. April den Straßenreinigungs- und Winterdienstauftrag erneut gewonnen und sofort mit dem Investieren begonnen, um die Forderungen der Stadt zu erfüllen. Dazu zählte auch die Telematik – das Übermitteln der Daten per GPS.

Die Mebra hat auch vier neue Fahrzeuge beschafft, darunter drei Multicar, die vorrangig auf Geh- und Radwegen eingesetzt werden. Diese haben mittlerweile ein wegeabhängiges Streuaggregat, das abschaltet, wenn der Wagen vor einer Ampel oder Schranke steht, also keine Häufchen mehr hinterlässt. Das vierte Fahrzeug – ein großer Abrollkipper mit sechs Kubikmetern Fassungsvermögen – kommt im Dezember, Schiebeschild und Streuer liegen schon in der großen Halle des Recyclingparks. Das Auto soll vorwiegend auf dem Zentrumsring, auf der Rathenower- und auf der Brielower Landstraße zum Einsatz kommen.

„Wir haben die Tatsache, dass wir alle Lose gewonnen haben, genutzt, um faktisch alle Tourenpläne neu zu schreiben, haben dabei Bewährtes wie die A 6 nach Plaue/Kirchmöser oder die A 3 durch Alt- und Neustadt übernommen“, sagt Köpping. Neu sind auch die so genannten Brückentouren konzipiert. Früher hießen sie Kontrollfahrten, bei denen nachgeschaut wurde, wo sich zuerst Eis bei Frost bildet – naturgemäß auf Brücken zuerst. Weil die Kontrollen ausschreibungsgemäß gesplittet nach Fahrbahnen und Geh-/Radwegen erfolgen, gibt es nun kürzere Reaktionszeiten: Wenn beispielsweise ein Auto zur Brücke Potsdamer Straße unterwegs ist, kann sich der zweite Fahrer schon zur Brielower Brücke aufmachen und dort gleich alles kontrollieren. Dann kann auch der eingeschränkte Winterdienst nachgeordert werden, der erst einmal unmittelbare Gefahren beseitigt. Zudem werden nun auch die Vorhersagen genauer und kürzer: Gab es früher nur die 9-Uhr-Meldung vom Deutschen Wetterdienst mit gelegentlichen Aktualisierungen, ist nun eine Applikation auf Computern und Smartphones installiert. „Roadmaster“ liefert Dienste nur an gewerbliche Betriebe, wird stündlich aktualisiert, liefert Vorhersagen und Straßenzustandsberichte. „Das hat seinen Preis, aber den leisten wir uns, weil wir auch einen Mehrwert bekommen.“

Unterschiedliche Längen beim Streuen und Räumen

Gestreut wird in der Winterdienstklasse 1 auf 150 Kilometern Fahrbahnlänge, geräumt wird auf 284 Kilometern. Das W-1-Netz ist 120 Kilometer lang, Differenzen entstehen durch die Zahl der Fahrbahnen.

In der Klasse W 2 wird auf 52 Kilometern gestreut und auf 103 Kilometern geräumt.

Köpping sieht seine Mannschaft und die Fahrzeugflotte gerüstet für den langen und kalten Winter, den einige bereits vorhersagen. Sieben Räum-und Streufahrzeuge sind im Einsatz – der große neue Kipper, zwei Unimog ,ein DB Vario für enge Innenstadtstraßen sowie die drei Multicar. Alle Autos erfüllen die Euro-5-Norm.

Streumittel sind auch bergeweise angeschafft – zu den 400 Tonnen Salz aus dem Vorjahr kamen 1000 weitere Tonnen hinzu. Gleichfalls 800 Tonnen Sand, bei dem aber auch problemlos nachgeordert werden kann. Die Mebra-Leute stellen selbst ein Sand-Salz-Gemisch her, dass sie auch an kleinere Unternehmen wie die Brandenburger Dienstleistungen abgeben.

Von André Wirsing

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