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Schneiden und klönen: ein Salon mit Tradition

Brandenburg an der Havel Schneiden und klönen: ein Salon mit Tradition

Vor 50 Jahren eröffnete Peter Scholze in Brandenburg an der Havel einen Friseursalon. Im Jahr 2001 übernahm seine Tochter Petra Jauer das Geschäft unter dem neuen Namen „Haarprojekt“. Peter Scholze steht noch einmal die Woche selbst im Salon. Vorigen Monat feierte das Familienunternehmen 50-jähriges Jubiläum.

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Petra Jauer in ihrem Friseursalon „Haarprojekt“ in der Brandenburger Clara-Zetkin-Straße in der Neuendorfer Vorstadt.

Quelle: Sally-Charell Delin

Brandenburg/H. Sie hat selbst schon alle Frisuren durch: Von kurz bis lang, glatt bis dauergewellt, von hell bis dunkel. Heute trägt Petra Jauer ihre Haare kurz und dunkelbraun, mit leichten hellbraunen Strähnchen. Sie leitet den Friseursalon „Haarprojekt“ in der Brandenburger Clara-Zetkin-Straße und ist hier stets am Puls der Zeit: „Man ist nicht nur Friseur, man lebt es“, sagt sie und lacht.

Gegründet wurde der Salon am 4. November 1967 von ihrem Vater Peter Scholz als „Salon Scholz“. Petra Jauer war damals noch ein junges Mädchen und wuchs umgeben von Haarschneidemaschinen und Föhnhauben auf. Damit, dass sie eines Tages den Salon von ihrem Vater übernehmen würde, rechnete sie damals noch nicht. Und damit, dass sie hier das 50-jährige Salon-Jubiläum feiern würde, wohl auch nicht. „Ich wollte Architektin werden oder sonst etwas Kreatives machen. Friseurmeisterin zu werden war also nicht mein erster Wunsch“, erzählt sie heute.

Kreativ ist der Beruf trotzdem, denn kein Kunde ist gleich. Auch an diesem Vormittag sitzen zwei kontrastvolle Kunden im Salon: Eine ältere Dame lässt sich die Haare nachfärben und eine junge Frau bekommt gerade ihre pinkfarbenen Haare gestylt. Diese Abwechslung weiß auch Petra Jauer zu schätzen: „Es ist der schönste Beruf. Man kann Menschen glücklich machen, es ist wirklich nie gleich und wird deshalb auch nie langweilig.“

Im Jahr 2001 übernahm sie den Salon von ihrem Vater und verpasste dem Geschäft einen neuen, frischeren Namen: „HaarProJekt“. Die beiden Initialen ihres Namens P und J sind groß hervorgehoben. Damals überließ ihr Vater ihr die Geschäfte, zog sich jedoch nicht ganz zurück: „Einmal die Woche kommt er selbst noch in den Salon und schneidet seinen Stammkunden die Haare. Er ist 79 und macht das immer noch mit Leidenschaft. Vor allem bleibt er dabei fit.“

Eine Stammkundin kommt bereits seit dem Jahr der Eröffnung 1967, also nun seit 50 Jahren, in den Salon in der Neuendorfer Vorstadt. Eine Kundin über all die Jahre hinweg als Konstante durch das Leben zu begleiten: Ein größeres Kompliment gibt es kaum für einen Friseursalon.

Auch außerhalb des Salons ist Petra Jauer an den aktuellen Frisuren und Trends interessiert: Sie ist Obermeisterin der Friseurinnung Brandenburg und dort im Modeteam aktiv. Einmal im Jahr sitzt sie mit Kollegen zusammen und fasst die neuesten Moden zusammen, die dann den Berufskollegen vorgestellt werden. Wirklich Neues fällt ihr dabei jedoch kaum noch auf: „Man kann das Rad nicht zurückdrehen. Viele Trends gab es schon einmal und die kommen halt irgendwann wieder. Aber irgendwann gab es alle Frisuren und Schnitte schon.“ Nicht mehr wegzudenken sei für sie Haarfarbe, die auch heute noch immer bunter und verrückter wird.

In ihrem Salon bildet sie auch Nachwuchs aus: Momentan arbeiten zwei Auszubildende im dritten Lehrjahr im Salon. Doch die Mitarbeitersituation werde immer schwieriger, berichtet Petra Jauer: „Es ist eben ein Handwerksberuf, die meisten entscheiden sich heutzutage für einen Job hinter dem Schreibtisch.“

Wie es mit dem Salon weitergeht, wenn sie selbst in den Ruhestand geht, ist noch ungewiss. Petra Jauer wünscht sich jedoch vor allem eines: Menschen, die dem Beruf mit viel Herzblut nachgehen. Sollte der Friseursalon von Familien oder Freunden weitergeführt werden, so wird Petra Jauer vielleicht selbst, so wie ihr Vater, mit 79 Jahren im Salon stehen und Haare schneiden.

Von Sally-Charell Delin

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