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Schnellroster und Rennpappe

Grebs Schnellroster und Rennpappe

Am Samstag war der Sportplatz in Grebs schon zum 13. Mal ein Anlaufpunkt für Oldtimerfreunde. Während 2016 mit etwa 150 teilnehmenden Fahrzeugen ein neuer Rekord verzeichnet werden konnte, hat dieses Mal zum Erreichen vergleichbarer Zahlen das Wetter leider nicht ganz mitgespielt. Spaß hat es den Teilnehmern und Zuschauern dennoch gemacht.

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Die Rennpappe gehört einfach zu jedem Oldtimertreffen dazu – also machten die Trabbis auch auf dem Grebser Sportplatz Station.
 

Quelle: Christine Lummert

Grebs.  Am Samstag des Pfingstwochenendes war der Sportplatz in Grebs schon zum 13. Mal ein Anlaufpunkt für Oldtimerfreunde. „Während wir im vergangenen Jahr mit etwa 150 teilnehmenden Fahrzeugen einen neuen Rekord verzeichnen konnten, hat dieses Mal zum Erreichen vergleichbarer Zahlen das Wetter leider nicht ganz mitgespielt“, sagt Harry Grunert vom Grebser Dorf- und Heimatverein, der zusammen mit dem Turn- und Sportverein des Dorfes regelmäßig das Oldtimertreffen auf die Beine stellt. „Trotzdem sind wir mit einem Blick auf die äußeren Bedingungen durchaus zufrieden, denn wir können zahlreiche Besucher begrüßen“, freut sich Grunert.

Bevor die stolzen Besitzer der alten Pkw und Zweiräder ihre Lieblinge am Nachmittag dem interessierten Publikum vorstellten, gönnten sie ihren restaurierten Schätzchen ein bisschen Auslauf auf dem Asphalt.

 Denn zum Grebser Oldtimertreffen gehört immer eine eigens organisierte Ausfahrt, die vom Brandenburger Industriemuseum startet und in diesem Jahr das Märkische Ziegeleimuseum in Glindow als Ziel hat. Der Jeseriger Oldtimerfreund Günter Bauch gibt dabei den Reiseleiter und führte seine bunte Truppe letztendlich bis nach Grebs.

Auf dem Sportplatz glänzen die unterschiedlichsten Gefährte dann im aufkommenden Sonnenschein. Michael Arndt, der seit Jahren beim Oldtimertreffen als Moderator fungiert, gibt denn stolzen PKW- und Motorrad-Besitzern die Möglichkeit, ihren Liebling mit technischen Details und den jeweiligen Restaurationsgeschichten vorzustellen. Arndt steuerte als Experte zu fast jedem fahrbaren Untersatz launige Anekdoten bei und unterhielt so auch die weniger versierten Besucher.

„Dieses Motorengeräusch erkennt jeder Ostbürger im Schlaf“, erklärte Arndt beispielsweise als ein Skoda 105 S vorfuhr. Die 46 PS des Heckmotors erzeugten einen typischen Sound und das damals als „Schnellroster“ verschriene Auto aus tschechischer Produktion schaffte es immerhin von 0 auf Tempo 100 in 24 Sekunden.

Ein echter Hingucker ist auch der schön aufgebaute Barkas B1000, der kurz vor der Wende im Jahr 1989 noch als Krankenwagen ausgeliefert wurde. „Dieses Modell war ein DDR-Arbeitstier und kam nicht nur bei Feuerwehr, Polizei und Militär zum Einsatz, sondern war auch im Gewerbe das Rückrad der Ostwirtschaft“, bemerkt Arndt.

Trabant und Wartburg waren am Samstag in verschiedensten Variationen zu sehen, aber auch amerikanische Straßenkreuzer mit typischer Heckflosse, wie der Cadillac Deville von 1961 begeisterten die Zuschauer.

Ein paar Nummern kleiner, aber nicht minder auffällig war die BMW Isetta 300 von Dietmar Lilienthal aus Wenzlow. Dieses spezielle Exportmodell wurde 1959 in Stockholm ausgeliefert und hat im Gegensatz zur deutschen Knutschkugel nur drei Räder. „In Schweden, Großbritannien und anderen europäischen Ländern gab es Steuervorteile für Dreirad-Autos und BMW hat diese Marktlücke für sich erkannt“, erklärte Lilienthal, der drei Jahre gearbeitet hat, um seine Isetta wieder fit für die Straße zu machen.

Von Christine Lummert

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