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Schöner Arbeiten für die Medikamentenmischer

Klinikum in Brandenburg/H. Schöner Arbeiten für die Medikamentenmischer

Nachdem in den vergangenen 13 Jahren beinahe alle Patienten- und Operationsbereiche am Städtischen Klinikum in Brandenburg an der Havel vergrößert, erneuert und modernisiert worden sind, kommen nun Abteilungen an die Reihe, die zwar dringend gebraucht werden, aber in die kein Patient hineinkommt: Apotheke, Pathologie und Studienlabore.

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Ansicht des neuen Komplexes von der Straße Am Marienberg aus. Das Dienstleistungsgebäude entsteht parallel zum bestehenden Labor und ist mit diesem durch einen unterirdischen Gang verbunden.

Quelle: Uli Krieg

Brandenburg/H. Der Bauantrag ist in der vergangenen Woche im Rathaus abgegeben worden, im Oktober sollen die Arbeiten am neuen Dienstleistungshaus des Klinikums beginnen, sagt Technik-Chef Georg Riethmüller. Das stadteigene Unternehmen errichtet einen Neubau für Apotheke, Pathologie und Forschungslabore der Medizinischen Hochschule für etwa 20,4 Millionen Euro, die Kommune hat bereits 1,8 Millionen Euro aus einem Landesfonds dazugegeben.

Das Vorhaben ist aus verschiedenen Gründen dringend notwendig: Für alle drei Fachbereiche gilt, dass ihr Aufgabenspektrum immer größer und damit der Platz knapper wird. Laufend ändern sich gesetzliche Anforderungen und Normen ändern, die Krankenhausapotheke hat nur noch eine vorläufige Betriebsgenehmigung, die nicht über das Jahr 2020 hinaus verlängert werden soll. Nicht zuletzt wird der medizinische Kenntnisstand immer größer wird, damit steigt die Zahl der Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Optische Tricks

Das neue Gebäude hat eine Bruttogeschossfläche von 6043 Quadratmetern und umfasst 26.235 Kubikmeter Raum.

Die komplette Haustechnik wurde geplant von dem renommierten Büro Klemm Ingenieure aus Dresden. Riethmüller hat sich dazu in Lübben und Dresden extra Referenzobjekte mit Apotheken und Pathologien zeigen lassen.

In diesem Jahr noch soll die Baugrube ausgehoben werden, an der Nord- und Westseite zum Marienberg hin wird der Berg vorübergehend mit einem Berliner Verbau abgefangen, bis die Mauern stehen.

Die drehbaren Aluminiumlamellen in den Fenstern sorgen gleichzeitig für Sonnen- und Wärmeschutz.

Der von der Straße Am Marienberg aus sichtbare Teil des Kellergeschosses ist etwas zurückgesetzt, so dass der ganze Baukörper etwas von seiner Wuchtigkeit verliert und das Gebäude niedriger wirkt – so die Intention des Architekten Uli Krieg.

„Seit 1991 hat sich beispielsweise die Zahl der individuell zugeschnittenen Chemotherapien verzehnfacht“, sagt Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter. Die Apotheke soll nun das gesamte Erdgeschoss mit 1250 Quadratmetern Nutzflächen des Viergeschossers einnehmen, von dem aber nur drei sichtbar sind. Der Bau entsteht hinter dem alten Laborgebäude parallel dazu, er ist auch etwas höher und viel länger. In Richtung der Straße Am Marienberg wird das Haus wegen des wackeligen Baugrunds auf Pfählen gegründet. Die andere Hausseite wird in den Berg „eingegraben“. Auf dieser Seite entstehen auch die Apotheken-Reinräume, in denen das Klima besonders geregelt und überwacht werden muss. Zum einen dürfen in die Chemo-Medikamente keine Verunreinigungen kommen, zum anderen entwickeln diese selbst hochgiftige Dämpfe. Deshalb gibt es hier einen komplett abgeschotteten Klimakreislauf.

Konstante Temperaturen und Luftfeuchtigkeit braucht man auch in der Pathologie, zumindest bei der Diagnostik: Gewebeproben werden nicht mehr einfach unters Mikroskop gelegt, vielmehr sind Schnitte einzufärben oder Zell- und Bakterienkulturen anzulegen, um bessere Untersuchungsergebnisse zu erzielen. „Mit dem Umzug der Pathologie hätten wir den zusätzlichen Vorteil, dass die unmittelbar benachbarte Rettungsstelle vergrößert werden kann und so auch Parallelbehandlungen möglich sind“, sagte Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter im vorigen Dezember unmittelbar nach der Entscheidung des Aufsichtsrates für die Lösung „Alles unter einem Dach“. Die Pathologen beziehen das erste Obergeschoss.

Noch eine Etage höher entstehen Forschungslabore, unter anderem für die Medizinische Hochschule MHB. Auch Forschung in Kooperation mit Pharmafirmen soll möglich sein. Vier von acht möglichen Laboren werden komplett ausgestattet. Sie sind nach der Biologischen Sicherheitstufe S2 klassifiziert, in ihnen können auch Versuche an Kleintieren angestellt werden. Auf dem begrünten Dach etwas zurückgesetzt werden die Luft-Ein- und -auslässe angesiedelt.

Unter dem sichtbaren Dreigeschosser wird ein 4,50 Meter hoher Keller entstehen für die Gebäudetechnik. Es soll auch einen unterirdischen Verbindungsgang zum Laborgebäude an der Hochstraße geben. Entworfen hat den Bau der Architekt Uli Krieg. Anfang 2018 soll das neue Haus mit 5050 Quadratmetern Nutzfläche stehen. Es wird alles ein bisschen größer – vor sieben Monaten war noch von 4200 Quadratemetern Fläche und 18,4 Millionen Euro Investitionskosten die Rede. Die reinen Baukosten liegen bei 13 Millionen Euro, der Rest ist für Technik und Ausstattung. Das Haus erhält eine helle Putzfassade mit Fensterbändern in Aluminiumkonstruktion. Festmontierte, aber bewegliche Lamellen sollen für einen gleichmäßigen Lichteinfall sorgen.

Von André Wirsing

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