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Schöner Wohnen rings ums Hotel

Nach der Buga: Ideen für Packhof-Nutzung Schöner Wohnen rings ums Hotel

Es fällt einigen Menschen schwer, angesichts blühender Landschaften auf dem Brandenburger Packhof über „verdichtete Wohnbebauung“, das Bewahren von Sichtachsen, Hotel- und Tagungszentrum oder Schutz des Erlebnisraumes Havelufer nachzudenken. Doch es gibt ein Leben nach der Buga, nicht alle Schau-Areale sollen und können bewahrt werden.

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Der Packhof von oben: Hinter der sanierten Werfthalle erstreckt sich viel Platz für gute Ideen.

Quelle: H. Hesse

Brandenburg an der Havel. Und meint es die Stadtpolitik ernst mit dem Generieren von Zuzug in die Havelstadt, muss sie ein attraktives Wohnquartier schaffen. Mit dem vier Hektar großen Packhof ist nur noch ein großes zusammenhängendes Quartier mitten in der Stadt da.

Die Ideen dafür wurden am Donnerstagabend erstmals gesammelt und diskutiert. Der Denkmal- und Sanierungsbeirat hatte gemeinsam mit dem Stadtentwicklungsausschuss getagt.

Auf beiden Seiten der Jahrtausendbrücke hat es in den Vorjahren bereits einen kräftigen Entwicklungsschub mit Werft, Stadtwerkesitz, Johanniskirche und Ufergestaltung gegeben. An Wohnraum würden heute neue Ansprüche gestellt, was beispielsweise Wohnungsgrößen und -formen angehe, betont Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann. In der Verwaltung werde daher ein Strukturkonzept verfolgt, das im Wesentlichen ein Bebauen in Etappen vorsieht. So soll zuerst die Lücke Packhofstraße bis zur Einmündung Eichamtstraße geschlossen werden.

Das wolle man nicht einem Bauträger überlassen und damit Gleichförmigkeit riskieren. Vielmehr werde die Fläche parzelliert und an verschiedene Bauherren, etwa einheimische Investoren veräußert. Es sollen vier- und fünfgeschossige Gebäude im Einklang mit der umliegenden Bebauung entstehen. Stadtplanerin Andrea Kutzop outet sich beispielsweise als Fan von Baugruppen, die in Berlin längst praktiziert werden: Bauwillige Familien schließen sich zusammen, planen und errichten gemeinsam ein Haus.

Gebaut wird weiter in Verlängerung der Achse Eichamtstraße von Südosten nach Nordwesten. Rechtwinklig dazu ist eine Achse von Richtung Hauptstraße hin zu Kleins Insel denkbar. Bebaut werden soll mehrgeschossig, für kleine Häuser wäre im wackeligen Baugrund das tiefe Gründen viel zu teuer. Zur Havel hin könnten die Bauhöhen heruntergestuft werden.

Stadtbad scheidet aus

Einen Innenstadt-Standort für ein Hotel sucht die Stadt seit Jahren.
Seit 2006 bietet sie das ehemalige Stadtbad am Alfred-Messel-Platz an. 2008 gab es einen Kaufantrag als Wellnesshotel – er platzte.
2009 folgte eine EU-weite Ausschreibung, 2010 ein Reservierungsverfahren, das auch scheiterte.
Im Frühjahr 2015 besah sich ein Experte für Hotelimmobilien das Stadtbad – und winkte energisch ab.
Den Packhof vielmehr empfahl er als Hotelstandort zu „100 Prozent“.
Die Stadt wollte nun Wohnungen im Bad bauen lassen.
Das würde das Bauhaus-Ensemble nachhaltig verschandeln, warnt der renommierte Architekt Achim Krekeler. Er empfiehlt stattdessen, „lieber den Komplex richtig sichern und eine Generation liegen lassen“.

Weil ein nach wie vor dringend benötigtes Hotel in der Innenstadt im alten Stadtbad (siehe Infokasten) nicht möglich ist, soll es ebenfalls auf dem Packhof entstehen. „Wir reden über 120 Betten in Drei- oder Vier-Sterne-Kategorie“, sagt Tiemann. Zudem müsse es Tagungsmöglichkeiten geben.

Brandenburg an der Havel verliere ständig Kongresse an Potsdam, weil hier Tagen und Schlafen kaum möglich ist. Selbstverständlich brauche es auch ein Parkhaus auf dem Packhof für Bewohner und Hotelgäste. Für den Verkehr müsse neben der Kleinen Münzen- auch die Augustastraße geöffnet werden, so dass es einen Einbahnstraßen-Verkehr gibt. Frei zugänglich für jedermann bleibe der Uferweg mit Spielplätzen und Erholungsflächen.

Beirat und Ausschuss empfahlen der Verwaltung einmütig, mit diesen Vorgaben einen Ideenwettbewerb auszuschreiben. Dieser soll dem Realisierungswettbewerb vorgeschaltet sein. Es werde nicht nach Höchstgebot vergeben, sondern an denjenigen, der beste Architektur anbietet. „Ich bin ein Fan von Wettbewerben und in der Architektenkammer dafür zuständig. Brandenburg an der Havel spielt bereits eine Vorreiterrolle, die wollen wir behalten“, sagt Beiratschefin Heidrun Fleege.

Von André Wirsing

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