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Schönheits-OP für Triebwagen

Brandenburg an der Havel Schönheits-OP für Triebwagen

Tatra-Straßenbahnen aus der DDR-Zeit wurden in Bandenburg an der Havel wieder auf Vordermann gebracht. Donnerstag wurde ein solcher Treibwagen, der bereits mehr als 1,6 Millionen Kilometer auf den Radreifen hat, nach einer umfassenden Modernisierung wieder in Betrieb genommen.

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Weltoffenes Brandenburg: Saja El Ahmad unter ihrem Porträt in dem sanierten Triebwagen.

Quelle: Heike Schulze

Brandenburg/H .
Am Donnerstag ist wieder ein Triebwagen der Verkehrsbetriebe Brandenburg (VBBr) aus dem Modernisierungsprogramm 2017 in Betrieb genommen worden. Die erste offizielle Fahrt nach der Generalüberholung startete am Haupteingang der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) in der Magdeburger Straße am Gleis der Linie 2.

Bei den Straßenbahnwagen der Bauart Tatra handelt es sich um vor allem im ehemaligen Ostblock eingesetzte Straßenbahnen, die vom tschechoslowakischen Staatskonzern CKD in Prag gefertigt wurden. Ab dem Jahr 1968 erhielten die Bahnen – die in vielen Städten wie Dresden, Erfurt, Brandenburg an der Havel oder Magdeburg fuhren – den Beinamen „Dubceks letzte Rache“. Der Grund dafür waren der Einmarsch von NVA-Truppen in die Tschechoslowakei, um den „Prager Frühling“ zusammen mit der sowjetischen Armee gewaltsam zu beenden und die Störanfälligkeit der Bahnen in den 1960er-Jahren.

Die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Straßenbahnen wird von den Verkehrsbetrieben fortgesetzt. Bisher sind die acht Triebwagen modernisiert worden. Mit der Erneuerung der Tatra-Fahrzeuge war bereits vor der Bundesgartenschau 2015 im Jahr 2014 begonnen worden.

Der gesamte Wagenkasten und der Unterboden wurden von der Firma Metallbau Gartensleben & Sohn aufgearbeitet. Am 18. Juli 2017 begannen die Arbeiten an dem am Donnerstag wieder in Betrieb genommenen Triebwagen 182 aus dem Baujahr 1983. Dieser war zuvor bereits 1,663 Millionen Kilometer auf Brandenburger Schienen gerollt.

Ngalamo Egoue Adolphe Steve  unter seinem Porträt in der Bahn

Ngalamo Egoue Adolphe Steve unter seinem Porträt in der Bahn.

Quelle: Heike Schulze

Drehgestelle, Einzelräder und Bremsen wurden einer Hauptuntersuchung unterzogen. Alle Drehgestelle erhielten neue Getriebe. Mit deren Einbau hat die Straßenbahn einen ruhigeren Lauf im Gleisbereich. Modernisiert wurden auch Sitze, Haltestangen, Lampen, Fußboden, Türen und Einstiege. Für das Fahrpersonal ist die Fahrerkabine vergrößert worden, um die Haltung der Fahrer zu verbessern.

Der Malerbetrieb Hans-Georg Pritschow hat dem Wagen eine neue Farbe gegeben: Die Lackierung erfolgte während der Modernisierung und zeuge „von einer wahren Meisterleistung“, schwärmt Jens Engelmann von den Verkehrsbetrieben. André Rabe baute neue Fußbodenplatten in das Fahrzeug, die Glaserei Dommnich erneuerte alle Scheiben des Zuges.

Aus dem Behindertenbeirat kam die Empfehlung, den Rollstuhlfahrerplatz im Niederflurmittelteil zusätzlich auf dem Fußboden zu kennzeichnen. Durch die Wegnahme eines Sitzes wurde mehr Platz geschaffen, so dass ein Rollstuhlfahrer einen Wenderadius von 1,50 Meter erhält.

Der Triebwagen ist mit zwei Fahrscheinautomaten ausgestattet. Studenten der THB haben einen schönen Entwurf für die Decke der Straßenbahn eingereicht, der zur Übergabe des Fahrzeuges präsentiert wurde. Die erste Fahrt fand Donnerstag um 11.41 Uhr als Linie 2 von der Haltestelle Fouquéstraße/THB statt. Für diesen Tag konnten wieder Sonderfahrausweise im Vorverkauf im VBBr-Fahrgastzentrum in der Steinstraße erworben werden.

Die Sonderfahrausweise sind Straßenbahntageskarten, die nur am 9. November galten. Die Sonderauflage ist auf 50 Stück limitiert. Für jedes, dem Linienverkehr übergebene modernisierte Straßenbahnfahrzeug wird es bis Dezember 2017 zur ersten Fahrt einen Sonderfahrschein in limitierter Auflage geben. Wer dann diese acht Sonderfahrausweise der modernisierten Fahrzeuge vorlegen kann, erhält eine Sonderfahrt. Näheres dazu wird im Dezember 2017 bekannt gegeben, teilten die Verkehrsbetriebe Brandenburg mit.

Von Benno Rougk

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