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Brandenburg/Havel Schornsteinfeger mit Garten-Faible
Lokales Brandenburg/Havel Schornsteinfeger mit Garten-Faible
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19:18 26.03.2018
Peter Marquardt koordiniert im Vereinsvorstand das Sanieren des Bröse-Denkmals. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Bröses Denkmal bröckelt. Vor allem der Rost setzt dem neogotisch gestalteten Türmchen zu, die gusseisernen Platten sind teilweise verzogen, gehörige Spalten tun sich auf, die weitere Korrosion begünstigen. Die zweistufigen Sandsteinsockel sind bemoost und verwittert, das Umfeld relativ ungepflegt.

Dies zu ändern hat sich der Förderverein Krugpark für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben. Das Denkmal wird abgenommen und zur Metallbaufirma Windeck transportiert. Dort demontieren die Metallspezialisten die Konstruktion und begutachten die Schäden im Inneren. Nach den Ergebnissen richtet sich der Sanierungsaufwand. Nach dem Entfernen des Rostes werden die Metallplatten feuerverzinkt und bekommen einen Anstrich. Es wird ein dunklerer Anthrazit-Ton – dieser wurde nach einer Farbuntersuchung an den Originalteilen ermittelt. Bekanntlich steht im Krugpark seit 1985 eine Kopie, das Original wurde nach mehr als 130 Jahren Standzeit ins Museumsarchiv verfrachtet.

47 aktive Mitglieder im Förderverein

Der Förderverein Krugpark zählt derzeit 47 aktive Mitglieder. Vor wenigen Wochen wurde ein neuer Vorstand gewählt, der vom Unternehmer Oliver Windeck geführt wird.

Trotz allen Engagements werden fürs Sanieren des Bröse-Denkmals noch Spenden benötigt.

Die können auf das Konto des Fördervereins Krugpark Brandenburg e.V. bei der Brandenburger Bank mit dem Verwendungszweck „Spende Brösedenkmal“ eingezahlt beziehungsweise überwiesen werden. Die IBAN lautet: DE 30 1606 2073 0000 0559 13.

Bereits gewonnen wurden Unterstützer bei der Schornsteinfegerinnung, bei den Freimaurern sowie bei den Firmen Metallbau Windeck und Grabdenkmale Fischer.

Die Sockel werden von der Firma Grabdenkmale Fischer gereinigt und aufgearbeitet. „Wenn genügend Spenden zusammenkommen, wollen wir auch das Umfeld bepflanzen, bestenfalls den kleinen Zaun und die Ruhebank erneuern“, sagt Peter Marquardt, er ist im Fördervereinsvorstand der Projektverantwortliche für das Brösedenkmal.

Seit mehr als einem Jahr werde das Thema Sanieren ernsthaft diskutiert. Im Jahr 2016 haben drei Mitglieder der Jugendbauhütte eine Schadensfeststellung an den Oberflächen angestellt, im Vorjahr hat ein Metallrestaurator ein denkmalgerechtes Sanierungskonzept für die Denkmals-Replik erstellt. Neben den genannten Firmen haben bereits die Landes-Schornsteinfeger-Innung sowie die Freimaurerloge ihre Unterstützung zugesagt. Auf 10 000 Euro wird der Sanierungsaufwand geschätzt.

Johann Gottfried Bröse (1786–1849) war Schornsteinfegermeister und Stadtrat in Brandenburg an der Havel. Er hatte ein Faible für Parks und Promenaden. So engagierte er sich beispielsweise für den Marienberg – er ließ 1830 eine verwilderte Maulbeerpflanzung im Mariengrund kultivieren und begann 1846 mit dem Bepflanzen der Bergkuppe, er legte Wege und Treppen an.

Lange zuvor hatte er sich im ländlichen Wilhelmsdorf engagiert. Schornsteinfeger Bröse ließ im Jahr 1824 den Weg zur Ausflugsgaststätte Zum Neuen Krug anlegen und bepflanzen. Ein Jahr später erhielt er die Erlaubnis, die vor dem Lokal gelegene Schonung in eine Parkanlage umzugestalten. Ein 33 Hektar großes Gelände wurde überformt und ein beachtlicher Baumbestand angelegt. Bis 1834 entstand so der Krugpark. Zwei Jahre nach dem Tod des inzwischen zum Vorsitzenden der örtlichen Verschönerungskommission berufenen Bröse im November 1849 wurde anlässlich seines 65. Geburtstages im September 1851 vom Magistrat der Stadt Brandenburg an der Havel ein Denkmal für ihn errichtet. Auf der Vordersweite des Türmchen steht auf einer Tafel „DEM GRÜNDER DIESER ANLAGEN UND STAEDTISCHEN PROMENADEN SCHORNSTEINFEGERMEISTER STADTRATHE HERRN BROESE RITTER DES R. ADL. O.“ Die Rückseite ziert ein einfacher Spruch: „Die dankbaren Bürger Brandenburgs 1851“.

1980 wurde das an eine Fiale (spitzes Türmchen) erinnernde Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt, 1985 gab es den Neuguss bedeutender Teile, das Denkmal wurde im September neu aufgestellt. 1993 erfolgte eine erste Restaurierung, nun – 25 Jahre später – ist es mal wieder so weit. „Das Denkmal steht an einem zentralen Ort unweit des Eingangs von der Straße aus zum Krugpark. Es soll gleichzeitig eine schöne Visitenkarte für den Park sein“, sagt Marquardt. „Der Krugpark hat eine wachsende Bedeutung für die Menschen, gerade auch in Wilhelmsdorf und auf der Eigenen Scholle. Wir merken es, dass immer mehr Spaziergänger, Sportler und Familien mit Kindern diesen wunderschönen Naturpark annehmen und nutzen.“

Bereits jetzt denken die Mitglieder des Fördervereines über Folgeprojekte nach. Eines davon ist der Neubau der Staustufe am Sandfurthgraben.

Dieser speist den künstlich angelegten Wasservogelteich im Krugpark. Um gleichbleibende Bedingungen zu garantieren, muss das Wasser darin immer in einer bestimmten Höhe gehalten werden. Dazu benötigt man ein kleines Wehr, um Wasser für niederschlagsärmere Zeiten auch mal zurückhalten zu können.

Von André Wirsing

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