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Brandenburg/Havel Cedrics (16) tapferer Kampf gegen den Krebs
Lokales Brandenburg/Havel Cedrics (16) tapferer Kampf gegen den Krebs
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18:40 15.02.2019
Cedric hält seine kleine Schwester Greta auf dem Arm. Quelle: privat
Brandenburg/H

Manche Jugendliche wachsen über sich hinaus, wenn die Not am größten ist. Cedric Malepse gehört zu diesen Menschen. Der 16 Jahre alte Junge aus Brandenburg/Havel kämpft gegen eine unerbittliche Krankheit: Dickdarmkrebs.

Sechs höchstdosierte Chemotherapien hat er durchgestanden. Mit der Musik des Deutschrappers Gzuz, seines Lieblingskünstlers, im Kopfhörer hat er die Schmerzen während der Chemo durchgestanden. Alle Qualen haben nichts genutzt, der Tumor hat im ganzen Bauchraum gestreut. Die Ärzte beendeten die Operation, ehe sie richtig begonnen hatte.

Die Krankheit mag stark sein, so stark, dass sie die Kräfte eines jungen Mannes stiehlt. Aber dann doch wieder nicht so stark, dass sie dem Jungen seine Lebensfreude und seinen Mut rauben könnte. „Mein Sohn ist in diesen Wochen unglaublich stark“, sagt seine Mutter Karina Paepcke (43).

Sechs sehr hoch dosierte Chemotherapien hat Cedric Malepse (16) durchgestanden. Leider haben sie seinen schlimmen Dickdarmkrebs nicht besiegt. Der Schüler aus Brandenburg/Havel zeigt Stärke, die halbe Stadt hilft.

Die Brandenburger Familie aus der Neustadt hat seit August 2018 „die Hölle durchlebt“. Bis dahin hatte Cedric gelegentlich Bauchschmerzen, die kamen und gingen. Am 18. August blieben sie, wurde sie so stark, dass der Schüler mit Verdacht auf Blinddarm ins Klinikum kam.

Zwei Stunden später wurde Cedric operiert. Die Ärzte entfernten mehr als die Hälfte des Dickdarms. Tochtergeschwüre hatten schon 15 der 31 Lymphknoten befallen. Die Diagnose Dickdarmkrebs war nach wenigen Tagen gesichert, sehr ungewöhnlich bei einem so jungen Mann.

Spezialisten der Charité in Berlin übernahmen den Patienten, sie versuchten das Wuchern des Krebses mit den stärksten Medikamenten zu bekämpfen. Der 18. Januar war der Tag, als der Misserfolg aller Bemühungen deutlich wurde. Eine Operation hätte das Leben des jungen Patienten in dem Moment akut gefährdet.

Die Familie wächst extrem zusammen

„Wir wachsen extrem zusammen“, schildert Cedrics Mutter die Reaktion der verzweifelten Familie: des älteren und des jüngeren Bruders, des Lebensgefährten Dirk Weinreich und der geliebten kleinen Schwester Greta (18 Monate).

Obwohl der Junge nicht weiß, wie lange er noch leben darf, bleibt er mit seinen 1,85 Metern standhaft und stark. Er klagt nicht, obwohl er allen Grund dazu hätte.

In diesen Tagen verbringt er mit seinem drei Jahre älteren Bruder Marvin eine Erholungswoche im bayerischen Piding, nahe der österreichischen Grenze. Dort wird er drei seiner Chat-Freunde treffen. Der Arbeiter Samariter Bund (ASB) in Potsdam hat ihm diesen großen Wunsch mit dem „Wünschewagen“ erfüllt, so wie es die Organisation schon bei vielen schwerstkranken Menschen getan hat.

Förderverein sammelt Spenden

Karina Paepcke und Dirk Weinreich versuchen ihrem Cedric viele Wünsche zu erfüllen – so weit das Geld reicht. „Aber die Grenzen sind erreicht“, schreibt Ex-Klassenlehrer Sebastian Ebell in seinem Spendenaufruf auf Facebook.

Die MAZ hat inzwischen Restmittel der vergangenen Sterntaler-Aktion in die Hand genommen, damit dieser wirklich unschuldig in Not geratene junge Brandenburger trotz der zunehmenden Einschränkungen so viel Spaß am Leben wie möglich.

Sebastian Ebell beschreibt, wofür das Spendengeld benötigt wird: „Cedric wünscht sich so sehr ein neues Jugendzimmer mit neuen Möbeln, eine Schlafcouch für Gäste, ein höheres Bett, damit Aus- und Einstieg nicht zu schwer fallen.

Er wird einen Aktivrollstuhl und ein geeignetes Bett brauchen. Der Bodenbelag und das Bad müssen rollstuhlgerecht werden, in seinem neuen Zimmer muss eine Wand noch trockengelegt werden.“

Die AOK, Cedrics Krankenkasse, will sich noch mehr für den schwerkranken Jungen einsetzen und unterstützt ihn und seine Familie, wo es nur geht.

Spenden für Cedric erbittet der Lehrer mit dem Stichwort „Cedric“ auf das Konto der Berufsorientierten Schule Kirchmöser bei der Sparkasse, IBAN-Nummer: DE88 1605 0000 3615 0005 00

Ein anderer Wunsch ist auch schon in Erfüllung gegangen. Cedric hat sich die Namen und Geburtsdaten seiner Geschwister auf seine Haut tätowieren lassen sowie das Plattencover „Wolke 7“ seines Lieblingsrappers.

Der frühere Schüler des Berufsorientierten Schule in Kirchmöser erfährt viel Zuspruch. Zwei Jungen und ein Mädchen sind supergute Freunde, besuchen ihren „Cedi“ jeden Tag. Sein ehemaliger Lehrer Sebastian Ebell hat einen Aufruf auf Facebook gestartet und sammelt Spenden für Cedric.

Denn der kranke Junge kann nicht länger in der schwer zu erreichenden Wohnung im Obergeschoss leben. Mit seiner Familie wird er also an die Ostsee nach Tessin ziehen, ins ebenerdige Elternhaus seiner Mutter, das aber an sehr vielen Stellen noch dringend behindertengerecht und wohnlich umgebaut werden muss. Das kostet sehr viel Geld. Cedric soll aber dort ein eigenes Zimmer bekommen.

Große Anteilnahme

„Cedric glaubt an sich, an das Leben und ist selbst voller Zuversicht“, schreibt sein ehemaliger, nun erst recht für ihn engagierter Klassenlehrer Sebastian Ebell (siehe Infokasten). Er hatte den bescheidenen Jungen vor vier Jahren als durchschnittlichen Schüler kennengelernt.

„Aber von allen hat sich Cedric in den vergangenen anderthalb Jahren am stärksten entwickelt“, erzählt der Pädagoge.

Die Anteilnahme in der Schule und darüber hinaus ist inzwischen sehr groß. Und auch Cedi, der eigentlich seine Lehre beginnen wollte, hängt an seinen Mitschülern, freut sich über jeden, den er trifft.

Umzug an die Ostsee

Karina Paepckes Haus an der Ostsee wird für Besucher ihres Sohnes jederzeit offen stehen. „Wir holen seine Gäste gern vom Rostocker Bahnhof ab, das sind ja nur 25 Kilometer“, verspricht Cedrics Mutter. Am 25. März will die Familie umziehen an die See. Und weiter für den bewundernswerten Jungen da sein.

Von Jürgen Lauterbach

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