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Schüler bauen Taschenlampe in 20 Minuten

Offene Türen in der TH Brandenburg Schüler bauen Taschenlampe in 20 Minuten

Der Campus der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) war am Freitag voller und lebendiger als sonst. Zum Tag der offenen Tür liefen zumeist junge Leute die Stände ab und holten sich Anregungen in den Institutsgebäuden. Ein Professor berichtete, wie ihn sein früheres Leben zu geschäftlichem Erfolg, aber beinahe auch zu gesundheitlichem Ruin führte.

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Ferngesteuert wirkt auch das Publikum, das dem Roboter bei der Arbeit zusieht.
 

Quelle: Heike Schulze

Brandenburg/H.  Der Campus der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) war am Freitag voller und lebendiger als sonst. Zum Tag der offenen Tür liefen zumeist junge Leute die zahlreichen Stände ab und holten sich Anregungen in den Institutsgebäuden. Ein Professor berichtete, wie ihn sein früheres Leben zu geschäftlichem Erfolg, aber beinahe auch zu gesundheitlichem Ruin führte.

Studenten genießen das schöne Wetter auf dem Campus

Studenten genießen das schöne Wetter auf dem Campus.

Quelle: Annika Jensen

In der Maschinenhalle herrscht reichlich Betrieb. An einem Tisch sitzen die beiden Zehntklässler Vinvent Lau und Vanessa Schulz (16) aus der Prignitz. Zusammen haben sie es in zwanzig Minuten geschafft , eine Taschenlampe zu bauen. Normalerweise dauere es doppelt solange, berichtet Techniker Norbert Hoppe, der mit Kollegen das Verlöten der einzelnen Bauteile und ihren Einbau in ein Röhrchen beaufsichtigt und bei Bedarf Tipps gibt.

Anderswo an der technisch orientierten Hochschule setzen Studenten vor staunendem Publikum Roboter in Bewegung. Frank Ulli, der den Masterabschluss im Fach Security (Sicherheits-)Management macht, demonstriert vor etwa 30 Zuschauern, wie er ein Android-Handy „hackt“, also in das Innenleben des Computertelefons eindringt.

Eine Rettungsübung auf dem THB-Gelände

Eine Rettungsübung auf dem THB-Gelände.

Quelle: Annika Jensen

Eigentlich sei das illegal, aber zu Demonstrationszwecken hat der Brandenburger Student sein eigenes Handy genommen. Er simuliert wie er auf das fremde Gerät zugreifen kann, das schon einmal mit dem WLAN im ICE-Zug verbunden war.

Genau dieses WLAN sei das Einfallstor für „Hacker“, wenn die Sicherung nicht ausreicht. Der Informatiker manipuliert Daten seines Mobilfunk-Opfer, verändert Inhalte erfährt, welche Internet-Seiten zuletzt aufgerufen wurden und welche Bilder gespeichert sind. „Läuft es gut für ich als Hacker, kann ich das komplette Gerät übernehmen“, warnt Frank Ulli.

THB-Sprecherin Heide Traemann (r) gab Orientierung zwischen den einzelnen Stationen

THB-Sprecherin Heide Traemann (r.) gab Orientierung zwischen den einzelnen Stationen.

Quelle: Heike Schulze

Wegen der Hitze finden die Präsentationen im Gebäude statt, auch die 15-Minuten-Blitzsprachkurse. Der neue Brandenburger Optikprofessor Martin Regehly berichtet, wie er ohne fremdes Geld, was als „Bootstrapping“ bezeichnet wird, vor mehr als zehn Jahren sein Unternehmen „greateyes“ in Berlin gegründet hat. Er findet den Weg nach wie vor richtig, denn mit Fremdfinanzierung sei man nur Angestellter des eigenen Unternehmens.

Außer einer sehr guten Idee müsse man beim Bootstrapping viel Leidenschaft ins sein Unternehmen einbringen und sich auf langsames Wachstum einstellen. Der Erfolg stelle sich dann in einem langsamen Prozess ein. Regehly schilderte das Abmühen für den geschäftlichen Erfolg, den zeitlichen Druck, das beständige Jetten um der Welt, den Druck, immer Neues zu entwickeln. „Das Burnout-Risiko ist hoch beim Bootstrapping“, sagte er. Zweimal landete der Physiker im Krankenhaus, einmal mit Herzkammerflimmern. Eine Beziehung sei kaputt gegangen und auch beinahe die Gesundheit. Regehly freut sich, dass er als Professor zur THB wechseln konnte. „Ich bin Physiker und eher kein Manager“, bekennt er.

Gleichwohl ist das Unternehmen erfolgreich gestartet, dessen feinste Kameratechnik Fehler in Solarpark-Modulen aufspürt sowie hoch spezialisierte Kameras für wissenschaftliche Zwecke entwickelt und baut. Statt Regehly führt nun ein externer Manager Team und Geschäfte. Der Firmengründer bildet Brandenburgs Optik-Studenten aus.

Von Jürgen Lauterbach

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