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Brandenburg/Havel Schüler erarbeiten interkulturelles Hörbuch
Lokales Brandenburg/Havel Schüler erarbeiten interkulturelles Hörbuch
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10:25 24.06.2017
Willkommensklasse der Otto-Tschirch-Oberschule bei dem Hörbuchprojekt in Stadtteilbibliothek in Hohenstücken Quelle: Annika Jensen
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Brandenburg/H

Auch wenn es mit der Aussprache noch etwas hapert: wacker schlägt sich jeder Schüler der Willkommensklasse der Otto-Tschirch-Oberschule durch seinen Textabschnitt. Sie sitzen an diesem Vormittag mit Nadin Sternberg, Leiterin der Stadtteilbibliothek Hohenstücken, und ihrer Klassenlehrerin Ulrike Schwanitz, zwischen den Bücherregalen an einem langen Tisch und arbeiten an einem spannenden Projekt. Seit ein paar Wochen bereiten sie sich darauf vor, ein Hörbuch zu produzieren.

An diesem Vormittag dreht sich alles um die Verteilung der Rollen. Sternberg möchte wissen, wer spricht welche Figur, wo gibt es Problem bei der Aussprache. Zwei Märchen will sie mit den elf Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren einsprechen. Eines haben sie schon bei ihrem letzten Treffen ausgewählt: das japanische Märchen „Die Bambusprinzessin“. Darin möchte der Kaiser das schönste Mädchen im Land heiraten.

Am Ende findet er es unerwartet in einer ärmlichen Hütte. Das zweite Märchen wählt die Gruppe heute aus. „Es soll eines sein, in dem man gemeinsam singen kann und das man mit vielen Geräuschen aufnehmen kann, oder?“, fragt Sternberg die Jugendlichen. Sie nicken. Die Bibliotheksleiterin liest zwei Tiermärchen. Die Gruppe entscheidet sich für die afrikanische Geschichte „Der kleine Hase überlistet den König der Savanne“. Der Inhalt lässt sich im Titel schon erahnen: Er handelt davon, wie ein Hase einen Löwen austrickst.

Bei ihrem letzten Treffen hat die Gruppe das erste Mal das Tonstudio besucht und die Technik ausprobiert. Der gemeinnützige Verein Forensic Music stellt es zur Verfügung und unterstützt mit Fachwissen zum Thema Produktion von Hörbüchern.

Die Idee zu dem Projekt hatten Sternberg und ihre Kollegen schon länger. Anfang des Jahres fragte sie schließlich an der Otto-Tschirch-Schule an, ob die Schule bei dem Projekt mitmachen wolle. Dass es schließlich die Kinder der Willkommensklasse geworden seien, die die CD aufnehmen, habe sich so ergeben, sagt Sternberg.

„Es ist eine sehr aufgeweckte Gruppe“, sagt sie begeistert. „Sie machen alle toll mit. Und es macht großen Spaß, mit ihnen zu arbeiten.“ Der Besuch im Tonstudio habe sie besonders in ihrer Idee bestärkt. „Es war toll zu sehen, wie sie dort aufgetaut sind, nachdem sie anfänglich sehr schüchtern vor dem Mikro standen.“ Und auch den Jugendlichen ist schnell anzumerken: sie genießen die Arbeit an ihrem Projekt. „Die Gruppe finde ich super“, sagt Zaid Hawod (14). „Es bringt einfach Spaß.“

Seine Klassenkameradin, Ghofran Taleb (15) liest die japanische Prinzessin und sieht das ähnlich: „Die Arbeit in der Gruppe ist toll und der Text gefällt mir. Ich mag die Prinzessin.“ Und doch wird deutlich: Nach dem ersten Lesen ihrer Rollen steht ihnen noch eine Menge Üben bevor. Allein das Wort Prinzesschen. „Wir werden den Text natürlich bearbeiten und eine einfachere Sprache finden“, sagt Sternberg. „Wir wollen ihn außerdem übersetzen, damit wir auch eine arabische Version des Hörbuches haben.“

Die Jugendlichen kommen aus Syrien, Tschetschenien und Eritrea. Viele von ihnen lernen seit nicht einmal zwölf Monaten Deutsch. Nach einem Jahr in der Willkommensklasse kommen sie in die regulären Klassen. Schon jetzt lernen sie neben Deutsch auch Mathe, Englisch und Geschichte.

Von Annika Jensen

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