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Brandenburg/Havel Schüler geboxt – mehrere Tage in der Klinik
Lokales Brandenburg/Havel Schüler geboxt – mehrere Tage in der Klinik
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17:28 24.02.2017
Quelle: dpa
Brandenburg/H

Die Polizei in Brandenburg an der Havel ermittelt wegen Körperverletzung gegen zwei Jugendliche, die einen 14 Jahre alten Schüler des Domgymnasiums am Donnerstagnachmittag niedergeschlagen und so erheblich verletzt haben, dass er einige Tage im Krankenhaus bleibt. Soweit bekannt, hatte eine Mitschülerin die etwas älteren schulfremden Jungen angestachelt, dem 14-Jährigen eine Abreibung zu verpassen.

Schulleiter Winfried Overbeck geht offen mit dem Vorfall um, der sich am Donnerstag nach Unterrichtsschluss gegen 16.10 Uhr auf dem Schulgelände ereignet hat. Er informierte alle Lehrer und in der Mittagspause am Freitag die Schüler der 7. bis 9. Klassen.

Eine eigentlich alltägliche Auseinandersetzung

Nach Overbecks Darstellung waren ein Mädchen und ein Junge der Schule mittags miteinander in Streit geraten, eine alltägliche Auseinandersetzung, wie er sagt. Doch statt sich am Ende wieder zu vertragen, drohte das Mädchen dem Neuntklässler, dass ihre Beschützer kommen und die Sache regeln würden.

Der betreffende Schüler hatte den Streit nicht mehr im Kopf, als er einige Stunden später sein Fahrrad vom Abstellplatz holen und nach Hause fahren wollte. Plötzlich standen jedoch zwei schulfremde Jungen vor ihm, 15 und 16 Jahre alt, der eine Gymnasiast, der andere Oberschüler in Nord. Soweit bekannt, streckte letzterer den 14-Jährigen mit einem heftigen Faustschlag ins Gesicht nieder und ließ auch noch nicht von seinem Opfer ab, als es schon auf dem Boden lag.

Mehrere Zeugen des Angriffs – Schulleiter sofort informiert

Mehrere Schüler haben den Angriff offenbar gesehen. Einige Siebtklässler sprinteten so aufgeregt wie geistesgegenwärtig zu Schulleiter Overbeck und riefen „Kommen Sie sofort!“. Der Pädagoge kümmerte sich um den im Gesicht blutenden Jungen am Fahrradabstellplatz. Der Notruf und die Mutter des Schülers wurden alarmiert. Rettungskräfte brachten ihn mit Verletzungen am Auge und blutender Nase ins städtische Klinikum, wie die Polizei bestätigt. Als der Schulleiter den Jungen zuvor fragte, was vorgefallen sei, musste er erst einen Moment überlegen, bis ihm die frühere Drohung der Mitschülerin wieder einfiel.

Inzwischen hat Winfried Overbeck mit der jungen Frau und auch den fremden Schülern gesprochen, deren Schulen ebenfalls informiert sind. „Allen tut es jetzt aufrichtig leid“, fasst der Direktor des evangelischen Gymnasiums seinen Eindruck zusammen. Für seine Schule sei dieser Vorfall die erste Gewalttat auf dem Schulgelände. Die massive Verletzung des Schulfriedens nimmt der Schulleiter nicht hin.

Es ist der erste Vorfall dieser Art am Domgymnasium. Quelle: Heike Schulze (Archiv)

Erste Gewalttat auf dem Gelände des Gymnasiums

Er stellt aus diesem Anlass klar, dass Schulfremde auf dem Gelände sofort zu melden und gegebenenfalls von dort zu verweisen seien. Overbeck möchte zudem vermeiden, dass sich Gerüchte verselbstständigen, daher soll der Vorfall in den Klassen offen besprochen werden. Wichtig sei dabei klarzumachen, dass Konflikte untereinander friedlich und nicht mit Außenstehenden bereinigt werden. Stolz ist Overbeck auf seine Siebtklässler, die ihn sofort zur Hilfe geholt hatten.

Der verletzte Junge wird nach seinem Krankenhausaufenthalt am Montag in der Schule zurück erwartet. Ernsthafte Verletzungen hat er, soweit bekannt, nicht davon getragen. Er ist zur Diagnostik und Beobachtung noch im Krankenhaus.

Von Jürgen Lauterbach

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