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Brandenburg/Havel Schüler gestalten Kunst für ihren Schulhof
Lokales Brandenburg/Havel Schüler gestalten Kunst für ihren Schulhof
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00:16 02.05.2017
Matthias Frohl, Leiter der Galerie Sonnensegel, mit Schülern der Oberschule Nord vor ihren Kunstwerken im Paulikloster. Quelle: Annika Jensen
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Brandenburg/H

Das Gebäude ist aus Beton, Stahl und Glas. Der Schulhof ist nicht viel einladender gestaltet. Und doch: die Oberschule Brandenburg Nord ist für viele Generationen von Schülern und ihre Lehrer ein wichtiger Ort. Sie verbringen hier zahllose Stunden, wollen es schön haben, markant, einladend.

Dafür setzen sich der Schulleiter, die Lehrer und ihre Schüler ein. Ein erstes Ergebnis dieses Verschönerungsdranges war 2012 das große Bild am Giebel der Schule. Von weitem für jeden sichtbar, war es nach plastischen Entwürfen der Schüler entstanden. Ausführender Künstler war damals der Brandenburger Bildhauer Dietmar Block.

Nun steht wieder eine künstlerische Aufwertung der Schuloptik an: „Säulen auf dem Schulhof“ heißt das Projekt. Fünf Skulpturen werden auf Sockeln im Eingangsbereich der Schule stehen. In der nächsten Woche wird der Boden dafür vorbereitet. Kurz danach folgen Sockel und Skulpturen. Vor zwei Jahren hatten Schüler in Zusammenarbeit mit der Galerie Sonnensegel und Block Figuren aus Ton gestaltet. Und auch die Sockel sollen aus Ton sein, genauer: aus Ziegeln.

Dafür ging es für die 9a auf Exkursion ins Paulikloster. Viele der Schüler waren auch vor zwei Jahren dabei. In einer Führung durch das Landesmuseum erfahren die Schüler, wie wichtig die Ziegelbrennereien schon vor hunderten von Jahren für die zivilisatorische Entwicklung in der Region waren und wie sich der Ziegel mit der Zeit veränderte. Besonders wichtig für ihr Projekt: sie erfahren, wie die Ziegel gemauert wurden. Sie selbst sollen ja auch ran ans Mauern.

„Die Schüler sollen sich anhand der Dinge, die sie selbst gestaltet haben, in späteren Jahren weiterhin mit der Schule verbunden fühlen“, wünscht sich Schulleiter Ulrich Neumann, der seine Schützlinge auf ihrer Exkursion begleitet. „Sie sollen sich nicht nur an die tollen Lehrer erinnern“, sagt er weiter und lacht. Das Kunstprojekt solle die Jugendlichen zudem für die berufliche Orientierung inspirieren. Die Arbeit im kreativen und handwerklichen Bereich biete erste Einblicke.

Dass es ganze zwei Jahre dauerte, bis die Skulpturen endlich ihren Platz auf dem Schulhof finden, bedauert Neumann nicht gänzlich. „Es wäre schön gewesen, wenn es sofort geklappt hätte, aber gut Ding will Weile haben“, sagt er. „Und wenn es sofort umgesetzt worden wäre, hätte es vielleicht auch nicht in so einem schönen Projekt wie dem mit Herrn Bartel münden können.“

Thomas Bartel ist lokaler Künstler und wird mit den Schülern beenden, was vor zwei Jahren begonnen wurde. Er organisiert das Material, spricht mit den Jugendlichen über dessen Geschichte und Eigenschaften und motiviert sie, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. „Stellt euch euren Schulhof vor und fragt euch, wo würden die Skulpturen hinpassen“, sagt er und fordert sie auf, Skizzen anzufertigen. Sie stehen um die Kunstwerke herum, die im Sonderausstellungsraum im Ostflügel des ehemaligen Klosters aufgestellt sind. „Es macht Spaß, mit den Jugendlichen zusammenzuarbeiten“, sagt Bartel. „Sie sind sehr entspannt und interessiert. Ich sehe an den Skizzen, dass große Vielfalt vorhanden ist. Sie versuchen, eigene Ideen einzubringen in ihre Arbeit.“

Eine, die sich schon Gedanken um die Form der gemauerten Sockel für die Kunstwerke macht, ist Saskia Hänsch. Die 15-Jährige sitzt in einem der großen Fenster des Ausstellungssaales und zeichnet mit einem Bleistift. Ihr Entwurf für einen Sockel ähnelt einer Sanduhr: in der Mitte verjüngt sich das Ziegeltürmchen. Obendrauf hat sie eine der fünf Skulpturen gemalt. „Ich finde das Projekt cool“, freut sich die Jugendliche. „Wenn wir später mal bei der Schule vorbeischauen, können wir sehen, dass wir geholfen haben, sie zu verschönern.“

Gefördert wird das Kunstprojekt im Rahmen der „Initiative Sekundastufe I“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Landes Brandenburgs. Ziel dieser Initiative ist, die Reife zur Ausbildung zu fördern und die Kooperation zwischen schulischen und außerschulischen Akteuren auszubauen.

Von Annika Jensen

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