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Schüler setzen Zeichen gegen Cyber-Mobbing

Brandeburg an der Havel Schüler setzen Zeichen gegen Cyber-Mobbing

An der Oberschule Brandenburg Nord haben sich die Schüler der achten Klassen in einem zwei-tägigen Workshop mit dem richtigen Verhalten im Internet beschäftigt. Mit zwei Medienpädagogen sprachen sie über Datensicherheit, Passwörter und Cyber-Mobbing. Letzteres durften sie in besonderer Weise praktisch thematisieren.

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Julia Stugk (l.) und Natascha Fenger vor ihren Comics zum Thema Cyber-Mobbing.

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Wenn Kinder und Jugendliche sich in sozialen Netzwerken im Internet bewegen, kann das unangenehme Folgen haben. Zu aller erst für die jungen Surfer selbst. So ist etwa jeder fünfte Schüler in Deutschland schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing geworden - also die Beleidigung, Verunglimpfung oder Beschimpfung in sozialen Netzwerken.

Die Oberschule Brandenburg Nord setzt sich seit zwei Jahren mit dem Thema auseinander. Ihre achten Klassen nehmen deswegen an einem zweitägigen Workshop mit dem Titel „Netz-Kompetenz“ teil. Unterstützt wird die Schule vom Büro Blau, eine gemeinnützige Organisation, die Partizipation und Dialog in Gang bringen will. Sie schickt zwei Medienpädagogen, die den Workshop leiten.

„Uns geht es vor allem um sichere Bewegung im Netz“, sagt die Kunst- und Mathelehrerin Katja Fülle, die das Projekt unterstützte. „Und um den Umgang mit den eigenen Daten, auch in Hinblick auf spätere Ausbildungs- und Berufssituationen.“ Die Pädagogin denkt dabei besonders an Nachteile im Bewerbungsprozess, wenn potentielle Arbeitgeber durch eine einfache Internetrecherche unpassende Fotos von den Jugendlichen finden. „Das Internet vergisst nie“, sagt Daniel Böhme, einer der beiden Medienpädagogen vom Büro Blau. „Deshalb sagen wir den Schülern: passt auf, was ihr postet.“

Cyber-Mobbing ist an der Oberschule Nord kein grundlegendes Problem. „Wir machen das Projekt, weil wir wissen, dass es generell in der Gesellschaft ein großes Problem ist“, sagt Schulleiter Ulrich Neumann. Der Workshop ist entsprechend präventiv gestaltet. „Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist es für uns zu spät“, sagt Daniel Böhme. „Wir sind dafür da, damit das Kind nicht in den Brunnen fällt.“ Dabei gehe es nicht nur um das Opfer selbst. Auch sein Umfeld solle sensibilisiert werden. „Die Schüler sollen wissen, wie sie darauf reagieren können, wenn die Mobbing beobachten“, sagt Böhmes Kollegin, Franziska Raschke.

Fünf Klassen waren beteiligt. Am ersten Tag ging es vor allem darum, wie sich die Schüler in den sozialen Medien darstellen sollten – oder eben nicht – , wie ein sicheres Passwort aussieht, wie die jungen Internetnutzer auf ihre Daten achten können oder was Urheberrecht im Netz bedeutet. Was nach trockener Theorie klingt, wurde in Rollenspielen praktisch angewandt. Aber der große Praxistest stand den Jugendlichen am zweiten Tag bevor. Mithilfe ihrer neu gewonnen Kentnisse erstellten sie in kleinen Gruppen Comics. Ihre Werkzeuge: Einfallsreichtum, Tablet und Comic-App. Das Thema ihres Comics sollte Cyber-Mobbing sein.

Die Jugendlichen sollten zunächst eine Geschichte entwickeln und auf Papier schreiben. Erst danach ging es an die Technik. Sie schossen Bilder von gespielten Szenen, setzten sie aneinander und ließen sie mithilfe der App wie professionelle Comics aussehen. Ihre Geschichten erzählen von Mobbing-Fällen und ihren Lösungen. Mit dabei waren Natascha Fenger und Julia Stugk aus der 8c. Für die beiden 14-Jährigen sind nicht alle besprochenen Themen neu. Neu für sie ist aber ein geschärftes Bewusstsein um die eigenen Daten und vor allem Fotos im Netz.

„Ich mache immer noch lustige Fotos mit meinem Smartphone“, sagt Julia. „Aber ich lösche sie sofort wieder. Das Handy kann immer mal in die falschen Finger geraten und dann werden solche Fotos gepostet.“ Natascha ergänzt: „Ich weiß jetzt, worauf ich achten muss, und dass ich genau überlegen muss, welche Bilder ich mache.“

Von Annika Jensen

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