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Brandenburg/Havel Schülercafé steht vor dem Aus
Lokales Brandenburg/Havel Schülercafé steht vor dem Aus
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16:16 15.07.2015
Hat sich viele Jahre um das Café gekümmert: Bärbel Scherf. Quelle: Melanie Höhn
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Brandenburg an der Havel

Ausgelassen feierten die Schüler des Saldern-Gymnasiums am Mittwoch den letzten Schultag vor den Sommerferien. Doch ihre Freude war getrübt: Der Verbleib des Schülercafés ist unklar, weil die langjährige ehrenamtliche Mini-Jobberin Bärbel Scherf in den Ruhestand geht. Am Mittwoch wurde sie mit Blumen und Präsenten von einigen dankbaren Schülern, die ihre Kochkünste zu schätzen wussten, feierlich verabschiedet. Zwei Schülerinnen schrieben sogar ein Gedicht für sie.

Immer von 7 bis 14 Uhr verkaufte die 65-Jährige frische Brötchen, Sandwiches, heißen Kaffee und Schokoriegel, Nervennahrung für die Schüler. Auch ihre berühmten „Ossi-Nudeln“, Nudeln mit Tomatensoße, waren beliebt unter den Jugendlichen. Sie bereitete alles frisch zu und legte auch Wert auf ein abwechslungsreiches Speisenangebot. „Frau Scherf hat das Café mit viel Idealismus und Ideen geführt, wir werden sie alle sehr vermissen,“ sagte die Lehrerin Michaela Reuter. Auch der Neuntklässler Till Stranz fand klare Worte: „Es ist ein großer Verlust für unsere Schule aus kulinarischer Sicht.“

„Gesundes Essen mit viel Obst“

Niklas Wolf aus der 11. Klasse kümmerte sich im Café um die Buchhaltung und schrieb Einsatzpläne. Für ihn nahm das Café eine besondere Stellung in der Schule ein, denn „viele Schüler haben sich einfach darauf verlassen“, sagte er. „Unser Fokus war, gesundes Essen frisch zuzubereiten.“ Andere Schüler schmierten oft schon um 7 Uhr morgens Brötchen, schnitten Obst und erprobten sich im Verkauf. Auch ihnen wurde für ihr Engagement am letzten Schultag gedankt, sie bekamen sogar Urkunden. „Leider kann das Café von der AG Schülercafé allein nicht gestemmt werden“, äußerte sich Michaela Reuter. „Deshalb suchen wir händeringend einen Nachfolger.“ Die Arbeit ist zwar ehrenamtlich, man bekomme jedoch eine Aufwandsentschädigung von der Schule.

„Dass es so schwer ist zu gehen, hätte ich nicht gedacht“, sagte Bärbel Scherf, die 2008 von der Stadt an das Saldern-Gymnasium vermittelt wurde. „Es war ein schönes Arbeiten hier, vor allem immer mit jungen Leuten in Kontakt zu sein.“ Ihr liegt das Café sehr am Herzen: „Ich kann mir auch vorstellen, mich an der Suche nach einem Nachfolger zu beteiligen.“ Am Mittwoch verkaufte sie noch ein paar letzte Getränke, bereitete Frühstück für die Hallenwarte und den Hausmeister Hans-Jürgen Hocke vor. „Die Nachfrage der Schüler sowie die Räumlichkeiten und Geräte sind da und sollen weitergenutzt werden“, bemerkte Hocke.

„Selbstgemachte Kuchen von der Englisch-Koch-AG“

Vor etwa zehn Jahren gründeten Schüler unter Anleitung einer Lehrerin das Café, das nach und nach modernisiert wurde. Betrieben wird es vom Förderverein der Schule. Das Geld, das von den Erlösen übrig bleibt, wird in neue Sportgeräte, Musiktechnik oder Förderpreise der Schule investiert. Auf keinen Fall wolle die Schule Outsourcing betreiben, erklärte Britta Wenzke, Vorsitzende des Fördervereins der Schule. „Wir wollen Einfluss haben auf das, was verkauft wird.“ Selbstgemachte Kuchen von der Englisch-Koch-AG zum Beispiel. „Das Café war und ist auch ein Produkt von Schülern.“

Von Melanie Höhn

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