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Brandenburg/Havel Schülerlotsen halten den Verkehr auf
Lokales Brandenburg/Havel Schülerlotsen halten den Verkehr auf
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00:18 12.02.2017
Einsatz in der Kirchstraße: Ben Sanchez gehört zu den 14 neu ausgebildeten Schülerlotsen in Pritzerbe. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Pritzerbe

Die große Mittagspause beginnt für Ben Sanchez (11) und Hannes Stolz (10) auf der Straße. Die beiden Pritzerber Fünftklässler sorgen dafür, dass ihre Mitschüler sicher die Fahrbahn wechseln können. An ihren neongelben Westen und Mützen sind sie als Verkehrshelfer zu erkennen. Mit rot-weißen Haltekellen dürfen sie Fahrzeuge in der Kirchstraße stoppen, wenn wieder eine Schülergruppe auf dem Fußgängerüberweg die Seite wechselt. Die Autofahrer reagieren freundlich, nicken mit dem Kopf oder halten den Daumen hoch. Dass es seit dieser Woche wieder Schülerlotsen in Pritzerbe gibt, hat sich herumgesprochen. Außerdem machen die neu installierten blauen Verkehrszeichen 356 „Verkehrshelfer“ in beide Fahrtrichtungen auf den gesicherten Überweg aufmerksam.

Zusätzliche Sicherheit

Die Schulwegsicherheit in der Pritzerber Kirchstraße ist seit Jahren ein kommunales Dauerthema. Erlaubt ist vor der Schule nur Tempo 30. Es gibt einen Fußgängerüberweg. Die Schülerlotsen sollen zusätzliche Sicherheit bringen.

Wegen Bautätigkeiten in der Stadt wurde eine Einbahnstraßenregelung erlassen und 2013 wieder aufgehoben. Eine dauerhafte Ausweisung der Kirchstraße als Einbahnstraße wurde trotz Proteste vom Landkreis abgelehnt.

Für die Ausbildung von Schülerlotsen gibt es auch im Land Brandenburg eigene Vorschriften. Dazu gehören neben theoretischen Unterweisungen auch praktische Übungen und ein Prüfbogen zum Abschluss.

„Wir übernehmen gern Verantwortung, wenn es um mehr Sicherheit an unserer Schule geht“, sind sich die zwei diensthabenden Verkehrshelfer einig. Außerdem haben sie eine Menge dazugelernt. Und zwar bei Ronny Milas. Der Polizeihauptmeister hat über mehrere Wochen 14 Mädchen und Jungen der Goethe-Grundschule zu Schülerlotsen ausgebildet. Sie wissen, welche Position sie auf jeder Straßenseite einnehmen müssen, wie sie ihre Kelle mit dem rechten Arm zu halten haben und warum der Blickkontakt zu ankommenden Fahrzeugführern so wichtig ist. „Ein freundliches Lächeln ist die halbe Miete“, weiß der Präventionsexperte.

Schulleiterin Michaela Braatz gratuliert Alina Bleiß aus Fohrde zur Schülerlotsenausbildung. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Idee, dass vor Jahren eingeschlafene Schülerlotsenprojekt wieder aufleben zu lassen, kam von der Schule selbst. „Die Kirchstraße trennt den Neubau, den Hort und die Schulküche vom Stammhaus. Deshalb ist immer mit Kindern auf der Straße zu rechnen. Vor allem unseren jüngsten Schülern geben die Verkehrshelfer eine zusätzliche Sicherheit“, ist Schulleiterin Michaela Braatz überzeugt. Dank ihrer Ausbildung haben die Fünft- und Sechstklässler auch gelernt wie lange ein Auto zum Bremsen braucht und dass der Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung gegenseitige Rücksicht gebietet. Besondere Vorkommnisse während ihrer „Dienstzeit“ tragen die Kinder in ihre Schülerlotsenhefte ein.

Auch Hannes Stolz (r.) gehört zu den Schülerlotsen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Geht es während der Mittagszeit noch überschaubar auf dem Zebrastreifen zu, sieht die Sache vor Schulbeginn anders aus. Ab 6.45 Uhr in der Früh müssen die Schülerlotsen besonders aufmerksam sein. Dann sind rund 140 Mädchen und Jungen auf dem Weg zur Schule. Drei Busse rollen nacheinander an, aus dem Birkenwäldchen kommt der Taxi-Wagen, Eltern bringen ihren Nachwuchs mit dem Auto, andere Kinder kommen zu Fuß oder sind mit dem Fahrrad unterwegs. In der dunklen Jahreszeit geht da schnell der Überblick verloren.

Nach bestandener Prüfung: Die Pritzerber Schülerlotsen präsentieren stolz ihre Einsatzhefte. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Deshalb agieren die Schülerlotsen nie allein. So ist es Vorschrift“, stellt Ausbilder Ronny Milas klar. In Pritzerbe stehen immer die aufsichtführende Lehrerin oder Hausmeister Hartmut Zoels mit am Fahrbahnrand, um notfalls eingreifen zu können. Wenn zum Beispiel quirlige Mitschüler die Anweisungen der Verkehrshelfer ignorieren. Auch wenn die Mittagspause nicht ewig dauert, bestimmen die Schüler in den Warnwesten wann sie den Überweg für eine Gruppe freigeben.

Von Frank Bürstenbinder

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