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Brandenburg/Havel Schulhaus in Wust soll Dorf-Treffpunkt werden
Lokales Brandenburg/Havel Schulhaus in Wust soll Dorf-Treffpunkt werden
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06:10 13.08.2018
Eine Kastanie verdeckt das alte Schulhaus, das schon seit 1951 nicht mehr für den ursprünglichen Zweck genutzt wird. Quelle: Rüdiger Böhme
Wust

Die Stadt Brandenburg an der Havel will wieder einmal etwas in ihren 350-Einwohner-Ortsteil Wust investieren. Das ehemalige Schulhaus neben der Kirche soll im Erdgeschoss umgebaut werden zu einer Dorfbegegnungsstätte, bestätigt Stadtsprecherin Angelika Jurchen.

Die Initiative für den öffentlichen Dorftreffpunkt ist vom Ortsbeirat ausgegangen, bestätigt dessen Vorsitzender Lothar Schmidt (parteilos). Der Ortsvorsteher hatte den Wunsch seines Dorfes im Rathaus vorgetragen.

„Geplant ist, das Erdgeschoss des ehemaligen Schulhauses in der Feuerwehrgasse 2 zu einer Dorfbegegnungsstätte mit barrierefreier Erschließung umzubauen“, berichtet Gabriela Philipp-Plagemann, die in der Fachgruppe Stadtentwicklung für die Brandenburger Ortsteile zuständig ist.

Es soll demnach ebenerdige Toiletten geben. Die Stadt will zudem das Problem lösen, dass bei der Feuerwehr nebenan keine Mädchentoilette existiert, dort aber durchaus etliche Mädchen und junge Frauen aktiv sind.

Kirchturm und Festplatz

Auf die Frage der MAZ, was die Stadt seit der Eingemeindung 2003 in Wust investiert habe, nennt die Verwaltung die Sanierung des Kirchturms im Jahr 2013, welche die Kirchengemeinde beantragt und durchgeführt habe.

Außerdem habe die Stadt im Jahr 2012 den Festplatz hergerichtet. Von den Baukosten von knapp 29.000 Euro habe die Stadt abzüglich der rund 21.500 Euro Fördermittel gut 7000 Euro getragen.

Um den jüngsten Wunsch der Wuster zu verwirklichen, den Sportplatz auch im Hinblick auf die dort aktive Frauenfußballmannschaft zu sanieren, müsste im städtischen Haushalt erst einmal das Geld eingestellt werden.

Mit der öffentlichen Begegnungsstätte will die Verwaltung der Ortsbevölkerung die Möglichkeit geben „zur Teilhabe am Dorfleben und Gemeinschaftsleben“, wie es heißt. Zudem soll ein attraktiver Wohnstandort für Familien geschaffen werden.

Das zwischen Feuerwehr und Kirche gelegene Schulhaus in Wust wurde im Jahr 1904 errichtet, dient aber schon seit 1951 nicht mehr als Schule. Die Kinder aus Wust sind anschließend zunächst im benachbarten Gollwitz und später in Jeserig zur Schule gegangen.

Die Sanierung und der Umbau des Schulhauses im Erdgeschoss kosten Philipp-Plagemann zufolge knapp 115 000 Euro. Das Land fördert das Projekt mit etwas mehr als 85 000 Euro, also zu 75 Prozent. Den Rest übernimmt die Stadt. Der Umbau des städtischen Gebäudes könne wegen der noch ausstehenden Ausschreibung vermutlich erst im nächsten Jahre laufen, heißt es.

Der Ortsbeirat würde den Umbau begrüßen, er wartet aber ab, ob alles auch so kommt wie geplant. Ortsvorsteher Schmidt zufolge muss zunächst die Baugenehmigung rechtzeitig vorliegen, damit die Dorfbegegnungsstätte entstehen kann.

Die Ortsteilpolitiker bewahren sich ihre skeptische Haltung gegenüber der Stadt, der sie vor rund 15 Jahren gegen den Willen der Dorfmehrheit zugeschlagen wurden. Einen Gewinn für ihr Dorf sehen sie darin laut Schmidt nach wie vor nicht. Die Stadt profitiere zwar von den Gewerbesteuereinnahmen des Einkaufszentrums, tue aber wenig für Wust.

Als jüngstes Beispiel nennt Ortsvorsteher Lothar Schmidt das Theater um die Buslinie 554 und die Tatsache, dass die Stadt den Wuster Ortsbeirat darüber und die weitere Planung zur Busanbindung des Ortsteils nicht informiert habe.

Schmidt erinnert daran, dass die AfD bei der vergangenen Bundestagswahl im September 2017 bei der hohen Wahlbeteiligung von mehr als 73 Prozent in Wust fast ein Viertel (24,3 Prozent) der Zweitstimmen gewonnen hat – das beste Resultat für die Rechtspopulisten in der ganzen Stadt.

Der Ortsvorsteher erkennt Anzeichen dafür, dass dieses Ergebnis bei der nächsten Wahl aufgrund der hohen Unzufriedenheit doppelt so hoch ausfallen könnte.

Von Benno Rougk

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