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Brandenburg/Havel Schutzplanken aus Kirchmöser sichern die A 2
Lokales Brandenburg/Havel Schutzplanken aus Kirchmöser sichern die A 2
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02:15 27.11.2017
Neue Leitplanken-Systeme, hier an einer Lärmschutzwand, bieten erheblich mehr Sicherheit für den Autobahnverkehr. Quelle: BBV
Mittelmark

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat für 2,2 Millionen Euro an der Autobahn 2 neue Leitplanken eines verbesserten Models installiert. Produziert wurden die Systeme von der Baustahl- und Blechverarbeitungsgesellschaft mbH & Co.KG (BBV) in Kirchmöser. Sie heißen Super-Rail und Super-Rail Eco und sind bis zu 1,15 Meter hoch.

Leitplanken gibt es seit 1955 in West-Deutschland. Der Ruhrschnellweg bei Bochum war das Pilotprojekt. Seit den 60er Jahren wurden alle Bundesautobahnen mit Mittelleitplanken ausgestattet.

Bricht bei einem Unfall auf der Autobahn ein Auto oder Lastwagen durch die Leitplanken, sind die Unfallfolgen meist besonders drastisch. Die Stahl-Planken sollen Folgen von Unfällen möglichst minimieren, sagt Catrin Lange, Sachgebietsleiterin für Bauüberwachung vom Landesbetrieb Straßenwesen. Die Leitplanken sind passive Schutzeinrichtungen an Autobahnen. Wie nötig sie auch an der Autobahn 2 sind, beweisen die jährlich hohen Unfallzahlen. Allein zwischen Jahresbeginn und dem 20. September zählte die Polizei 356 Unfälle auf der Autobahn 2 zwischen dem Dreieck Werder und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. 406 waren es im Jahr zuvor.

Die bisherigen Schutzplanken wurden vor Jahrzehnten entwickelt und brachten es auf eine Höhe von 0,75 Meter. Eine neue Richtlinie zu Fahrzeug-Rückhaltesystemen brachte 2009 neuen Schwung in die Entwicklung. Seitdem müssen beim Um- oder Ausbau von Autobahnen die neuen Systeme verwendet werden. An der Autobahn 2 sind bisher auf 15 Kilometern diese Super-Rail und Super-Rail Eco verbaut worden.

Hintergrund

Die BBV Baustahl und Blechverarbeitungsgesellschaft mbH & Co.KG produziert als solche seit 1994 Stahlschutzplanken. Die Firmengeschichte reicht bis 1912 zurück, als der aus dem Saarland stammende Rudolf Weber in Brandenburg ein Stahl- und Walzwerk gründete. Das Unternehmen sitzt im Gewerbegebiet Kirchmöser.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat 2009 eine neue Richtlinie herausgegeben für Fahrzeug-Rückhaltesysteme. Darin wird auch geregelt, wo die Schutzplanken angebracht werden müssen, etwa in Kurven oder an Böschungen.

Die bisherigen Leitplanken konnten in Tests einen 10-Tonnen-Lastwagen bei Tempo 70 und einem Anprallwinkel von 15 Grad stoppen. Stehen sie zweireihig auf den Mittelstreifen, schaffen sie das auch für einen 13 Tonnen schweren Bus. Das schafft die Super-Rail schon in einreihiger Bauweise. „Bei zweireihiger Montage im Mittelstreifen ist die Durchbruchsicherheit bei Unfällen wesentlich höher als mit den alten Systemen“, sagt Catrin Lange.

An besonderen Gefahrenstellen reichen allerdings auch solche verbesserten Rückhaltesysteme, wie der Fachmann sie nennen, nicht aus. „Wo Autobahnen über Schnellbahnstrecken führen, müssen Systeme der höchsten Aufhaltestufe montiert werden.“ Diese Auflage wird erfüllt, wenn auch ein 38 Tonnen-Lastwagen von den Schutzplanken abgefangen werden kann.

Für die BBV in Kirchmöser ist der Bau der Super Rail und anderer Systeme „Broterwerb“, sagt Betriebsleiter Bernd Riedel. Die Firma mit 70 Mitarbeitern produziert „mehr als 1000 Teile, die verbaut werden können“, sagt Riedel. Aufträge bekommt die BBV sogar aus dem arabischen Raum und erzielt jährlich rund 25 Millionen Einnahmen.

Die neuen Leitplanken der A 2 bieten gestürzten Motorradfahrern indes laut dem Landesbetrieb Straßenwesen keinen Schutz, unter ihnen hindurch zu rutschen oder an den Pfosten im Sturz hängen zu bleiben. Dafür wäre ein Unterfahrschutz nötig. Der wird laut Catrin Lange jedoch nur in engen Kurvenabschnitten an Autobahnen angebracht. „Und die A 2 führt ja fast nur geradeaus.“

Von Marion von Imhoff

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