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Schwangere Freundin geboxt und getreten

Bewährungsstrafe für Brandenburger (26) Schwangere Freundin geboxt und getreten

Ein 26 Jahre alter Mann aus Brandenburg/Havel, der seine schwangere Partnerin geboxt und getreten hat, kommt noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon. Er hat Glück mit dem Urteil, denn er ist vorbestraft und stand zur Tatzeit unter Bewährung. Seine Freundin hat im Gerichtssaal jedoch einen Meineid geschworen und muss daher mit einer harten Strafe rechnen.

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Die Waagschale neigte sich zugunsten des einschlägig vorbestraften Angeklagten, der seine Freundin angegriffen hatte.

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Jung sind beide, 26 Jahre jung. Doch von einem jungen Glück möchte man nicht schreiben bei dieser Paarbeziehung. Sie streiten, sie beschimpfen einander, legen eine „Beziehungspause“ nach der anderen ein.

Er schlägt sie, wirft eine gefüllte Sprudelflasche nach ihr, tritt sie, obwohl sie im fünften Monat schwanger ist. Er gerät eben nach eigenen Worten „schnell in Rage, wenn ich Recht bin oder das so sehe.“

Sie zeigt ihn erst an und nimmt die Anzeige dann zurück. Sie will nie einen anderen Mann heiraten als ihn. Sie schwört sogar einen Meineid, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Ein einziges Hin und Her

Der Angeklagte hat Glück in dieser Woche vor der Berufungsstrafkammer des Landgerichts Potsdam. Obwohl der Sachverhalt klar ist, benötigt die 6. Strafkammer recht viel Zeit bis zur Urteilsverkündung. Obwohl wenig für den angeklagten Maik S. (26) aus Brandenburg spricht, darf er sich noch ein letztes Mal bewähren und muss nicht für sieben Monate ins Gefängnis einrücken. Jedenfalls wenn er die nächsten fünf Jahre straffrei bleibt und sich daran hält, was Richterin Eibisch ihm auferlegt hat.

Das Amtsgericht Brandenburg hatte Maik S. wegen Körperverletzung vor etwa einem Jahr zu sieben Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Dagegen legten er und sein Verteidiger Matthias Schöneburg Berufung ein.

Erneut bestreitet der wegen Gewaltdelikten vorbestrafte Angeklagte nicht, was am Morgen des 28. Oktober 2013 geschehen ist, also in seiner laufenden Bewährungszeit. Wieder einmal gab es Streit, die Partnerin machte ihm Vorwürfe, weil er ihre Haarschneidemaschine verliehen hatte, ohne sie zu fragen. Der junge Mann mit dem fast ungehemmten Aggressionspotenzial war deshalb „so sauer, dass ich nicht mehr nachgedacht habe“.

Mit der Faust ins Gesicht

Maik S. boxte seiner Verlobte zweimal ins Gesicht, schleuderte sie aufs Bett, auf dem eine Metallleiter lag. Als sie im Zimmer nebenan ihr Handy vom Sofa schnappen wollte, um Hilfe zu rufen, schubste er die Schwangere zu Boden und trat – immerhin ohne Schuhe – gegen ihren Oberkörper. Dann ließ er sie zur Mutter flüchten.

Dem Kind passierte zum Glück nichts, es ist inzwischen anderthalb Jahre alt und lebt wie die fünfjährige gemeinsame Tochter bei der Mutter. Der Vater, der einen befristeten Job hat, lebt seit Jahresbeginn sicherheitshalber in einer eigenen Wohnung.

Obwohl mehrfach gefordert, hat Maik S. bisher weder ein Anti-Aggressionstraining absolviert, noch sich in eine Psychotherapie begeben. Den Täter-Opfer-Ausgleich sabotierte er, weil ihm der Mediator nicht passte.

Gericht glaubt der Frau nicht

Der Stand der Beziehung ist für Außenstehende unklar. Beide behaupten, sie seien verlobt und wollten heiraten. Hätte das Gericht dem geglaubt, hätte die Friseurin nicht als Zeugin aussagen müssen. Richterin Eibisch ließ die Zeugin einen Eid schwören, dass sie miteinander verlobt seien.

Doch aus mehreren Gründen glaubte die Kammer der jungen Frau nicht, so dass sie sich nun wegen eines Meineides verantworten muss. Die Mindeststrafe dafür liegt bei einem Jahr Gefängnis. Trotzdem ist auch sie nach dem Urteil erleichtert. Denn obwohl Oberstaatsanwalt Rolf-Uwe Kurz beantragte, die Berufung zu bewerfen, bekam Maik S. noch einmal Bewährung, vor allem deshalb, weil er die Mutter seiner Kinder seit damals nicht mehr angegriffen hat.

Allerdings darf sich Maik S. fünf Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen, muss bald ein Antiaggressionstraining machen und 300 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten. Sonst müsste er ins Gefängnis.

 

Von Jürgen Lauterbach

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