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Schwankende Gefahr: Kita vor Einsturz gerettet

Sanierung bei den „Kleinen Strolchen“ Schwankende Gefahr: Kita vor Einsturz gerettet

Eigentlich sollte nur das Dach der Kita „Kleine Strolche“ neu gedeckt werden. Doch dann die Überraschung: Die Balken an den Giebelwänden waren durgefault. Damit hatte niemand gerechnet, schnelles Handeln war nötig. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen.

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Aufatmen bei GLM-Expertin Angela Pietzsch, Architektin Monika Siemer und Kita-Leiterin Heike Schrader (v.l.n.r.).

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Es war knapp: Im kommenden Winter hätte das Haus der „Kleinen Strolche“ einstürzen können. Dann hätte die Last des Daches die Giebelwände komplett nach außen weggedrückt. Gerade noch rechtzeitig kam die Sanierung durch das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM der Stadt. Allerdings eher zufällig: „Dieser Schaden war von außen nicht sichtbar, er trat erst zutage, als das Dach abgedeckt wurde“, sagt Architektin Monika Siemer. Die sogenannten Schmuckfetten am Dachstuhl waren komplett verrottet, die Konstruktion wurde teilweise nur noch durch die anmontierten Vogelabweiser-Bleche gehalten. Fetten sind im Dachstuhl die waagerecht liegenden Hölzer, auf denen die Sparren sitzen.

407.000 Euro Kosten

Um 1900 wurde die Backsteinvilla Nicolaiplatz 27 als Wohnhaus des damaligen Gefängnisdirektors errichtet.

Heute wird sie als Kindertagesstätte genutzt.

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt die Einrichtung mit 55 Plätzen.

407.000 Euro hatte die Sanierung gekostet, das Geld kam größtenteils aus dem so genannten Finanzausgleichsgesetz des Landes Brandenburg.

Trotz der zusätzlichen Schäden wurden keine Mehrkosten verursacht.

Bereits im vergangenen Jahr wurden die meisten Fenster erneuert und durch nachgebaute Holzfenster ersetzt, nur sechs Fenster der denkmalgeschützten Villa sind noch original. Auch hier gab es Probleme: „Die Kämpferprofile an den oberen Abschlüssen waren dicker als normal, deshalb wurden störende Steine einfach herausgeschlagen. Wir mussten sehr viel ersetzen“, sagt die Architektin. Zudem wurde der alte, nun nutzlose, Schornstein entfernt.

Mauerwerk trockengelegt

In diesem Jahr musste zuerst das Mauerwerk in der Erde trockengelegt werden, damit die Gerüste gestellt werden konnten. Diese waren sehr breit, weil unten an der Fassade, oben an dem weit auskragenden Dach gearbeitet werden musste.

Gemeinsam wurden riesige Zuganker aus Stahltrossen eingezogen, an den Giebelwänden die Holzteile mit Flachstahlankern gesichert. „Die Wände haben sich dabei definitiv von der Schräge wieder in die Vertikale bewegt. Danach mussten wir nämlich die Fenster neu justieren.“ Schwierig war auch die Farbgebung für die Schmuckhölzer, die aus der Dachkonstruktion ragen, „es gab sehr viele Farbschichten von hellem Grau bis dunklem Rotbraun. Ich bin froh, dass sich die Denkmalschützer fürs Grau entschieden haben, sonst wäre der Kontrast zum Mauerwerk nicht so gelungen“, sagt Angela Pietzsch vom GLM. Sie musste mit den Kollegen vom Denkmalschutz jedes Detail der Sanierungserlaubnis abstimmen.

Ein großes Lob haben die Expertinnen vom Bau noch fürs Kita-Team übrig: „Wir hatten nur drei Wochen Ferien im Haus mit Komplettschließung. Alle anderen Arbeiten wurde bei laufendem Betrieb erledigt. Was macht man aber, wenn die Kinder zwei Stunden Mittagsruhe haben, die Handwerker aber nur eine halbe Stunde Pause machen? Hier hat das Team uns sehr geholfen, indem flexibel immer Räume auf der abgewandten Gebäudeseite belegt wurden“, lobt Architektin Siemer.

Bis zum September soll nun noch der „Wäschekeller“ mit der Dusche saniert werden.

Von André Wirsing

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