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Dumm gelaufen: Einbruchopfer war zu Hause

Anklage wegen schweren Raubes Dumm gelaufen: Einbruchopfer war zu Hause

Erst merkt der Einbrecher nicht, dass der Hausherr auf dem Sofa schläft, dann lässt er sich auf einen Kampf ein und schließlich steckt er vor seinem Fluchtversuch dessen Handy ein. Das Amtsgericht verurteilte den 35 Jahre alten Brandenburger wegen schweren Raubes zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. In seiner Berufung strebt Andreas R. nun ein milderes Urteil an.

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Vor Gericht steht ein 35 Jahre alter Brandenburger wegen schweren Raubes.

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Erst merkt der Einbrecher nicht, dass der Hausherr auf dem Sofa schläft, dann lässt er sich auf einen Kampf ein und schließlich steckt er dessen Handy ein. Das Amtsgericht verurteilte den 35 Jahre alten Brandenburger wegen schweren Raubes zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. In seiner Berufung strebt Andreas R. am Dienstag ein milderes Urteil an.

Der große kahlköpfige Mann im ist seit mehr als zwanzig Jahren immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Dennoch unterscheidet sich der gelernte Konstruktionsmechaniker von vielen anderen Kriminellen. Er hatte keine schwere Kindheit, sieht man davon ab, dass er miterlebte, wie sein Vater die Mutter verprügelte.

Immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt

Doch nach dessen Tod sieht er seinen Stiefvater als seinen wirklichen Vater an. Die Eltern stehen zu ihrem Sohn, unterstützen ihn trotz allem. Auch Andreas R. lässt nichts auf seine Eltern kommen, er erkennt die Schuld bei sich selbst.

Seit dem 14. Lebensjahr nimmt der Angeklagte Drogen: Cannabis, Amphetamine, Kokain. Für Drogen stiehlt er, 15 Vorstrafen hat er auf dem Kerbholz.Therapien hat Andreas R. immer abgelehnt.

Vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Potsdam steht er wegen Einbruchs mit gefährlichem Werkzeug in der Nacht zum 15. Januar 2014 in der Karl-Marx-Straße. Nach einer Party, auf der er Cannabis konsumiert, leiht er sich Einbruchswerkzeug. Mit einem Ziehfix bricht er die Wohnungstür eines Drogenhändlers auf, von dem er glaubt, er sei nicht zu Hause. Im Wohnzimmer entdeckt er das Handy des Dealers und sucht mit dem Handylicht auf dem Tisch nach Rauschgift. Er merkt nicht, dass der Mieter auf dem Sofa hinter dem Tisch schläft.

Überraschung: Dealer doch zuhause

Dann erwacht der Schläfer, erschrickt und gibt Laut. Andreas R. wirft den Tisch um, will sich dahinter verbergen. Er bestreitet, mit einem Monitor auf den Kopf des Dealers geschlagen zu haben. Doch beide Männer rangeln, dann macht sich der Einbrecher samt Werkzeugtasche und Handy aus dem Staub. Die Polizei erwischt ihn, er wird angeklagt.

Der 1,90 Meter große Andreas R., der vor seiner Inhaftierung auf 64 Kilogramm abgemagert war, wiegt inzwischen 90 Kilogramm. Er beteuert, dass er nun „die Schnauze voll“ habe von seinem bisherigen Leben und dass er nun eine Therapie machen wolle. Der ärztliche Gutachter empfiehlt die Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Der Prozess wird am 17. Dezember fortgesetzt.

Von Jürgen Lauterbach

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