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Brandenburg/Havel Schwerer Unfall im gestohlenen Auto
Lokales Brandenburg/Havel Schwerer Unfall im gestohlenen Auto
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02:15 21.10.2017
Das Amtsgericht Brandenburg an der Havel. Quelle: Maloszyk Volkmar
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Brandenburg/H

Dass Männer, die in Deutschland Autos stehlen und sie nach Polen schaffen, vor Gericht ein Geständnis ablegen ist selten. Dem angeklagten Maciej C. bescheinigte die vorsitzende Richterin am Dienstag in Brandenburg/Havel, immerhin zu 80 Prozent geständig zu sein. Das wertete das Schöffengericht strafmildernd. Der 22 Jahre alte Mann aus Polen muss demnächst für ein Jahr und sieben Monate hinter Gitter.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder hatte den jungen Gelegenheitsarbeiter aus der Nähe von Warschau unter anderem angeklagt, sind als Mitglied einer Bande an gewerbemäßiger Hehlerei beteiligt zu haben. Er hatte am 16. Juni dieses Jahres versucht, ein in Magdeburg gestohlenen Mazda in seine polnische Heimat zu bringen. Es blieb beim Versuch, weil er in Höhe von Kloster Lehnin auf der Autobahn so schwer verunglückte, dass eine Weiterfahrt unmöglich war.

Der Angeklagte berichtete, er habe in diesem Sommer in Geldschwierigkeiten gesteckt, der Gerichtsvollzieher habe ihm im Nacken gesessen wegen mehrerer hundert Euro Schulden. In dieser Zeit habe er als Erdbeerverkäufer in Warschau einen Mann kennengelernt, der wegen seines Aussehens den Spitznamen „Kahlkopf“ trug.

Jener Kahlkopf, den er namentlich nicht kenne, habe ihm 1500 Zloty (etwa 350 Euro) dafür geboten, dass er ein Auto von Deutschland nach Polen bringt. Maciej C. ging auf das Angebot ein, obwohl nie einen Führerschein besessen hat. Er fuhr am 15. Juni wie angeordnet mit einem Kleinbus in die Nähe von Magdeburg, wo Kahlkopf ihn abholte und zu dem gestohlenen Mazda aus Magdeburg führte.

Der Angeklagte übernahm das Auto bei kurzgeschlossenem laufenden Motor und tauschte auf dem Weg zur Autobahn die richtigen deutschen in falsche polnische Nummernschilder um. Es war ganz früher Morgen, als Maciej C. sich auf der A 2 Kloster Lehnin näherte. Dann geschah etwas Unvorhergesehenes.

Der offenbar übermüdete junge Mann schlief am Steuer ein und wachte erst auf, als sich gegen 5.50 Uhr der Airbag aufpustete. Im Moment vorher war er mit dem Mazda auf einen Lastzug auffuhr. Der gestohlene Mazda im Wert von etwa 10 000 Euro war hin, am Lastzug entstanden Sachschäden in Höhe von 5000 Euro.

Maciej C. wollte nicht erwischt werden und nahm daher Reißaus. Doch schon wenig später nahm ihn die Polizei auf einem nahen Spargelfeld fest. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Weniger als andere Angeklagte in ähnlichen Fällen versuchte sich der junge Mann auf der Anklagebank herauszureden. Er gab nach kurzen Ausweichmanövern zu, dass ihm klar war, ein gestohlenes Autos zu fahren. Zu seinem Auftraggeber machte er allerdings keine Angaben. Das Brandenburger Schöffengericht erkannte auf eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Maciej C. wird also demnächst zum Haftantritt in Brandenburg geladen.

Bis es soweit ist darf er zurück in seine Heimat. Der Haftbefehl gegen den in Polen vorbestraften Mann ist nach vier Monaten U-Haft aufgehoben, weil das Gericht bei ihm keinen Fluchtanreiz mehr erkennt.

Von Jürgen Lauterbach

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