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Brandenburg/Havel Sehnsuchtsort England: Was Theodor Fontane auf seinen Reisen erlebte
Lokales Brandenburg/Havel Sehnsuchtsort England: Was Theodor Fontane auf seinen Reisen erlebte
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19:49 16.04.2018
Hank Teufer als Theodor Fontane im Plauer Schloss. Quelle: Foto: T. Gränzer
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Brandenburg/H

Schon immer war er ein großer Bewunderer von England. Doch dort gewesen war er bisher nicht. Als ihn ein Freund 1844 zu einer 14-tägigen Reise dorthin einlud, war Theodor Fontane 25 Jahre alt, ledig, und schier außer sich vor Freude.

Seine begeisterten Berichte von diesem Aufenthalt spiegeln seine damalige Liebe zu Land und Leuten deutlich wider.

„Land of Hope and Glory“ singt Ute Beckert die bekannte Hymne von Edward Elgar, begleitet von Dmitri Pavlov am Grandpiano und Silke Rougk an der Violine. Eine wunderbare Einleitung für die Veranstaltung „Mit Fontane nach England“, die am Sonntagnachmittag in Schloss Plaue stattgefunden hat.

Lesung stößt auf reges Interesse

Das Event-Theater spürte Fontanes Erlebnissen in England nach und hat etwa 100 Besucher auf diese „Reise“ mitgenommen. Moderator war Gunter Dörhöfer, der auch für die stimmungsvolle Auswahl der Fontane-Texte verantwortlich ist. Als Theodor Fontane trat Hank Teufer auf, als seine Frau Emilie Karen Schneeweiß.

Besonders beeindruckt ist Fontane von London. Er schwärmt von der Architektur und von den vielen Lichtern in der großen Stadt. Nirgendwo sei Verfall zu entdecken, überall nur Schönheit.

Ob Menschengewühl oder Doppeldeckerbus, ob Kricketspiel in Brighton oder „Tummelplatz der Lust“, wie Fontane eine Vergnügungsschau in Greenwich beschreibt, für ihn ist London die „Quintessenz der ganzen Welt“.

Lange Rückfahrt nach Berlin

Auf der langen Rückreise nach Berlin – allein 43 Stunden war Fontane mit dem Dampfschiff unterwegs, erliegt der Dichter den Reizen einer „äußerst poussierbaren“ jungen Frau, die ihn, nachdem er ihr eine Limonade, einen Gepäckträger und eine Droschke bis vor die Haustür ihrer Berliner Adresse finanziert hat, eiskalt abserviert hat.

Zehn Silbergroschen kostete ihn dieses amouröse Nicht-Abenteuer und die Erkenntnis, ein „Ochse“ gewesen zu sein.

„Ich sitze hier und warte auf Glück“ – so lässt sich der zweite Englandaufenthalt Fontanes, der ein knappes halbes Jahr dauerte, in seinen Worten zusammenfassen. Ein vages Heimatgefühl meint Fontane zu spüren, als er am 23. April 1852 wieder in England eintrifft. Der alte Zauber Londons wirke noch immer, notiert er zunächst begeistert. Allerdings nur, bis er sein Hotel aufgesucht hat.

Hammel und Lachs als Grundnahrungsmittel

Die Unterkunft und das Essen dort (Hammel und Lachs und Hammel und Lachs) empfindet er als so scheußlich, dass Gattin Emilie, die mit Sohn George in Berlin zurück geblieben ist, zum Hotelwechsel rät: 50 Pfund mehr oder weniger, darauf komme es nicht an, gibt sie zu bedenken. Wichtig sei Fontanes Gesundheit, zumal ein zweites Kind unterwegs ist.

Ein dritter Englandaufenthalt (1855-1859), diesmal mit Frau und Kind, schärft Fontanes Blick für die Skurrilitäten des Gastlandes und die Spleens seiner Einwohner.

Fontane macht sich über den Musikgeschmack der Engländer lustig

Er macht sich über den schlechten Musikgeschmack der Engländer lustig („die Musik ist die Achillesferse der Engländer“), witzelt über die „Notsinger“, die mit Straßenmusikanten mitziehen, aber nicht singen können, und beklagt das allgegenwärtige Klaviergeklimper als „Fortepiano-Krankheit“, die nach Europa nun auch England erreicht habe.

Das Publikum im Plauer Schloss hingegen war von der musikalischen Begleitung mit alten englischen Traditionsliedern und Kompositionen wie „Come again“ von John Dowland (1562-1626), „Salut d‘Amour“ von Edward Elgar (1857-1925), „Home sweet home“ von Sir Henry Role Bishop (1786-1855) und anderen hellauf begeistert. Sie haben zusammen mit Fontanes spritzigen Texten eine wunderbare Atmosphäre geschaffen. Very british indeed.

Von Ann Brünink

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