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Selbstbestimmt leben im Alter

Rechtliche Betreuung Selbstbestimmt leben im Alter

Es kommt oft schneller als man denkt und kann jeden treffen – auf einen Schlag ist man durch eine Krankheit nicht mehr in der Lage, eigenmächtige Entscheidungen zu treffen. Zwei Minister werben derzeit daher im ganzen Bundesland dafür, sich frühzeitig Gedanken über das Thema Betreuung zu machen und beispielsweise Vollmachten auszustellen.

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Vorsorgen, um das Leben allein zu gestalten.

Quelle: Jacqueline steiner

Brandenburg an der Havel. Wie möchte man sein Leben im Alter verbringen, wie soll die Betreuungssituation aussehen? Gesundheitsministerin Diana Golze sowie Justizminister Helmut Markov (beide Linke) appellierten am Montagabend im Pfarrsaal der Katholischen Kirche daran, sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen. Die beiden reisen derzeit durch das Bundesland, um für das Thema Vorsorge Werbung zu machen.

Eigene Wünsche formulieren

Hintergrund: Im Land Brandenburg ist seit Jahren die Anzahl der gerichtlich bestellten, rechtlichen Betreuungen auf einem hohen Stand. Es sei jedoch immer besser, wenn Betroffene selbst bestimmen, wie ihr Leben im Alter oder Krankheitsfall aussehen soll, sagte Golze. „Es kann jeden treffen. Keiner weiß, in welche Situation er kommt und ob er dann noch entscheiden kann, wie mit ihm umgegangen werden soll“, ergänzte Justizminister Helmut Markov. Der Betroffene sollte zu diesem Zeitpunkt die eigenen Wünsche bereits formuliert haben, denn Partner oder Kinder dürfen nicht ohne Weiteres entscheiden.

Daher sollte man dies mit einer Vorsorgevollmacht sowie einer Betreuungs- und Patientenverfügung persönlich regeln: Will ich im Notfall künstlich ernährt werden? Wer soll im Falle des Falles mein Vermögen verwalten? Wer darf in meine Krankenunterlagen einsehen oder meinen Mietvertrag kündigen, wenn ich ins Heim muss? Eine wirksame Vorsorgevollmacht kann dann die gerichtliche Bestellung der Betreuung durch Angehörige oder einen Fremden entbehrlich machen.

Vorsorgevollmacht – an alles gedacht?

Ansprechpartner sind in erster Linie die anerkannten Betreuungsvereine und die örtlichen Betreuungsbehörden. Informationen gibt es aber auch beim Hausarzt, bei Notaren und Anwälten. Außerdem gibt es eine Broschüre „Vorsorgevollmacht – an alles gedacht!“ – sie enthält Tipps, Beratungsstellen und Vordrucke und ist bei den Betreuungsvereinen und Behörden erhältlich. Dort kann auch eine Notfall-Checkliste für Angehörige und Betreuer angefordert werden.

Ehrenamtliche Betreuer gesucht

Andrea Makros, seit August Leiterin des Betreuungsvereins Lebenshilfe in der Havelstadt sowie Ralf Stadtmann, Mitarbeiter im Betreuungsverein des Diakonisches Werkes im Kirchenkreis Brandenburg an der Havel, betonten die Wichtigkeit einer Vollmacht, die man auch ohne Notar erstellen kann.

Wer sich für die ehrenamtliche Arbeit als Betreuer interessiert, kann ab Januar immer jeden zweiten Mittwoch des Monats um 15 Uhr in die Räume des Diakonischen Werkes (Damaschkestraße 17) kommen. Karl-Heinz Böhmer beispielsweise arbeitet dort als Ehrenamtlicher und betreut derzeit fünf geistig behinderte Menschen. „Man muss den regelmäßigen Kontakt sicherstellen und sollte in seiner Haltung konsequent sein“, sagte Böhmer über seine Arbeit. „Es sollte alles zum Wohle des Betreuten geschehen.“

Von Melanie Höhn

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