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Brandenburg/Havel Sexualtäter (56) nimmt sich in der U-Haft das Leben
Lokales Brandenburg/Havel Sexualtäter (56) nimmt sich in der U-Haft das Leben
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15:31 30.07.2018
In der JVA Brandenburg haben Justizbeamte am Montagmorgen einen toten Untersuchungsgefangenen in seiner Zelle entdeckt. Quelle: Volkmar Maloszyk
Brandenburg/H

Im Untersuchungsgefängnis in Brandenburg/Havel hat sich in der Nacht zu Montag ein U-Häftling das Leben genommen. Es handelt sich nach MAZ-Informationen um den 56 Jahre alten Mario S., einem zu langjähriger Haftstrafe verurteilten Sexualstraftäter, der sich erneut an minderjährigen Jungen vergangen haben soll.

Das Potsdamer Justizministerium bestätigt am Montag den Suizid eines Gefangenen in der JVA Brandenburg, ohne Einzelheiten bekannt zu geben. Der Untersuchungsgefangene sei gegen 7.30 Uhr tot in seiner Zelle gefunden worden. Daran, dass er sich selbst getötet hat, gebe es keinen Zweifel.

In der Zelle erhängt

Nach Informationen der MAZ hat sich der Brandenburger Mario S. in seiner Zelle erhängt. Ein Motiv könnte das bevorstehende Strafverfahren vor dem Landgericht Potsdam sein.

Dort ist er wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Dem Vernehmen nach hat er sich in Brandenburg/Havel an mehreren minderjährigen Jungen vergangen.

Mario S. war einschlägig vorbestraft. Der Mann, der vor vielen Jahren als Justizbeamter in Berlin gearbeitet haben soll, hat bereits eine zehnjährige Freiheitsstrafe verbüßt, zu dem ein Berliner Gericht ihn verurteilt hatte.

Rückfall nach Entlassung

Soweit bekannt hatte er zwischen 1989 und 1997 in sehr vielen Fällen minderjährige Jungen in verschiedener Weise sexuell missbraucht.

Nach seiner Entlassung aus der Haft im Jahr 2014 ist Mario S. offenbar erneut einschlägig straffällig geworden. Bei einer möglichen erneuten Verurteilung durch das Potsdamer Landgericht wäre die erhebliche Vorstrafe bei der Strafzumessung zu berücksichtigen gewesen.

Sicherungsverwahrung drohte

Außerdem hätte die zuständige Strafkammer mutmaßlich darüber befinden müssen, ob der 56-Jährige nach Verbüßung seiner Strafe in die Sicherungsverwahrung überführt wird. Dann wäre er über die verbüßte Strafe hinaus hinter Gittern geblieben – auf unbestimmte Zeit.

Nach Angaben der Brandenburger Justiz ist der vorliegende Todesfall der erste Fall von Selbstmord in diesem Jahr in einem Gefängnis des Landes Brandenburg. Im Jahr 2015 hatte allein die JVA Brandenburg vier Selbstmordopfer zu beklagen.

Anmerkung der Redaktion

Wir berichten in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, gibt es Hilfe.

Unter der kostenlosen Hotline 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 können Sie anonym mit der Telefonseelsorge sprechen, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnte.

Von Jürgen Lauterbach

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