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Brandenburg/Havel Seniorenbeirat beklagt Fachärztemangel
Lokales Brandenburg/Havel Seniorenbeirat beklagt Fachärztemangel
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00:28 20.11.2015
Andreas Schwark, Vize-Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung, will den Seniorenbeirat, wie er sagt, „beruhigen“. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

Der Seniorenbeirat der Stadt Brandenburg hat am Dienstag einen Fachärztemangel kritisiert. Adressat des Vorwurfs war Andreas Schwark, Vize-Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB). Besonders Hautärzte, Augenärzte und Orthopäden fehlten. Eine Stadt mit 30 Prozent Senioren müsse besser versorgt sein, sagte Beirats-Vorsitzende Renate Scheider. Die bald 76-Jährige forderte, „den großen Fach- und Hausärztemangel in der Stadt zu beheben“.

Renate Schneider ist Vorsitzende des Brandenburger Seniorenbeirats. Quelle: JACQUELINE STEINER

KV-Vize Schwark hielt dagegen, räumte am Ende aber ein, dass die Bemessungsgrundlage für den Grad der Ärzteversorgung überarbeitungsbedürftig sei. Zwar sei das Land Brandenburg deutschlandweit das Schlusslicht bei der Pro-Kopf-Zahl pro Arzt. Landesweit kommen 744 Einwohner auf einen Arzt, bundesweit sind es 666 Einwohner. Doch seit 2005 sei die Zahl der Hausärzte landesweit konstant trotz abnehmender Bevölkerung und die Fachärzte-Zahl sogar steigend, so Schwark.

Die KV zählt Brandenburg und Potsdam-Mittelmark als einen Planungsbereich. Dort gebe es eine Überversorgung an Fachärzten. Auf jeden Hausarzt kämen 1594 Einwohner, landesweit liege diese Zahl bei 1602. In Cottbus dagegen ist die medizinische Versorgung besser: Dort kommen 300 Bürger weniger auf jeden Hausarzt. Bei den Fachärzten kommen in der Stadt Brandenburg und Potsdam-Mittelmark auf jeden Mediziner 1360 Einwohner.

Der KV zufolge gibt es 47 Hausärzte in der Stadt, von ihnen sind 30 Prozent älter als 60 Jahre. Die KV setze sich ein, dass alle Praxen nachbesetzt werden dürfen, so Schwark.

Auf jeden Medizinier kommen 1.360 Einwohner

2014 gab es zwei Neugründungen von Hausarzt-Praxen in der Stadt Brandenburg und 3,5 neue Anstellungen. Das teilte der Sprecher der KVBB, Christian Wehry, mit. „Die Situation ist die, dass die Stadt Brandenburg besser versorgt ist als der Landesdurchschnitt“, sagt Schwark. „Der kleine Pferdefuß ist der, dass Potsdam-Mittelmark und Brandenburg zusammen als ein Bereich gesehen werden und es Engpässe geben könnte.“ Daher setze sich die KV für eine Neugliederung ein, in der auch das Alter und die Sozialstruktur der Patienten vor Ort berücksichtigt werde.

Von Marion von Imhoff

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