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Brandenburg/Havel Seniorenbeirat erhält Kündigung
Lokales Brandenburg/Havel Seniorenbeirat erhält Kündigung
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20:34 15.08.2017
Die Spitze des Seniorenbeirates fühlt sich im Haus der Begegnung in der Jacobstraße 12 nicht mehr erwünscht. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Aufregung in der Jacobstraße 12: Der Seniorenbeirat der Stadt fürchtet um seine Räume im Haus der Begegnung, welches der Alfred-Flakowski-Stiftung gehört.

Beiratsvorsitzende Renate Schneider fürchtet eine massive Verdrängung der mehr als 20 Vereine, Einrichtungen und Institutionen vertreten, die jungen und alten Menschen gezielt helfen. „Die Volkssolidarität, die viele Jahre die Verwaltung ausführte, hat verursacht durch massive finanzielle Forderungen bereits das Haus verlassen. Jetzt haben die anderen Nutzer ebenfalls ihre Kündigungen erhalten.“

In der Tat hat Dana Siegel, Chefin der zuständigen Hausverwaltung Bels, die Kündigung für den Seniorenbeirat erklärt, aber sie ist noch nicht schriftlich auf den Weg gebracht. „Das lag an dem Umstand, dass Fristen einzuhalten sind und die Kündigung aus formalem Grund ausgesprochen werden muss“, sagt Norbert Fröhndrich, Vorstandsvorsitzender der Alfred-Flakowski-Stiftung. Diese will mehrere Büroräume an das SOS-Kinderdorf vermieten, welches Flächen in der Innenstadt sucht.

Hilfe für junge, alte und behinderte Menschen

Die Alfred-Flakowski-Stiftung ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Sie wurde 1993 gegründet.

Zum Stiftungszweck gehören das Fördern der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, das Gesundheitswesen, der Denkmalschutz, die Förderung von Kunst und Kultur und die Unterstützung von Menschen, die wegen ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes Hilfe brauchen.

„Der Seniorenbeirat braucht einen größeren Raum, in dem sich etwa 20 Menschen treffen können. Den sollen sie auch behalten. Zudem beanspruchen sie ein Büro. Wenn der Vertrag mit dem SOS-Kinderdorf zustande kommt, wird dieser Raum dafür gebraucht. Wir würden für den Beirat aber an anderer Stelle Ersatz schaffen“, sagt Fröhndrich. Der Stiftungsvorstand und die Hausverwaltung seien sich darüber einig, dass der Seniorenbeirat weiter im Haus der Begegnung bleiben solle, „dann finden wir auch eine Lösung“.

Renate Schneider hat an vielen Stellen ob der drohenden Kündigung Alarm geschlagen, auch die Stadt bietet Hilfe und Vermittlung an. „Sozialamtsleiterin Kerstin Schöbe wird gemeinsam mit Renate Schneider das Gespräch mit der Hausverwaltung suchen, damit es eine gute Lösung beim Bereitstellen von Räumlichkeiten für den Beirat gibt“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Es habe lediglich Kommunikationsprobleme gegeben, weil bedingt durch die Urlaubs- und Ferienzeit nicht immer alle Ansprechpartner zu erreichen gewesen waren, betont Fröhndrich, der sich bemüht, seinen Ärger zu unterdrücken. „Der Seniorenbeirat hat 15 Jahre lang mietfrei bei uns logiert. Es gab bereits zweimal in der Öffentlichkeit vermeintliche Skandale, immer konnten wir es im Interesse des Beirates klären. So wird es auch diesmal sein.“

„Es gibt viel Leerstand bei mittleren und kleinen Büros und Geschäftsräumen, aber nein, es muss das Haus der Begegnung herhalten, um Büros für das am anderen Ende der Stadt liegende SOS-Kinderdorf herzurichten. Es muss aus wirtschaftlichen Gründen ein Bürohaus werden. Es ist vorgesehen, die ehemalige Bibliothek durch Mauern in kleinere Räume zu unterteilen und dadurch den Zugang zum Sanitärtrakt für andere Hausbewohner zu verschließen“, beharrt Renate Schneider auf ihrem Unverständnis.

Doch sei der Vertrag mit dem SOS-Kinderdorf noch gar nicht fix und müsse noch durch die Gremien. Zudem werde der Zugang zu den Sanitäranlagen für alle Nutzer des Hauses weiterhin gesichert, verspricht der Stiftungsvorstand.

Von André Wirsing

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