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Serieneinbrecher muss viele Jahre ins Gefängnis

Urteil in Brandenburg/Havel Serieneinbrecher muss viele Jahre ins Gefängnis

Patrik G. ist wohl nicht gerade das, was man als professionellen Einbrecher bezeichnen würde. Dennoch wandert er jetzt für mehrere Jahre ins Gefängnis. Kirchmöser, Plaue und Woltersdorf waren seine Einbruchsziele – obwohl er ganz in der Nähe wohnt. Dann vergaß er sein Werkzeug mit seiner DNA, ein anderes Mal wurde er sogar erkannt.

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Quelle: dpa

Brandenburg/H. Das Schöffengericht hat am Freitag nach fünf Prozesstagen den Brandenburger Serieneinbrecher Patrik G. (34) zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und acht Monaten (ohne Bewährung) verurteilt. Der Angeklagte hatte die meisten Straftaten abgestritten, die ihm Staatsanwältin Marion Benkert zur Last legte.

Als im vergangenen Jahr in relativ kurzen Abständen immer wieder in Einfamilienhäuser in Kirchmöser, Plaue und Woltersdorf eingebrochen, vermutete die Brandenburger Polizei, dass der Täter aus der näheren Umgebung stammt. Dieser Verdacht wurde erhärtet, als Beamte in der Nacht des 5. Januar in der Plauer Chausseestraße auf den zur Fahndung ausgeschrieben Patrik G. stießen. Sie glaubten dem großen breitschultrigen Mann nicht, dass der Schmuck, den er bei sich hatte, wie behauptet aus einer Wohnungsauflösung stammt.

Nicht nur ein Dieb, auch ein Fälscher

Bei der Durchsuchung seiner eigenen Wohnung und dem Zuhause seiner Verlobten stießen die Ermittler auf weiteres mutmaßliches Diebesgut: Schmuck und Uhren zum Beispiel. Die Polizei prüfte, welche Stücke einem der rund 15 Wohnungseinbrüchen der jüngeren Vergangenheit zuzuordnen waren. Sechs Einbrüche zwischen März und Silvester 2014 legte die Staatsanwaltschaft Potsdam dem einschlägig vorbestraften Brandenburger zur Last.

Zu seinem Diebesgut gehörten außer Schmuck, Uhren, Geld und EC-Karten auch ein Dekra-Prüfstempel, um falsche TÜV-Bescheinigungen auszustellen, Urlaubsmitbringsel wie Silbermünzen aus Vietnam sowie diverse Familienerbstücke. Ebenfalls zur Last gelegt wurde ihm ein Fall von Hehlerei, denn Patrik G. hatte im November 2013 eine in Kirchmöser gestohlene Kameraausrüstung im wert von 200 Euro in einem Berliner An- und Verkaufsgeschäft zu Geld gemacht.

Patrik G. war alles andere als ein Profi

Durchweg geschickt stellte sich der Drogenkonsument mit dem kahlen Kopf nicht an. In einer der Häuser vergaß er nach getaner Arbeit, seinen Meißel wieder mitzunehmen. Pech für ihn war, dass dieses Werkzeug ausschließlich seine DNA-Spuren aufwies.

Bei einer anderen Gelegenheit konnte er nicht verhindern, dass er den Hauseigentümer weckte, der den flüchtenden Einbrecher, der ihm vom Sehen bekannt war, in jener Vollmondnacht prompt an seiner Statur und seinem Äußeren erkannte. Das Gegenargument, es könnte sich auch um einen der zahlreichen ähnlich aussehenden Brüder gehandelt haben, überzeugte das Schöffengericht Brandenburg nicht.

Hohe Haftstrafe wegen des Vorstrafenregisters

„My Home is my Castle“, diese Grundüberzeugung etlicher Hauseigentümer habe Patrik G. bei seinen Einbruchsopfern schwer erschüttert, sagte Amtsrichterin Susanne Götsche. In ihren eigenen vier Wänden hätten die Bewohner sich fortan nicht mehr sicher gefühlt und daher für viel Geld zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen einbauen lassen. Die Folgen der Einbrüche für die Opfer seien also gravierend.

Angesichts der zehn meist einschlägigen Vorstrafen verhängte das Schöffengericht eine empfindliche Haftstrafe und blieb dabei nur vier Monate unter den vier Jahren, die Staatsanwältin Marion Benkert gefordert hatte. Verteidigerin Verena Duchow sah ihren Mandanten keineswegs der Einbrüche überführt und beantragte daher einen Freispruch. Patrik G. sitzt bereits seit Anfang des Jahres erst in Vollstreckungs- und dann in Untersuchungshaft.

Von Jürgen Lauterbach

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