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Brandenburg/Havel Shakespeare und die Damen
Lokales Brandenburg/Havel Shakespeare und die Damen
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19:23 14.11.2016
Das Künstlerpaar Jacky Gleich und Bruno Blume im Workshop mit den Kindern der Galerie Sonnensegel. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandeburg/H

Der vor 400 Jahren gestorbene William Shakespeare wäre nicht überrascht gewesen über den Wahlsieg Donald Trumps. Die Ereignisse in den USA und viele andere Entwicklungen dieser Tage führen uns eindrücklich vor Augen, wie aktuell die Texte Shakespeares sind. Das Brechen von Normen und Gesetzen im Namen eines gesteigerten Ehrgeizes thematisierte der Dramatiker in Macbeth.

Die Aktualität der Shakespearewerke dürfte auch die Kinder der Galerie Sonnensegel überrascht haben. Dort dreht sich derzeit alles um den Jahrtausenddichter: In Lesungen, Workshops und einer Ausstellung. Die Kinder etwa kreieren in einem Workshop einen Trickfilm zum Stück Romeo und Julia. In einer Lesung trägt der Schweizer Autor Bruno Blume gemeinsam mit zwei Schauspielern seine Neufassungen der sogenannten späten Tragödien Shakespeares vor. Am Wochenende eröffnete in der Galerie eine Ausstellung mit Illustrationen von fünf Künstlerinnen aus Frankreich, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Der Brandenburger Kunstpreisträger, Ronald Paris, steuert ebenfalls Werke zur Ausstellung bei.

Blumes Buch steht im Zentrum des aktuellen Themenschwerpunktes in der Galerie. Die Illustrationen der Künstlerinnen basieren auf seinen Neufassungen. Nicht nur die Tatsache, dass fünf Künstlerinnen die Werke zur Ausstellung liefern, macht den Namen der Ausstellung zum Programm: „Shakespeare-D(R)AMEN“. Blume interpretiert die späten Tragödien mithilfe der Perspektive der weiblichen Figuren. Die Frauenfiguren waren in Shakespeares Werken nie so stark vertreten wie die männlichen. Hinzu kam: Auf der Bühne hatte eine Frau nichts zu suchen. „Teilweise mussten sich die Männer in Frauenkostümen als Männer verkleiden, weil es so im Manuskript stand“, erzählt der Leiter der Galerie, Matthias Frohl, lachend.

Teilnehmer des Projektes bei Sonnensegel. Quelle: JACQUELINE STEINER

Inhaltlich bleiben die Neufassungen Shakespeare. „Durch die Prosa habe ich aber die Möglichkeit, die Gedanken, besonders der Frauen, zu schildern“, sagt Blume. In jeder seiner fünf Neufassungen erzählt eine Frau aus der Ich-Perspektive.

„Ich beginne meine Prosa über Hamlet zum Beispiel mit einem Gedankengang seiner Mutter“, sagt Blume. „So ist es mir möglich, zu erzählen, warum sie wie gehandelt hat.“ Im Laufe der ursprünglichen Geschichte erfährt der Leser, dass Hamlets Onkel der Mörder seines Vaters war. Blume nutzt sein Interpretationswerkzeug der weiblichen Gedanken, um zu erklären: Die Beziehung zu Hamlets Onkel hatte die Mutter schon lange vor dem Tod seines Vaters. Und auch sein Vater hatte eine Affäre. Die Zuschauer der morgigen Lesung können also auf allerlei Verwicklungen gespannt sein.

Die Kinder der Galerie indes malen fleißig Figuren aus dem Stück Romeo und Julia. „Ich finde es schön, weil es mal was anderes ist“, sagt die zehnjährige Lieza Fuhrmann. „Ich kann mir die Geschichte dann bildlich mehr vorstellen.“

Morgen soll der aus den Zeichnungen entstehende Film in der kleinen Revue „Shake Shakespeare“ vorgeführt werden. Um 18 Uhr geht es in der Studiobühne im Brandenburger Theater los. Um 10 Uhr liest Bruno Blume seine Neufassungen im Großen Haus des Theaters. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen kostet jeweils zwei Euro.

Von Annika Jensen

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