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„Sie hatte so schöne Stocklocken“

Erwin Hausmann führte seine Elfi vor 60 Jahren an den Traualtar „Sie hatte so schöne Stocklocken“

In Wusterwitz und Umgebung kennt sie fast jeder, denn Elfriede und Erwin Hausmann haben im ältesten Friseursalon des Ortes ganzen Generationen die Haare schön gemacht. Am Sonntag blicken sie auf 60 gemeinsame Ehejahre zurück.

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Am Salon hängen Erinnerungen. Am Sonntag feiern Elfriede und Erwin Hausmann Diamanthochzeit.

Quelle: MALO

In Wusterwitz und Umgebung kennt sie fast jeder, denn Elfriede und Erwin Hausmann haben im ältesten Friseursalon des Ortes ganzen Generationen die Haare schön gemacht. Am Sonntag blicken sie auf 60 gemeinsame Ehejahre zurück, auf die sie nach der Trauung zur Diamanthochzeit mit Familie und Freunden anstoßen.

Beide sind gebürtige Wusterwitzer und bis 1944 in der Volksschule in eine Klasse gegangen, doch gefunkt hatte es damals nicht. Näher kamen sie sich erst im Herbst 1951, als der junge Erwin, der seine Lehre in Genthin und seine Meisterprüfung in Halle absolvierte, den elterlichen Salon in der Warchauer Straße übernahm. Durch den frühen Tod seines Vaters in der schweren Nachkriegszeit musste sich Erwin Hausmann, der eigentlich Bauingenieur werden wollte, beruflich umentscheiden. Mit seiner Rückkehr hielt in Wusterwitz die Kaltwelle Einzug.

Beim Tanzen im „Deutschen Haus“ und im Strandgarten von Ernst Kaser haben sich Erwin und Elfi ineinander verguckt. Ihr fiel auf, dass er ein fescher Mann geworden war. Er hatte vor allem Augen für ihre schönen langen mittelblonden Stocklocken. Bei Geburtstagsfeiern ihrer Lieben kamen sie sich noch näher. Geheiratet wurde klassisch in Schwarz-Weiß. Erst gaben sie sich vor dem Standesamt im Dorf das Ja-Wort, dann vor dem Traualtar in der Wusterwitzer Kirche. 1955 erblickte Tochter Doris das Licht der Welt, sechs Jahre später Sohn Dietmar.

Auch beruflich gingen die heute 83-Jährigen den Weg gemeinsam. Erst war seine Gattin, die vor der Hochzeit in der elterlichen Landwirtschaft Schwarzlose arbeitete, mithelfende Ehefrau. Um ihre Rente abzusichern, ließ sie sich über die Erwachsenenqualifizierung zur Friseuse ausbilden. Zur Blütezeit hatte der Damen- und Herrensalon vier Beschäftigte, einschließlich Lehrlinge. Erwin Hausmann war 15 Jahre lang Obermeister der Berufsgruppe der Friseure Brandenburg-Land. 1995 gingen beide in Rente und übergaben das Geschäft an Tochter Doris, der Silvia Brechlin zur Seite steht.

Als Rentner kümmern sich die Hausmanns, die sechs Enkel haben, bis heute um Haus, Hof und Garten. Vereist seien sie nie viel, hin und wieder zur Ostsee oder in die Sächsische Schweiz. Er hält der Wusterwizer Feuerwehr seit 69 Jahren die Treue – inzwischen als Ehrenmitglied. Schmunzelnd denkt er an die Zeit zurück, als sein Salon mit aufgeschaltetem Telefon-Notruf 112 zusätzliche Feuermeldestelle war.

Das Diamant-Paar hat zwei Wünsche: Gesundheit, denn beide hatten bereits einige Operationen, und ein langes Fortbestehen des geschichtsträchtigen Salons. Erwin Hausmanns Großvater Hermann hatte noch in der Gartenstraße 1895 die Familientradition begründet. Prominentester Kunde bei seinem Vater und auch noch bei ihm war Puppenvater Götze.

Von Claudia Nack

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