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Brandenburg/Havel Sieben Berufseinsteiger mit guten Nerven
Lokales Brandenburg/Havel Sieben Berufseinsteiger mit guten Nerven
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17:06 18.05.2018
Im Oberlandesgericht haben OLG-Präsident Klaus-Christoph Clavée (rechts) und Justizstaatssekretär Ronald Pienkny (links) sieben neue Gerichtsvollzieher ernannt: Janett Janetzky, Claudia Lorenz, Steve Reichelt Yvonne Börners, Andreas Schmidt, Heike Rochow-Böther und Katrin Garske (v.li.). Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Nach 14 Jahren bekommt das Land Brandenburg erstmals wieder neu ausgebildete Gerichtsvollzieher. OLG-Präsident Klaus-Christoph Clavée und Justizstaatssekretär Ronald Pienkny ernennen an diesem Freitag in Brandenburg/Havel sieben Frauen und Männer, die soeben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

„Der Bedarf an Gerichtsvollziehern ist im land Brandenburg sehr hoch“, sagt Pienky bei der Ernennung im Gebäude des Oberlandesgerichts (OLG) in der Magdeburger Straße und fügt hinzu: „Sie werden sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen können.“

Der Staatssekretär versichert, dass Brandenburg weitere Gerichtsvollzieher benötige und daher bereits seit Januar ein Orientierungslehrgang mit Quereinsteigern laufe. Er hoffe, dass alle zehn Kandidaten die 20 Monate dauernde Ausbildung antreten werden, die im Juli beginnt.

Der Appell des Politikers: „Seien Sie vorsichtig!“

Pienkny beschreibt die Tätigkeit der Gerichtsvollzieher als „schwierig und herausfordernd“. Denn sie hätten oft mit Leuten zu tun, „die auf der Schattenseite des Lebens stehen“ und dem Staat gegenüber negativ eingestellt seien. Sie benötigten gute Nerven. Der Appell des Politikers: „Seien Sie vorsichtig!“

OLG-Präsident Clavée hebt die guten Prüfungsergebnisse der sieben „gestandenen Leute“ hervor, die an der Ausbildungsstätte in Monschau (Eifel) noch einmal die Schulbank gedrückt hätten. Er erinnert an die Not Ende des Jahres 2013.

Weil zu wenige Gerichtsvollzieher tätig waren, sei die Brandenburger Justiz an einem Punkt angelangt gewesen, dass Zwangsversteigerungen nicht mehr sichergestellt waren. Der damalige OLG-Präsident Wolf Kahl habe die Wende mit einer Brandrede im Rechtsausschuss des Landtages in die Wege geleitet.

Ernennung zu Beamten auf Probe

Zwei der neuen Gerichtsvollzieher sind bereits als Beamte in die Ausbildung gegangen. Präsident und Staatssekretär haben die übrigen fünf nun zu Beamten auf Probe ernannt, damit sie die hoheitliche Aufgabe erfüllen können.

Die sieben Neuen sind keineswegs Anfänger, sondern haben schon etliche Jahre als beamte oder Angestellte für Amts- und Landgerichte in Brandenburg oder für die Justizkasse gearbeitet. „Ich wollte eine Veränderung“, begründet Janett Janetzky ihre Berufswechsel, die als Gerichtsvollzieherin fortan in Brandenburg/Havel tätig sein wird.

Anwärter müssen berufserfahren sein

Die weiteren neuen Gerichtsvollzieher sind Yvonne Börners, Katrin Garske, Claudia Lorenz, Steve Reichelt, Heike Rochow-Böther und Andreas Schmidt.

Im Land Brandenburg sind aktuell 118 Gerichtsvollzieher aktiv, berichtet Gudrun Gorlo, Sachgebietsleiterin beim OLG. Anwärter auf diesen Beruf dürfen nicht älter als 44 Jahre sein und sollen eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Justiz oder in verwandten Tätigkeiten haben.

Gerichtsvollzieher sind dem mittleren Dienst zugeordnet und werden nach A 8 oder A 9 besoldet. Hinzu kommt ein Anteil der Gebühren, die sie in ihrer weitgehend selbstständigen Tätigkeit einnehmen.

Von Jürgen Lauterbach

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