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Sitzblockade für die tödlich verunglückte Zaira

Brandenburg an der Havel Sitzblockade für die tödlich verunglückte Zaira

Wahrscheinlich wollte Zaira (10) auf der letzten Fahrt ihres Lebens zur Schachstunde radeln in die Friedrich-Grasow-Straße. Vielleicht auch in die Bibliothek im Bürgerhaus Hohenstücken. Denn das kleine Mädchen aus Tschetschenien starb am 24. Januar.

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Etwa 40 Menschen erinnerten mit einer Mahnwache und Sitzblockade an die tödlich verunglückte kleine Radfahrerin.

Quelle: Heike Schulze

Brandenburg/H. Wahrscheinlich wollte Zaira (10) auf der letzten Fahrt ihres Lebens zur Schachstunde radeln in die Friedrich-Grasow-Straße. Vielleicht auch in die Bibliothek im Bürgerhaus Hohenstücken. Denn das kleine Mädchen aus Tschetschenien, das am Nachmittag des 24. Januar an der Kreuzung Upstallstraße/Rathenower Landstraße in Hohenstücken tödlich verunglückt ist, hat sehr gern gelesen und war eine begabte Nachwuchs-Schachspielerin.

Oft im Schachclub Olga gespielt

„Zaira hat beim U-12-Turnier in Potsdam den ersten Platz belegt“, berichtet ihr trauriger Trainer Ghidali Vaidelsaver, ein in Brandenburger Moldawier, der mit mehr als 40 Kindern aller Altersgruppen im Schachclub Olga den Denksport betreibt. Zaira sei ein sehr freundliches Mädchen gewesen, sagt er. Mit ihrer etwas älteren Schwester und dem kleinen Bruder kam sie in den vergangenen anderthalb Jahren häufig in den Schachclub Olga. Dort konnte es ihr Trainer nicht länger mit ansehen, dass die Kinder mit Rädern vom Schrott umherfuhren.

Neues Fahrrad als Weihnachtsgeschenk

Daher hatte er kurze Zeit vor Weihnachten mit der Mutter der Kleinen neue Fahrräder bei Real gekauft. Spenden hatten das möglich gemacht. Die Räder waren deutlich sicherer, jedoch nicht sicher genug, um das schlimme Unglück am 24. Januar zu verhindern.

Am Freitag versammelten sich etwa 40 Menschen zur Mahnwache an der mit Kerzen und Blumen geschmückten Unglücksstelle. Für zehn Minuten sperrte die Polizei diese Stelle, so dass eine Sitzblockade möglich wurde. Zaira hatte dort am 24. Januar gegen 15.55 Uhr auf das grüne Signal der Radfahrerampel gewartet und war losgefahren, als für sie die Farbe grün aufleuchte.

Ein Lastwagenfahrer aus dem Havelland, aus der gleichen Richtung kommend, hatte das Mädchen und ihr Fahrrad beim Rechtsabbiegen übersehen und mit seinem schweren Fahrzeug überrollt. Noch am gleichen Tag starb Zaira, die mit ihrer Familie in der nahe gelegenen Asylunterkunft gelebt hat, an ihren schweren Verletzungen.

Von Jürgen Lauterbach

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