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Slalom um die Straßensperre

Brandenburg an der Havel Slalom um die Straßensperre

Der ganz normale Wahnsinn: Sperrungen werden ignoriert, die Feuerwehrleute teilweise bei ihrer Arbeit behindert. Viele sind genervt, denken nur an ihr eigenes Fortkommen, vernachlässigen zuweilen die Gefahren, die ihnen selber drohen. Das sah man auch bei den jüngsten Einsätzen zur Sturmschadensbeseitigung.

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Für den Baumschnitt muss die ganze Straße gesperrt sein.

Quelle: Ruediger Boehme

Brandenburg/H. So geschehen am Freitagmittag auf der Ziesarer Landstraße. Nach Bürgerhinweisen und einem anschließenden Begutachten einer angekippten Akazie in der zweiten Reihe neben der Landesstraße wird entschieden, der Baum muss raus. Der nächste Sturm könnte dafür sorgen, dass der Baum quer über die Straße fällt. Noch ist er verkeilt zwischen zwei anderen.

Ein Team der Berufsfeuerwehr um Einsatzleiter Andreas Drobusch ist seit 7 Uhr morgens im Einsatz. Sie haben etliche Gefahrenquellen beseitigt oder Wege frei gemacht. „Wir waren schon in der Franz-Ziegler-Straße, in Klein Kreutz, im Breiten Bruch, in der Anton-Saefkow-Allee, am Fliegerhorst und in der Willi-Sänger-Straße. Seit dem Ausrücken waren wir noch gar nicht wieder in der Wache drin.“ Mit der Drehleiter und dem Gerätewagen sind sie unterwegs. Die beiden großen Fahrzeuge brauchen Platz. Für das Zerlegen des Baumes muss die Ziesarer Landstraße voll gesperrt werden. Das ist gar nicht so einfach. Die Feuerwehrleute bitten bei der Polizeiinspektion um Hilfe, die Beamten schicken eine Funkwagenbesatzung. Sie soll noch in der Wilhelmsdorfer Landstraße vor der Schranke nahe des alten Schlachthofes den stadtauswärts führenden Verkehr anhalten. Stadteinwärts wird der große Gerätewagen der Feuerwehr quer auf der Fahrbahn platziert. Dann nimmt die Drehleiter die gesamte Straßenbreite ein – in zwölf Metern Abstand zum Baum kann sie bis auf 23 Meter Länge ausgefahren werden, das genügt. Zwei Feuerwehrleute steigen in den Korb mit elektrisch betriebenen Kettensägen. Eine davon ist kurz zuvor von einem Kollegen aus der Reparatur gebracht worden, beim Dauereinsatz tags zuvor hatte sie gelitten.
Während das Drehleiterfahrzeug fest aufgebockt schon steht und sich der Korb Richtung Baum bewegt, kommen aus Richtung Stadt mehrere Pkw, fahren teilweise dicht an das Einsatzfahrzeug heran. Immer wieder müssen die Beamten ihnen bedeuten, dass sie aus dem Gefahrenbereich heraus müssen. Am besten drehen und zurückfahren. Ob die Polizisten am Schlachthof zu lax gesperrt haben oder die Autofahrer einfach durchgeschlüpft sind, wissen die Feuerwehrleute nicht. Sie können die Polizisten auch nicht direkt anfunken. Irgendwann reicht es Drobusch, er verständigt seine Leitstelle, sie soll das Problem mit der Polizeiinspektion klären. Zu allem Überfluss kommt auch noch ein Linienbus nach Wilhelmsdorf über die Planebrücke gefahren. Der Fahrer bremst, im Schlepp hat er noch andere Autos, die teilweise auf den Bahngleisen zum Stehen kommen. Wieder müssen die Feuerwehrleute das Chaos entwirren. Der Bus kann nicht wenden, er bleibt am Rand stehen. Alle anderen werden zurückgeschickt. Unterdessen auch Unruhe im Bus, irgendwann öffnete der Fahrer die vordere Tür: Ins hohe feuchte Gras steigen Schülergruppen aus und auch ältere Damen mit ihren Rollatoren. Lieber machen sie sich zu Fuß auf den Heimweg als zu warten, bis die Feuerwehrleute ihre Arbeit gemacht haben.

Von André Wirsing

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