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Brandenburg/Havel So haben die Gemeinden im Kreis abgestimmt
Lokales Brandenburg/Havel So haben die Gemeinden im Kreis abgestimmt
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21:49 25.09.2016
Franz Herbert Schäfer (CDU) gab seine Stimme in Schenkenberg ab. Quelle: JAST
Mittelmark

Es geht um die Wahl des Landrats, der eventuell nach der Kreisgebietsreform 2020 Verwaltungschef von Brandenburg an der Havel werden könnte – auch wenn Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) dies für unwahrscheinlich hält. Schließlich deuten die Zeichen dahin, dass Brandenburg an den Nachbarkreis Havelland fallen würde. Blasig hat zwar die meisten Stimmen auf sich vereint und wurde am Sonntag Wahlsieger. Er muss sich jedoch am 9. Oktober einer Stichwahl stellen, weil er nicht 50 Prozent der Stimmen auf sich beziehen konnte. Hätten die Potsdam-fernen Orte allein gewählt, so wäre wohl AfD-Kandidat Sven Schröder in die Stichwahl gekommen.

Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) wählte an seinem Wohnort in Kleinmachnow. Quelle: Bernd Gartenschläger

Blasig sagte nach der Auszählung: „Ich bedauere, dass ich mein Ziel nicht auf Anhieb schaffen konnte, gefreut hat mich aber, dass so viele ihr Wahlrecht wahrgenommen haben. Nun kommt der Endspurt, ich bin fit, setze wieder auf meine Wähler und hoffe, es gelingt mir der Sieg.“ Franz Herbert Schäfer (CDU) sagte in einer ersten Reaktion auf das vorläufige Endergebnis, „Bürgernähe ist dringend notwendig, wie das AfD-Ergebnis zeigt. Es ist wichtig, diejenigen zu gewinnen, die aus bloßem Protest die AfD gewählt haben und sie davon zu überzeugen, dass die beiden großen Parteien bessere Lösungen aufzeigen als diejenigen, die nur Ängste schüren.“ Zur Wahlbeteiligung von 46,6 Prozent sagte der CDU-Kandidat: „Die für eine Landratswahl relativ hohe Wahlbeteiligung befriedigt mich nicht. Bei den Menschen ist es noch nicht angekommen, dass es eine Landratswahl gibt und sie eine Personenwahl ist. Das ist von den Landräten bisher viel zu wenig kommuniziert worden.“

In Benken ist die AfD gleichauf mit der SPD

Die Stimmenauszählung hat völlig unterschiedliche Ergebnisse in den einzelnen Orten gebracht: In Benken bei Wiesenburg hat der AfD-Kandidat Sven Schröder mit 35,4 Prozent so viele Stimmen geholt wie Amtsinhaber Blasig. Ein völlig anderes Bild in Jeserigerhütten, wenige Kilometer weiter: Dort fuhr Blasig 62 Prozent der Stimmen ein.

In seinem Heimatort Schenkenberg stimmten 299 Wahlberechtigte für CDU-Kandidat Franz Herbert Schäfer. Das entspricht 53 Prozent. Blasig kam dort auf 22 Prozent. In Krielow bei Groß Kreutz hingegen holte die AfD mit 32 Prozent die meisten Stimmen der dortigen Wähler. In vielen Gemeinden lag AfD-Mann Schröder – zwar deutlich abgeschlagen – an zweiter Stelle hinter Blasig wie in Busendorf und Elsholz oder in zwei von drei Wahllokalen in Lehnin. Aber auch dort führte Blasig mit teils 54 Prozent deutlich. In Bergholz holte Blasig fast 80 Prozent, dort landete Schäfer von der CDU bei elf Prozent. Dieser konnte in Groß Kreutz mit 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Blasig kam dort auf 36 Prozent.

Die Landratswahl

Potsdam-Mittelmark, der bevölkerungsreichste Landkreis Brandenburgs, hat am Sonntag zum ersten Mal einen Landratswahl erlebt. 175 000 Bürger waren zur Wahl aufgerufen. Von ihnen sind 46,6 Prozent zur Wahl gegangen.

Es traten fünf Kandidaten gegeneinander an: Wolfgang Blasig (SPD), Frank Herbert Schäfer (CDU), Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke), Andreas Schramm (Piraten) und Sven Schröder (AfD). Es kommt am 9. Oktober zu einer Stichwahl zwischen Blasig und Schäfer.

Im Gemeindezentrum in Michendorf stimmten 26,8 Prozent für den AfD-Mann und 18,8 Prozent für Schäfer. Blasig kam auf 39,8 Prozent. Ganz anders sieht es im nahen Wilhelmshorst aus, wo Schäfer deutlich vor seinem Konkurrenten von der Alternative für Deutschland liegt. Blasig landete dort bei 48 Prozent.

In Brielow liegt Schröder vor Schäfer

In Beelitz stimmten 43,7 Prozent für Blasig, für Schäfer 19,8 Prozent und für AfD-Kandidat Schröder 20 Prozent. Auch in Brielow das gleiche Bild: Schröder mit 23 Prozent vor Schäfer mit 21 Prozent. Blasig holte 43 Prozent. Andreas Schramm von den Piraten landete bei 1,9 Prozent, die Linke mit Klaus-Jürgen Warnick holte zehn Prozent. In Radewege wiederum, wenige Kilometer weiter, war Schäfer sieben Prozentpunkte vor dem Rechtsaußen. In Gortz holte die AfD sogar 32 Prozent, was aber nur 17 Stimmen entspricht.

In Ziesar, einen Steinwurf von Sachsen-Anhalt entfernt, landete die AfD in zwei von drei Wahllokalen ebenfalls vor der CDU auf Platz 2. In der Wahlurne auf der Burg Ziesar zählten die Wahlhelfer 110 Stimmen für Blasig, 89 für Schröder und 86 für Schäfer.

Von Marion von Imhoff

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