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Brandenburg/Havel So kann man Essen vor dem Müll bewahren
Lokales Brandenburg/Havel So kann man Essen vor dem Müll bewahren
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18:52 16.05.2018
Antonia Liebsch, Zoi Müller und Anna-Lena Neumann (von links) hatten die Idee zum Foodsharing-Workshop im HdO. Quelle: Christine Lummert
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Brandenburg/H

Eine braune Stelle am Apfel oder der Joghurt hat das Haltbarkeitsdatum um zwei Tage überschritten – für viele ist das Grund genug, um zum Mülleimer zu laufen. Im Durchschnitt wirft jeder Erwachsene in Deutschland 82 Kilo an Lebensmitteln in den Müll. Umgerechnet in bares Geld sind das etwa 235 Euro.

Für Antonia Liebsch, Zoi Müller und Anna-Lena Neumann ist klar, dass das auch anders gehen muss. Mit weiteren Mitstreitern aus der Ortsgruppe der Grünen Jugend in Brandenburg an der Havel haben sie sich Gedanken gemacht und sind auf die Internetplattform foodsharing.de (Essen teilen) gestoßen.

Es gilt, Lebensmittel zu retten

Dort sind etwa 200.000 Menschen angemeldet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Lebensmittel zu retten. Was dahinter steckt und ob sich das Konzept auch in der Stadt Brandenburg verwirklichen ließe, wurde am Dienstagabend im Haus der Offiziere diskutiert.

Mit Antje Jakupi hatten die drei Veranstalterinnen eine offizielle Botschafterin der Foodsharing-Plattform eingeladen, die seit 2014 in dem Netzwerk aktiv ist. „Als studierte Biologin war mit der schonende Umgang mit unseren Resourcen schon immer nahe und die Idee Lebensmittel vor dem Müll zu retten, richtet sich an jeden“, sagte Jakupi vor 16 meist sehr enthusiastischen Zuhörern, die Ideen sammelten.

Foodsharing-Botschafterin Antje Jakupi bei einer ersten Info-Veranstaltung im Haus der Offiziere. Quelle: Christine Lummert

Das Internetnetzwerk funktioniert auf mehreren Ebenen. „Interessierte melden sich erst einmal als Foodsharer auf der Plattform an und können dann selbst Lebensmittel, die sie nicht brauchen, aber in jedem Fall noch genießbar sind, in sogenannten Essenskörben anbieten“, erklärte Jakupi.

Umgekehrt sehen die angemeldeten Foodsharer auch, wer in der Nähe etwas zu geben hat. „Ganz wichtig ist immer, dass alles ohne Bezahlung weitergegeben wird“, erklärte Jakupi eine der wichtigsten Grundregeln.

Alle Menschen sind angesprochen

Foodsharing soll sich an alle richten, vom Rentner über Studenten bis hin zum Arztehepaar oder Hartz-IV-Empfängern. „Niemand muss eine Bedürftigkeitsprüfung durchlaufen, denn bei uns stehen einfach die geretteten Lebensmittel im Vordergrund, die noch einen Abnehmer finden sollen“, sagte die Foodsharing-Botschafterin.

Die Weitergabe unter Privatleuten ist die eine Sache. Die Internetplattform betreibt aber auch sogenannte Fair-Teiler, die an bestimmten Ort in einer Stadt aufgestellt werden können und von denen sich jeder die Lebensmittel einfach mitnehmen kann.

In einem Quiz qualifizieren

Diese Stellen zu bestücken, ist die Aufgabe der Foodsaver (Essenbewahrer). „Dafür muss man sich in einem Quiz auf unserer Internet-Plattform qualifizieren und drei sogenannte Einführungsabholungen mitmachen“, erklärte Jakupi.

Die Foodsaver stehen in Kontakt mit Geschäften, die bestimmte Lebensmittel nicht mehr zum Verkauf anbieten können, die aber durchaus noch essbar sind.

Foodsaver holen ab und verteilen

Die Foodsaver holen die Sachen dann ab und verteilen sie weiter. „Wir wollen der Tafel keine Konkurrenz machen und wenn ein Geschäft schon eine bestimmte Strategie für ihre Lebensmittel gefunden hat, fragen wir woanders nach“, sagte Jakupi.

Die Foodsharing-Botschafterin empfahl der sich bildenden Brandenburger Gruppe klein anzufangen. Eine Bäckerei, ein kleines Café oder der Bioladen um die Ecken könnten erste Partner werden. Sind erst einmal genügend Menschen gefunden, die regelmäßig Zeit finden, um die geretteten Lebensmittel abzuholen und weiter zu verteilen, wächst das Netzwerk meist automatisch.

Von Christine Lummert

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