Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel So stark sind die Grundwasserstände in der Stadt gesunken
Lokales Brandenburg/Havel So stark sind die Grundwasserstände in der Stadt gesunken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:47 28.11.2018
Wegen des heißen Sommers sinken die Wasserpegel. Auch in den großen Flüssen der Republik. Hier: Der Rhein in Düsseldorf (Symbolbild). Quelle: Federico Gambarini/dpa
Brandenburg/H

Nach dem langen trockenen Sommer und Herbst ist der Befund wenig überraschend. Die Grundwasserstände sind im gesamten Stadtgebiet von Brandenburg/Havel seit dem Juni dieses Jahres deutlich gefallen und stagnieren weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das berichtet Kathleen Garz, die in der Stadtverwaltung das Fachgebiet Wasser leitet. Die promovierte Agrarwissenschaftlerin bezieht sich dabei auf Datenmaterial des Landesamtes für Umwelt (LfU).

Wenn der Grundwasserspiegel erheblich sinkt, leiden Bäume, trocknen Boden und Brunnen aus, wird schädliches Kohlendioxid freigesetzt. In Brandenburg/Havel steht das Grundwasser tief wie selten.

Folge der Trockenheit und der damit verbundenen Grundwasserabsenkung kann beispielsweise eine erhöhte Freisetzung von klimaschädlichem Kohlendioxid sein, wenn Moore austrocknen, erklärt die Fachgruppenleiterin. In Brandenburg/Havel durchaus ein Problem, denn 22 Prozent des Stadtgebiets besteht aus Moor.

Auf lange Sicht besteht nach Angaben von Kathleen Garz zudem die Gefahr, dass Brunnen austrocknen können. Bisher ist das noch nicht der Fall. Für Bäume bedeutet ein stark gesunkener Grundwasserspiegel, dass sie Mühe haben, dem Boden Wasser zu entziehen.

Bereits im Frühjahr hatte die Stadtverwaltung der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt, dass viele Bäume und Pflanzen angesichts der anhaltend viel zu geringen Niederschlagsmenge gefährdet seien.

Bis zu einem halben Meter

Teilweise sind die Grundwasserspiegel an den Brandenburger Messstellen in der zweiten Jahreshälfte bis zu einem halben Meter unter das langjährige Mittel gesunken, mancherorts sogar bis zum Minimum, das in den vergangenen dreißig Jahren festgestellt wurde.

Die Grundwasserstände sind im gesamten Stadtgebiet von Brandenburg/Havel seit Juni 2018 deutlich gefallen. Die Skala links gibt an die Meter unter der Geländeoberkante, die Skala rechts die Meter über Normalhöhennull. Quelle: Landesamt für Umwelt Brandenburg

„In den vergangenen zehn Jahren, seit detailliert gemessen wird, haben wir Vergleichbares im Stadtgebiet noch nicht erlebt“, berichtet Kathleen Garz. Sie weist darauf hin, dass die Grundwassermessstellen relativ nah an oberirdischen Gewässern liegen. „Das hat den Rückgang der Grundwasserstände vermutlich abgepuffert.“

Künstlich hochgehalten

In der Havel wurden die Wasserstände über das Stauregime den gesamten Sommer künstlich hochgehalten. Doch an Gewässern wie der Plane, bei denen das in solchem Ausmaß nicht möglich war, sind die Wasserstände deutlich zurückgegangen bis hin zum Austrocknen.

Stark ausgetrocknete Böden bedeuten, dass die Wasseraufnahme erschwert wird. Selbst wenn es regnet, fließt das Wasser erst an der Oberfläche ab, ehe neues Grundwasser gebildet wird.

Die Bedeutung des Grundwassers

Das Trinkwasser in Brandenburg wird zu mehr als 94 Prozent aus Grundwasser gewonnen, berichtet das Landesamt für Umwelt in Brandenburg.

Außer als Quelle des Trinkwassers speist das Grundwasser auch die Oberflächengewässer. Viele Feuchtgebiete verdanken ihre Existenz einem oberflächennahen Grundwasserstand.

Damit bilden Schutz und Überwachung der Grundwasserressourcen eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Wasserversorgung, die Reinhaltung von Flüssen und Seen sowie den Erhalt von Biotopen.

Die Grundwasserstände werden täglich oder wöchentlich gemessen.

Diese Daten können unter „Datenanfrage Grundwasserständeauf der Internetseite der Behörde aufgerufen werden.

Von den 2140 Messstellen im Land Brandenburg liegen sieben auf dem Stadtgebiet. Sie befinden sich in Schmerzke, an der Wilhelmsdorfer Landstraße, in Wilhelmsdorf, Neuendorf, Plaue-Charlottenhof, Plaue-Plauerhof und Brandenburg/Schindelbruch im Norden der Stadt.

Von Jürgen Lauterbach

Die Tutus könnten schmutzig geworden sein, gestohlen wurden sie den russischen Tänzerinnen nach ihrem Auftritt im Brandenburger Theater immerhin nicht. Unbekannte haben Montagnacht Kostüme auf die Straße geworfen.

27.11.2018

Das Älter werden kann entspannt gelingen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Ein Mangel an Pflegekräften und Geld sind große Problemfelder, die im Fokus des Expertengesprächs im Paulikloster standen.

27.11.2018

Ein lauter Knall schreckte die Menschen am Montag kurz vor Mitternacht auf dem Görden hoch. In der Berner Straße war ein Automat gesprengt worden.

27.11.2018