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So wäscht man sich richtig die Hände

Zum Tag der Handhygiene So wäscht man sich richtig die Hände

Die richtige Händewaschroutine kann Krankheiten vorbeugen und Leben retten. Doch Studien zeigen, dass es viele Menschen bei diesem Thema nicht ganz so genau nehmen. Im Krankenhaus jedenfalls ist die richtige Handhygiene das A und O. MAZ-Volontärin Melanie Höhn hat sich anlässlich des Tags des Händewaschens einmal umgehört.

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Richtiges Händewaschen kann Durchfall- und Atemwegserkrankungen vorbeugen, aber vor allem der Volkskrankheit Grippe.

Quelle: Melanie Höhn

Brandenburg an der Havel. Nur ein Händedruck genügt, schon hat man vielleicht Bakterien oder Viren an den Fingern, die einen Moment später unbedacht Mund oder Nase berühren. Eine leidige Erkältung ist oft die Folge. Umso erschreckender ist es, eine britische Studie von Wissenschaftlern um Gaby Judah von der London School of Hygiene & Tropical Medicine zu lesen: Demnach waschen sich nur 32 Prozent der Männer nach einem Toilettengang die Hände mit Wasser und Seife, bei Frauen liegt der Anteil immerhin bei 64 Prozent. Kein Wunder also, dass es oft zu Erkrankungen kommt, denn etwa 90 Prozent der Erreger gelangen über die Hände in den Körper.

Klomann Anton Chekarliev von der Firma Pego Clean GmbH, die in der St.-Annen-Galerie die Toiletten betreibt, beobachtet oft die Händewaschroutinen etlicher Passanten. „Ich würde sagen, dass nur etwa 60 Prozent der Menschen, die hier jeden Tag ein und ausgehen, ihre Hände waschen.“

Millionen sterben an Durchfallerkrankungen

Um die Sicherheit von Patienten und die generelle Händewaschhygiene zu erhöhen, rief die Weltgesundheitsorganisation (Who) 2008 den internationalen Händewaschtag ins Leben. Zielgruppen sind vor allem öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Altenheime und Krankenhäuser. Weltweit sterben jährlich etwa 3,5 Millionen Kinder an Durchfall- oder Atemwegserkrankungen, dabei sind Länder wie Afrika und Asien besonders betroffen. Wenn Händewaschen mit Seife zu einer Gewohnheit werde, reduziere dies das Risiko von Durchfallerkrankungen um mehr als 40 Prozent und von Atemwegsinfektionen um fast 25 Prozent, heißt es von Unicef.

Wie also wäscht man sich richtig die Hände? Eine, die es wissen muss, ist die Hygienefachschwester Christiana Kloas vom Sankt-Marienkrankenhaus in Brandenburg an der Havel. „30 Sekunden lang mit lauwarmem Wasser waschen, heißes Wasser reizt die Haut zu sehr. Sie wird spröde und da können sich Erreger leichter absetzen“, erklärte sie. Die Seifenlösung sollte komplett abgespült werden, sonst werden die Hände zu sehr strapaziert. Auch gut abtrocknen ist wichtig: Viele Mikroorganismen werden durch feuchte Hände übertragen und der Schutzmantel der Haut wird dadurch angegriffen.

Bei sichtbar verschmutzten Händen, nach der Toilette, vor dem Essen, vor dem Zubereiten von rohen Mahlzeiten wie beispielsweise Salat und nach dem Handhaben von rohem Fleisch sollten die Hände immer gründlich gewaschen werden. Im persönlichen Umfeld sei das Waschen mit Wasser und Seife völlig ausreichend. Handcreme sei vor allem im Winter wichtig, damit die Hände nicht spröde werden. „Sollten Sie zu Hause einen Angehörigen pflegen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt, ob eine Händedesinfektion anzuraten wäre“, sagte Kloas.

Im Krankenhaus wird desinfiziert

Im Krankenhaus jedenfalls ist das Händewaschen nicht ausreichend, hier wird mehrmals am Tag desinfiziert. Schon seit acht Jahren veranstaltet Christiana Kloas deshalb den „Aktionstag saubere Hände“ und informiert über richtige Hygieneroutinen. 30 Proben von Mitarbeitern nahm sie im Vorfeld und steckte sie für 48 Stunden in den Brutkasten. Anschließend analysierte sie zusammen mit der Mikrobiologin Margret Seewald die Ergebnisse. Vor allem Keime wie Staphylokokken sind gefährlich, können aber durch eine gründliche Desinfektion abgetötet werden. „Viele Erreger gehören zu einer normalen Flora, aber einige machen auch krank“, informierte Margret Seewald.

Im Krankenhaus müssen aber nicht nur die Hände, sondern auch beispielsweise der Ultraschallkopf, die Blutdruckmanschette oder das Stetoskop regelmäßig desinfiziert werden. Vor allem nach dem Anfassen der Krankenakte, die durch viele Hände geht, sei Vorsicht geboten. Wichtig sei auch, mit den Händen nicht ins Gesicht zu fassen.

Ines Lehnert, Fachberaterin für Desinfektion, hatte am Aktionstag noch einen weiteren Tipp für mehr Hygiene im Alltag: „Keine Stückseife benutzen, denn dort bleiben Bakterien und Viren eher hängen.“ Nichts hielt sie von den Waschseifen mit Desinfektion: „Hier wiegen sich die Leute in falscher Sicherheit, diese Seifen erreichen bei akuten Erkrankungen nicht die Wirksamkeit der richtigen Mittel.“ Unter Schwarzlicht konnte bei ihr geprüft werden, ob man richtig desinfiziert hatte. Am Ende des Aktionstages war die Mikrobiologin Seewald mit der Hygiene der Mitarbeiter zufrieden: „Die meisten waren sehr vorbildlich.“

Von Melanie Höhn

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