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Brandenburg/Havel Sommer macht Mittagspause auf dem Beetzsee
Lokales Brandenburg/Havel Sommer macht Mittagspause auf dem Beetzsee
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02:16 29.08.2015
Hans-Jürgen Medow auf dem Beetzsee. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg an der Havel

Hans-Jürgen Medow (63) gibt Gas. Für den Achtzylinder unter der Abdeckhaube seines Supra Sportbootes ist es mit der Schleichfahrt auf dem Beetzsee vorbei. Plötzlich röhrt der Motor auf, das Schleppseil strafft sich. Am anderen Ende liegt Ehefrau Silvia mit angewinkelten Knien im Wasser, hält den zwischen ihren Skispitzen liegenden Griff fest. Dann tun 330 PS ihren Dienst. Ehe sie sich versieht, fährt sie übers Wasser. Ein geglückter Start. Wie schon tausende Male zuvor.

Unterschiedliche Zeiten

Wasserski erfreut sich rund um Brandenburg in den warmen Monaten einer großen Beliebtheit. Die drei ausgewiesenen Strecken auf dem Beetzsee, dem Möserschen See sowie auf der Havel bei Tieckow werden auch von vielen Besuchern aus anderen Regionen angesteuert.

Zulässig ist die Sportart nur auf speziell gekennzeichneten Strecken und zu genehmigten Zeiten sowie bei klarer Sicht. Die Öffnungszeiten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang können je nach Gewässer, Anlage und Bundesland unterschiedlich sein.

Die große Freiheit liegt für die Medows auf der Havel und ihren Seen. Seit 1978 gehören sie zur Wasserski-Szene. Sein Hobby hat das Ehepaar von der Pieke auf gelernt. Auf heimischen Gewässern erlebten die beiden Brandenburger Sternstunden des Sports. Auf dem Paarski, dem Monoski und in der Barfuß-Version. Bis heute sind die Medows vom Slalomfahren im Kielwasser nicht mehr losgekommen. Der Sommer 2015 wird für die Ski-Fahrer auf dem Wasser unvergesslich bleiben. „Das Wetter ist der blanke Wahnsinn. Wir sind jedes Wochenende draußen“, schwärmt Hans-Jürgen Medow.

Relativ kurze Saison

Kein Wunder: Die Saison ist relativ kurz und Wasserski ist nicht überall erlaubt. Ihr Hobby dürfen die Fans nur auf dafür genehmigten Strecken ausüben. Blaue Tonnen trennen das Terrain von der übrigen Wasserfläche ab. Rund um Brandenburg gibt es drei Wasserskistrecken: Auf dem Großen Beetzsee vor Brielow, auf dem Möserschen See bei Kiehnwerder und auf der Unteren Havel bei Tieckow. Zeitlich begrenzt von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. Problem: Weil Wasserski immer beliebter wird, drängen sich vor allem an den Wochenenden die Power-Boote auf den abgegrenzten Flächen.

Silvia Medow in ihrem Element. Quelle: JACQUELINE STEINER

„Jeder will seinen Spaß haben. Aber gerade für Anfänger ist es bei Hochbetrieb nicht leicht im eigenen Fahrwasser zu bleiben“, berichten die Medows aus eigener Erfahrung. Ihr Vorschlag: Zumindest in der Woche sollte die vorgeschriebene Mittagspause auf den Prüfstand gestellt werden. „Mehr Zeit würde den Ansturm entzerren. Außerdem sind die Motoren längst nicht mehr so laut wie früher. Andere Boote dürfen zu dieser Zeit fahren“, argumentiert Hans-Jürgen Medow.

Verwaltung will Zeitfenster nicht ausdehnen

Festgelegt hat die Öffnungszeiten das Wasser- und Schifffahrtsamt als Bundesbehörde, weil sich alle drei Standorte im Bereich von Bundeswasserstraßen befinden. In der Behörde sieht man derzeit keinen Grund an den Zeitfenstern für Wasserskisportler etwas zu ändern. Vereine dürfen unter bestimmten Auflagen ohnehin bis Sonnenuntergang auf dem Wasser unterwegs sein.

„Die Zeiten sind zwar nicht in Stein gemeißelt, doch Privatleute haben bisher noch keinen Änderungsantrag gestellt. Die Mittagspause ist ein Zugeständnis an den übrigen Boots- und Schiffsverkehr. Denn auf dem Wasser müssen wir viele Interessen unter einen Hut bringen. Dass wir damit dem allgemeinen Ruhebedürfnis entgegenkommen, ist für Anwohner sicher ein positiver Nebeneffekt“, sagte Sachbearbeiter Olaf Sill der MAZ auf Nachfrage. Auch eine Neuausweisung von Wasserskistrecken ist derzeit nicht geplant. Dafür hoffen Hans-Jürgen und Silvia Medow auf einen schönen Spätsommer. So lange wie möglich wollen sie die große Freiheit auf dem Wasser genießen.

Von Frank Bürstenbinder

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