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Sommerschluss: Handel umwirbt die Kunden

Satte Rabatte Sommerschluss: Handel umwirbt die Kunden

Große rote Banner zieren die Bekleidungsgeschäfte derzeit in der Brandenburger Innenstadt. Viele Händler geben seit der vergangenen Woche fleißig Rabatte auf ihre Ware. Was dabei auffällt: Noch sind es vor allem die großen Ketten, die mit satten Rabatten werben. Doch die kleinen Läden wollen bald nachziehen.

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Satte Rabatte warten in den Geschäften auf die Kunden.

Quelle: fotos: Annika Jensen

Brandenburg/H. Große rote Banner zieren die Bekleidungsgeschäfte derzeit in der Brandenburger Innenstadt. Viele Händler geben seit der vergangenen Woche fleißig Rabatte auf ihre Ware. Was dabei auffällt: Noch sind es vor allem die großen Ketten, die mit satten Rabatten werben.

Die kleinen, privat geführten Läden wollen erst in drei Wochen ihre Waren reduzieren. „Wir halten uns an das traditionelle Datum Ende Juli. Die Kunden akzeptieren das auch“, sagt Yvonne Jahr von der Modegalerie in der Steinstraße. „Das hat sich bewährt. Außerdem haben wir ohnehin nicht so ein großes Angebot, das wir noch reduzieren könnten. Die Sommerkollektion hat sich schon in den letzten Monaten sehr gut verkauft.“

„Sale“ zieht immer – es winken satte Rabatte in den Brandenburger Läden

„Sale“ zieht immer – es winken satte Rabatte in den Brandenburger Läden.

Quelle: Jensen

In die gleiche Kerbe schlägt Karola Schultze vom Schuhhaus Salmann. „Viele Schuhe sind nicht mehr übrig. Unseren Sommerschlussverkauf machen wir aber auch sehr vom Wetter abhängig. So kann es sein, dass wir die Sommerware früher verkaufen als in den Jahren zuvor – oder eben später“, sagt die Verkäuferin.

Seit Abschaffung des offiziellen Sommerschlussverkaufs können die Bekleidungsgeschäfte frei entscheiden, wann sie ihre Ware zum reduzierten Preis anbieten. In zahllosen Geschäften sind die Reduzierungen deshalb über das ganze Jahr verteilt im Programm, die Grenzen verschwimmen. Im Sommer und auch im Winter bieten die Händler aber immer noch auffallend mehr reduzierte Ware an.

Rabatte nach Belieben

Im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vom 7. Juni 1909 wurden Saisonschlussverkäufe erstmals reglementiert. Ein Grund war, dass bis dahin nur Beamte und Werksangehörige Chancen auf Werksverkäufe hatten.

1950 führte das Bundeswirtschaftsministerium die „Verordnung über Sommer- und Winterschlussverkäufe“ ein.

Der Einzelhandel durfte fortan zwei Saisonschlussverkäufe pro Jahr durchführen: Der Winterschlussverkauf fand jährlich in der letzten Januarwoche und ersten Februarwoche statt, der Sommerschlussverkauf in der letzten Juliwoche und der ersten Augustwoche.

Die Saisonschlussverkäufe hatten eine Dauer von je zwölf Werktagen und waren beschränkt auf saisonabhängige Waren wie Textilien, Bekleidungsgegenstände, Schuhwaren, Lederwaren und Sportartikel.

Seit Inkrafttreten der Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb aus dem Jahr 2004 können Saisonschlussverkäufe nach Belieben durchgeführt werden und sind nicht auf Saisonwaren beschränkt.

Die großen Ketten beginnen früher mit ihren Aktionen. Der Grund ist simpel: Der Konkurrenzdruck ist sehr groß. „Handel ist Wandel“, sagt zum Beispiel Sigrid Kaiser von Jeans Fritz. „Wenn die anderen reduzieren, dauert es nicht lange und wir bekommen von der Zentrale die Anweisung, auch die Preise herunterzusetzen.“ Die Kunden nähmen diese frühen Rabatte gut an und haben bereits einen Riecher dafür entwickelt.

„Sie merken, dass die Reduzierungen anstehen“, sagt Kaiser. „Sie schauen schon, wenn wir nur etwas umräumen.“ Das tut auch Benjamin Wendt. Er geht gern in der City shoppen und ist begeistert vom frühen Schlussverkauf einiger Geschäfte. „Ich schaue gerne auf Rabatte. Bei teuren Marken lohnt sich das natürlich besonders. Der Sommer fängt ja jetzt erst an, da macht der Kauf jetzt am meisten Sinn.“

Einige Händler sind in Laufe der Zeit kreativ geworden, wenn es darum geht, Kunden in die Geschäfte zu locken. So gibt es Aktionen wie die „Happy Days“ oder – passend zum Fußball-Event- EM-Specials. Bei einem richtig getippten Spielergebnis gibt es dabei die Ware zum halben Preis.

In den Bekleidungsgeschäften ist der Sommer also bereits angekommen. Auch die privaten Händler werden zeitnah nachziehen und die Preise zum Teil drastisch senken. Eine Ausrede für eine veraltete Sommerkollektion im heimischen Kleiderschrank wird also immer schwerer zu finden sein.

Von Annika Jensen

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