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Brandenburg/Havel Sonderführung: Domstiftsarchiv zeigt seine ältesten Fotografien
Lokales Brandenburg/Havel Sonderführung: Domstiftsarchiv zeigt seine ältesten Fotografien
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18:23 28.09.2018
In diesem Fotoalbum stecken die ältesten Ablichtungen des Domstiftsarchiv: Interessiert schauen die Besucher der Sonderführung hinein. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Höhlenwände, Tontafeln, Papyrus, Papier – seit Urzeiten speichert der Mensch Informationen auf unterschiedlichen Materialien. Ein relativ junges Medium ist dahingehend die Fotografie. Die Sonderführung „Abgelichtet: Historische Fotografien im Domstiftsarchiv“ verdeutlichte am Donnerstag in der Petrikapelle am Dom in Brandenburg an der Havel die Entwicklung des Ablichtens und zeigte einige besondere fotografische Schätze aus dem Archiv des Doms.

„Fotos in Pfarrarchiven sind eine Besonderheit“, sagt Konstanze Borowski (55), Archivarin des Domstiftsarchivs. „Fotografische Hinterlassenschaften sind sonst normalerweise nur in Museen zu finden.“

Im Domstiftsarchiv schlummern viele Fotografien historischer Stadtansichten. Quelle: Tobias Wagner

Die Arbeit mit den historischen Aufnahmen sei schwierig, oftmals sind die alten Fotos lediglich lose in Kartons gelagert und Bezeichnungen fehlen. „Das ist eine richtige Detektivarbeit herauszufinden, wer von wem wann abgebildet wurde“, sagt Borowski. „Anhand der Kleider lässt sich zumindest ein ungefähres Datum bestimmen, der Rest ist schwierig.“

Die erste erfolgreich aufgenommene und erhaltene Fotografie der Welt wurde 1829 von Joseph Nicéphore Nièpce in Frankreich hergestellt und zeigt den Blick aus dessen Arbeitszimmer. Bevor die Farbfotografie ab Mitte der 1930er Jahre breite Verwendung fand, kolorierten geschickte Handwerker die schwarz-weißen Bilder mit Pinsel und Farben.

Ein Beispiel dieser Arbeit ist eine Ansichtskarte im Besitz des Domstiftsarchiv. Das Bild von 1910 zeigt Dorfbewohner vor einer Bäckerei in der Ortschaft Quitzöbel in der Prignitz. Auf der Karte leuchtet das Dach der Bäckerei auffallend rot.

Das Domstiftsarchiv Brandenburg

Das Domstiftsarchiv befindet sich im Burghof 10, in 14776 Brandenburg an der Havel.

Das Archiv besteht nachweislich seit Gründung des Hochstifts Brandenburg durch König Otto I. im Jahre 948 und ist somit das älteste Archiv östlich der Elbe.

Der Bestand umfasst rund 2800 laufende Regalmeter mit mehr als 125000 Verzeichnungseinheiten. Im Archiv finden sich unter anderem mittelalterliche Urkunden, neuzeitliche Akten und Kirchenbücher.

Die Bibliothek mit seinen rund 43000 Bänden umfasst Drucke aus mehr als fünf Jahrhunderten zu allen Teilgebieten der Geisteswissenschaften.

Das Archiv ist dienstags und mittwochs von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Reservierung eines Leseplatzes ist möglich unter 03381/211 22 15 oder archiv@dom-brandenburg.de

Weitere Infos unter www.dom-brandenburg.de

„Die Fotos der damaligen Zeit zeigen hauptsächlich Alltagsszenen oder besondere Veranstaltungen“, sagt Borowski. Ein Beispiel hierfür ist das Foto einer Konfirmation von 1926, das ebenfalls in Quitzöbel entstand. Fotografien von Menschen, insbesondere Pfarrern und Kirchenmitgliedern, sind selten- zu lange dauerte damals die Belichtungszeit. Eine Portraitaufnahme konnte schon mal Stunden dauern.

„Hauptmotive der Fotografen waren damals Gebäude oder Landschaften“, erklärt Borowski. So wurden beispielsweise Kirchen und weitere wichtige Gebäude wie das Rathaus und die Stadtmauer zu Dokumentationszwecken abgelichtet, um bei einer späteren Sanierung den Originalzustand des Gebäudes wiederherzustellen.

Fotos von Kirchenmitgliedern wie dieses Bild einer Konfirmation sind sehr selten. Quelle: Tobias Wagner

Die ältesten Fotos des Archivs befinden sich in einem Fotoalbum aus dem Jahre 1895. Die Bilder mit den Maßen 50 mal 40 Zentimeter zeigen den Brandenburger Dom und wurden von der königlich-preußischen Messbildstelle in Berlin in Auftrag gegeben. Anhand dieser Fotos lässt sich unter anderem die damalige Bestuhlung im Dom nachvollziehen. „Das ist besonders wertvoll“, so Borowski. „Solche Informationen finden sich nicht in den schriftlichen Dokumenten.“

So zeigen die Innenaufnahmen auch Öfen, die wie moderne Heizpilze im Dom verteilt waren. Unbekannt sei jedoch, ob diese mit Kohlen oder Gas betrieben wurden, da weder Rauchabzüge noch Gasleitungen zu erkennen sind. „Beim Beschäftigen mit dem Thema hab ich erkannt, dass wirklich schöne Werke im Archiv zu finden sind“, schließt die Archivarin ab. „Es ist eine tolle Möglichkeit zurück zu schauen und sich ein Bild von den Dingen zu machen, wie sie früher waren.“

Von Tobias Wagner

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