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Sorge um die Mutter: Zehnjähriger wählt Notruf

Alarm in Brandenburg/Havel Sorge um die Mutter: Zehnjähriger wählt Notruf

Weil er sich Sorgen um seine Mutter machte, hat ein zehn Jahre alter Junge am Mittwoch einen Polizeieinsatz in Brandenburg an der Havel ausgelöst. Die Frau öffnete die Wohnungstür nicht. Der Junge bekam es mit der Angst zu tun, weil er von drinnen nur Stöhnen hörte. Er glaubte an ein Unglück. In Wirklichkeit war die Mutter sturzbetrunken.

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Der Kinder- und Jugendnotdienst kümmert sich in akuten Fällen um vernachlässigte Kinder.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Am Mittwoch gegen 16 Uhr informierte die Rettungsleitstelle die Polizei, wie Direktionssprecher Oliver Bergholz auf MAZ-Anfrage berichtet. Kurz zuvor hatte ein Schüler die Notrufnummer gewählt. Der Zehnjährige schilderte dem Mitarbeiter der Leitstelle, dass er vor der geschlossenen Tür seiner Wohnung in der Neustadt stehe.

Polizei musste mehrmals klingeln, ehe die Frau öffnete

Der Junge hatte mehrfach geklopft und geklingelt, aber seine Mutter öffnete ihm die Tür nicht. Er vernahm lediglich ein Stöhnen aus der Wohnung. Daher vermutetet er, dass sich hinter der Tür ein Unglücksfall ereignet haben könnte und seine Mutter womöglich hilflos in der Wohnung liegt.

Aufgrund dieser Schilderung machten sich die Polizei und der Rettungsdienst sofort auf den Weg, während der Junge zwischenzeitlich bei einer Nachbarin wartete. Auch die Beamten klopften und klingelten immer wieder an der Tür. Endlich erschien die Wohnungsinhaberin und öffnete.

Kind wurde Kinder- und Jugendnotdienst übergeben

Die Frau war nach Polizeiangaben „augenscheinlich stark alkoholisiert“. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3,00 Promille. Daher brachten die Rettungskräfte die Mutter des Zehnjährigen ins Krankenhaus.

Der Junge wurde dem Kinder- und Jugendnot in Brandenburg übergeben. Die Polizei ermittelt zu dem Verdacht, dass die Mutter ihre Fürsorge- und Erziehungspflicht vernachlässigt haben könnte. Das Jugendamt ist eingeschaltet.

12 Kinder landeten 2016 beim Notdienst

Der Brandenburger Kinder- und Jugendnotdienst in der Neuendorfer Straße kümmert sich regelmäßig um Minderjährige, deren Eltern ihre Erziehungsaufgabe wegen Überforderung oder wegen eines Suchtproblems nicht bewältigen, die ihre Kinder also vernachlässigen. Zumeist sind es ganz junge Kinder, die im Auftrag des Jugendamtes in Obhut genommen werden.

So fanden im vergangenen Jahr zwölf Kinder eine Übergangsbleibe in der Neuendorfer Straße. Elf von ihnen waren jünger als sechs Jahre. Oft sind die Mütter dieser Kinder alleinerziehend und überfordert. Das städtische Jugendamt strebt stets eine einvernehmliche Lösung mit diesen Müttern an.

Von Jürgen Lauterbach

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