Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 18 ° Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Spenden nötig zur Rettung der zerlegten Orgel

Gollwitz Spenden nötig zur Rettung der zerlegten Orgel

Die Geschichte über die zertrümmerte Orgel der Gollwitzer Dorfkirche hat im Winter überregional für Schlagzeilen gesorgt. Doch noch immer gibt es keinen sichtbaren Fortschritt zur Rettung des denkmalgeschützten Instrumentes. Jetzt sammelt die Kirchengemeinde Geld, um Förderung beantragen zu können. 20 000 Euro braucht sie.

Voriger Artikel
„Die Leute kaufen, was am Markt ist“
Nächster Artikel
Die MAZ sucht sie schlimmste Straße der Stadt

Ein Kunstwerk in Einzelteilen: Noch ist nicht absehbar, wann die zerlegte Orgel der Gollwitzer Dorfkirche gerettet werden kann.

Quelle: Marion von Imhoff

Gollwitz. Die zertrümmerte Gollwitzer Orgel harrt noch immer ihrer Rettung. Weiterhin ist unklar, wann das kostbare denkmalgeschützte Großinstrument tatsächlich in fachkundige Hände zur Sanierung gelangen wird. Die Geschichte der in ihre Einzelteile zerlegten Orgel, die Pfarrerin Christiane Klußmann in der Dorfkirche Gollwitz bei Brandenburg bei ihrem Amtsantritt Ende vorigen Jahres entdeckt hatte, sorgte überregional für Schlagzeilen. Die Orgel lag wie ein Trümmerhaufen auf der Empore, völlig vergessen und halb vermodert.

Anders als im Januar äußerte sich Pfarrerin Klußmann jetzt jedoch zuversichtlicher, die nötigen Spenden zusammen zu bekommen, um die Rettung starten zu können. Grund dafür ist auch die Unterstützung der Stiftung Schloss Gollwitz. Niels Haberland, Geschäftsführer der Stiftung, bestätigte: „Wir versuchen zu helfen.“ Die Kirche gehöre zum Gesamtensemble und dieses zu erhalten sei der Stiftung wichtig.

Ein Kunstwerk – zerlegt und vergessen

Jahrzehntelang lag die Orgel in ihre Einzelteile zerlegt auf der Empore. Erbaut wurde sie 1869 von August Ferdinand Wäldner. Das völlig in Vergessenheit geratene Kircheninstrument moderte vor sich hin. Niemand kümmerte sich darum. Entsetzt war auch Mathias Hoffmann-Tauschwitz, Kirchenoberbaurat der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Er sprach von einer Zerfledderung der Orgel. Noch im April teilte Heike Krohn-Bräuer, Sprecherin der Landeskirche, mit: „Das Kirchliche Bauamt will das Mögliche tun, um die Orgel zu retten.“ Es geht jedoch um die Hilfe, Finanzquellen aufzutun, um damit die Sanierung der Orgel bezahlen zu können.

Das Orgelmanual, vom Zerfall gezeichnet

Das Orgelmanual, vom Zerfall gezeichnet.

Quelle: Marion von Imhoff

Pfarrerin Klußmann kündigte gegenüber der MAZ an, dass nun rund 20 000 Euro an Eigenmitteln durch Spenden gesammelt werden sollen. Anschließend wolle die Kirchengemeinde Förderanträge stellen. Die noch zu sammelnden Spenden seien als Gegenfinanzierung dafür nötig. Etwa 77 000 Euro wird die Sanierung der Orgel kosten.

Viele Menschen nehmen Anteil

Die Geschichte von der zertrümmerten Orgel bewege viele Menschen, berichtet Christiane Klußmann. Sie hoffe auf genügend Spendenbereitschaft bei Verbänden und Privatleuten.

Am Wochenende hatten Helfer einen Arbeitseinsatz in der Dorfkirche. Die Orgel ist mittlerweile von Taubenkot und einer 20-jährigen Staubschicht befreit. 1996 wurde die Instrument demontiert und wie für den Sperrmüll aufeinandergetürmt. Zerlegt wurde die Orgel – das ist die Ironie der Geschichte – offenbar in der Absicht, sie zu erhalten. Durch das damals undichte Kirchendach habe es auf die Orgel geregnet, erinnert sich Gemeindemitglied Gertrud Klietzek. Doch die zweifelhafte Rettungsaktion wurde zur völlig unsachgemäßen Zerstörung des Instruments.

Von Marion von Imhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg