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Brandenburg/Havel Spendenkonto für Familien der getöteten Kameraden
Lokales Brandenburg/Havel Spendenkonto für Familien der getöteten Kameraden
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18:33 05.09.2017
Die geschockten und erschöpften ehrenamtlichen Feuerwehrmänner am Unfallort auf der Autobahn 2 bei Netzen. Quelle: Morris Pudwell
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Kloster Lehnin

Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der A 2 trauert die Gemeinde Kloster Lehnin um zwei ihrer Feuerwehrleute (23 und 38 Jahre) und solidarisiert sich mit den Hinterbliebenen. Die beiden Kameraden von der Lehniner Ortsfeuerwehr waren am Dienstagmorgen bei einem Einsatz zwischen den Anschlussstellen Brandenburg und Netzen auf tragische Weise ums Leben gekommen. „Wir sind alle tief betroffen und traurig. Unser Gedenken und unser Mitgefühl gilt den Toten und ihren Angehörigen“, sagte ein schockierter Gemeindebürgermeister Uwe Brückner der MAZ.

Spendenkonto eingerichtet

Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg hat noch am Dienstag ein Spendenkonto eingerichtet, nachdem es viele Anfragen zur Unterstützung der Hinterbliebenen gegeben hat. „Ich unterstütze sehr, dass viele Menschen etwas spenden wollen. Die große Anteilnahme vieler Menschen tut gut und wir können als Verband die Hinterbliebenen konkret unterstützen“, sagte Verbandspräsident Werner-Siegwart Schippel.

Spendenkonto:
Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.
Bank: VR Bank Lausitz eG
IBAN: DE17 1806 2678 0001 1211 20
BIC: GENODEF1FWA
Betreff: Einsatz auf der A 2

Beide Männer waren Familienväter

Bei den aus dem Leben gerissenen Männern handelt es sich um Familienväter, die seit Jahren ihre Freizeit in den Dienst der Kloster Lehniner Feuerwehr gestellt haben. Unter den Opfern ist Kloster Lehnins Gemeindewehrführer Sebastian K. Mit ihm verliert auch die Potsdamer Berufsfeuerwehr einen hoch geschätzten Kollegen. Im Internet gibt es bereits Beileidsbekundungen von anderen Ortsfeuerwehren.

Zwei Feuerwehrmänner bei Einsatz auf der A 2 tödlich verunglückt: Am 5. September 2017 erkannte ein Lkw-Fahrer eine Unfallstelle zu spät, erfasste ein Polizeiauto, geriet ins Schleudern und prallte gegen ein Feuerwehrauto. Dieses kippte und fiel auf die Einsatzkräfte vor Ort.

Nach dem Unfall wurden die Brandschützer in ihrem Gerätehaus seelsorgerisch betreut. Die Kommune übernahm mit der Polizei und der Notfallseelsorge die bittere Aufgabe die Angehörigen zu informieren. Die freiwilligen Feuerwehrleute starben, weil ein Lastzug ihr stehendes Einsatzfahrzeug frontal rammte. Durch die Wucht des Aufpralls drehte sich das Feuerwehrauto um die eigene Achse und kippte dann um. Dabei begrub es die beiden Männer, die neben dem Fahrzeug standen, unter sich. Die Toten wurden von Kollegen der Berufsfeuerwehr aus der Stadt Brandenburg geborgen.

Der Unfallhergang

Alles begann um 2.22 Uhr mit einem Auffahrunfall. Ein Kleintransporter fuhr auf einen Lkw auf. Die Lehniner Retter rückten aus, um eine eingeklemmte Person zu befreien. Dazu wurde die rechte und die mittlere Fahrspur gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Ein nachfolgender Lastwagenfahrer (55) übersah vermutlich wegen Unaufmerksamkeit die Unfallstelle und konnte nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Der Sattelzug streifte zunächst einen mit zwei Polizisten besetzten Funkwagen der Autobahnpolizei und prallte danach gegen das Lehniner Feuerwehrauto. Von den Polizisten wurde niemand verletzt.

An der Unfallstelle ist der Leiter der Polizeidirektion West, Peter Meyritz, eingetroffen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Innenminister Karl-Heinz Schröter und Landrat Wolfgang Blasig sind derzeit in Lehnin und haben ihre Hilfe angeboten. Es hat sich ein Rückstau von über sieben Kilometer Länge gebildet. Die A 2 in Richtung Berlin ist voll gesperrt. Die Autoschlange reicht bis nach Brandenburg. Die Aufräumarbeiten sollen noch bis etwa 13 Uhr andauern. Die Ortsfeuerwehr Lehnin wird bei der Leitstelle zunächst aus dem Alarmierungsplan genommen.

Polizei veröffentlicht Details zum Unfallhergang

Von Frank Bürstenbinder

Nur wenige Stunden nach dem tragischen Unfall bei Brandenburg an der Havel kam es am Dienstag auf der A 2 zu einem weiteren schweren Lkw-Unfall auf der Autobahn. Ein Fahrer aus Litauen wurde schwer verletzt. Weil ein Gefahrguttransporter beteiligt war und eine chemische Substanz austrat, musste die Feuerwehr einen Sperrkreis einrichten.

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