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Sperrungen und Prallschutz für mehr Sicherheit

Brandenburg an der Havel Sperrungen und Prallschutz für mehr Sicherheit

Es war ein furchtbarer Unfall bei einem Routine-Einsatz auf der A 2 bei Netzen, bei dem zwei Lehniner Feuerwehrmänner ihr Leben verloren. Sie kamen als Retter und gingen als Engel, steht auf einem der Briefe, die an der Rettungswache als Zeichen der Trauer liegen. Nun gibt es erste Konsequenzen, um die Sicherheit von Einsatzkräften zu erhöhen.

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Ein Blütenmeer und Kerzen vor der Lehniner Rettungswache als Zeichen der Trauer um die beiden ehrenamtlichen Feuerwehrmänner, die bei einem Autobahneinsatz starben.

Quelle: Marion von Imhoff

Brandenburg/H. Die Brandenburger Berufsfeuerwehr wird bei künftigen Autobahnunfällen die Sicherheit der Feuerwehrleute an oberster Stelle einordnen und die Autobahn bei Unfällen künftig häufiger voll sperren. Das ist eine Konsequenz nach dem Tod zweier freiwilliger Feuerwehrmänner bei einem Einsatz auf der Autobahn 2 am Dienstag bei Netzen. „Es wird größere Sperrmaßnahmen geben als es bisher der Fall war“, sagte der für das Rettungswesen zuständige Beigeordnete Michael Brandt.

Sicherheit zuerst, heißt diese Prämisse. Dazu zählt auch, ein Löschfahrzeug als Prallschutz im rückwärtigen Unfallbereich aufzustellen. Die Berufsfeuerwehr wird für mindestens zwei Wochen für die Lehniner Kollegen einspringen, die nach dem Tod zweier Männer aus ihren Reihen unter Schock stehen.

Vollsperrungen werden zur Tagesordnung

Oberstes Ziel könne nicht mehr sein, den Verkehrsfluss auf der Autobahn so schnell es geht wieder herzustellen, sondern die Sicherheit der Rettungskräfte vor Ort zu erhöhen, so Brandt. Vollsperrungen werden bei Unfällen damit zur Tagesordnung werden.

Beigeordneter Michael Brandt und Feuerwehrchef Mathias Bialek vor der Leitstelle

Beigeordneter Michael Brandt und Feuerwehrchef Mathias Bialek vor der Leitstelle. Dort wehen die Fahnen auf Halbmast.

Quelle: Rüdiger Böhme

Dem Vernehmen nach waren die Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr relativ dicht am Unfallgeschehen, zu dem die Rettungskräfte am Dienstag gegen 2.20 Uhr ausgerückt waren. Mindestens ein Fahrzeug erfüllte damit eine Doppelfunktion, die sich eventuell als fatal erweisen könnte im Laufe der beginnenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

Lastwagen schleuderte in Feuerwehrfahrzeug

So war der Polizeitransporter dort nach MAZ-Informationen eingesetzt zur Sicherung, aber zugleich zur Unfallaufnahme. Die Fahrzeuge werden häufig nah am Unfallort abgestellt, damit die Retter auf die im Fahrzeug lagernden Geräte schnell zugreifen können. Fachleute vor Ort nennen diese Doppelfunktion der Fahrzeuge als Grund dafür, dass die Unfallstelle nach hinten nicht so weit abgesperrt gewesen sei, wie es zu wünschen gewesen wäre. Wie die Fahrzeuge während des Unfalls standen, wird nach Angaben von Christoph Lange, Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, im Zuge der Ermittlungen ein Dekra-Gutachten ergeben. Nach Angaben aus dem Lagezentrum der Polizeidirektion waren drei Polizeiwagen vor Ort bei dem ersten Unfall. Eines davon war der Polizeitransporter.

Der Lastwagenfahrer, der in die Unfallstelle raste, touchierte zunächst dieses Einsatzfahrzeug. Die mit der Unfallaufnahme beschäftigen beiden Polizisten kamen mit dem Schrecken davon. Anschließend schleuderte der Lastwagen in das Feuerwehrfahrzeug, das umkippte und die Feuerwehrmänner unter sich begrub.

Verkehr soll nicht dicht gewesen sein

Das Fahrzeug, das als Prallschutz den rückwärtigen Raum einer Unfallstelle nun sichern soll, wird danach so platziert, dass im schlimmsten Fall ein Auto dort hineinrasen kann, ohne das einer der Einsatzkräfte gefährdet wird. Zum Zeitpunkt des katastrophalen Folgeunfalls soll der Verkehr nicht dicht gewesen sein. Es war 3.30 Uhr und noch dunkel. Nach Zeugenaussagen war das Blaulicht der Einsatzfahrzeuge trotz einer leichten Kurve weithin zu sehen. Gerätselt wird, wie der Lasterfahrer das übersehen konnte. Laut Lange ist er weiterhin noch nicht vernommen worden.

Der Verkehr floss auf einer Spur am Ausgangsunfall vorbei. Durch den fehlenden Rückstau war es offenbar erst möglich, dass der Lastwagen mit so viel Tempo so dicht an die Unfallstelle herannahen konnte.

Von Marion von Imhoff

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