Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Spritzige Unterhaltung des Event Theaters

Brandenburg an der Havel Spritzige Unterhaltung des Event Theaters

Hank Teufer, der gerne mal den Teufel gibt, ist Spiritus Rector der witzigen, spritzigen und mitreißenden Bühnenshow „Sünden in Wort und Ton“, die am Wochenende in der Johanniskirche umjubelte Premiere gefeiert hat. Atemlos lauschte das Publikum.

Voriger Artikel
Caterer bleibt auf seiner Rechnung sitzen
Nächster Artikel
Aggressiven Fahrgast wiedererkannt und gestellt

In der Johanniskirche in Brandenburg zeigte das Ensemble des Event-Theaters eine fulminante Premiere.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. „Gestatten, mein Name ist Satan. Heute schon gesündigt?“ Hank Teufer, der gerne mal den Teufel gibt, ist Spiritus Rector der witzigen, spritzigen und mitreißenden Bühnenshow „Sünden in Wort und Ton“, die am Wochenende in der Johanniskirche umjubelte Premiere gefeiert hat. Mit Rat und Tat und toller Stimme hat ihn die vielseitige Sängerin Ute Beckert unterstützt, die in langem roten Samtkleid nicht nur sehr verführerisch auftrat, sondern die auch über ein herrliches komödiantisches Talent verfügt. An ihrer Seite brillierte Steffan Drotleff mit hervorragender Stimme und viel Spielwitz. Der wilde Rockmusiker Henning Sedlmeir zeigte, dass er auch Pop und Chanson kann. Wie immer bei Event-Theater-Musik-Produktionen hat der wunderbare Musiker und Komponist Dmitri Pavlov am E-Piano und Akkordeon das Orchester vertreten.

Besonders fantasievoll ist das Bühnenbild. Jedes Ensemblemitglied hat sein eigenes Bühnenpodest. Flankiert werden sie von vier Bäumen in üppigem Grün. Ihr Blätterwerk besteht aus jeweils neun grünen Plastik-Gießkannen, die trickreich in einen Holzstamm gesteckt sind. In jedem Baum hängt ein Glitzerpäckchen.

Ein Sittengemälde von Moral und Wollust

Teufer und sein Ensemble haben ein Sittengemälde von Moral und Wollust geschaffen. In Liedern, Texten und Gedichten haben sie ausgelotet, wie viel Wollust und Genuss für den Menschen bekömmlich sind. „Kann denn Liebe Sünde sein“, singt Ute Beckert kokett. Den Tom-Jones-Song. „Delilah“ präsentiert sie gemeinsam mit Henning Sedlmeir. Es blitzt das Messer, es tropft das Blut und die untreue Delilah muss erfahren, dass eine moralische Sünde manchmal die Todsünde Mord provozieren kann.

Himmel, wer ist das denn? Unter Bachschen Orgelklängen betritt Hank Teufer mit dunkler, üppiger Lockenperücke die Bühne. Er stellt sich als Christian Gotthilf Salzmann (1744-1811) vor, ein evangelischer Pfarrer, der im thüringischen Schnepfenthal 1784 ein sogenanntes Philanthropin gründete, eine Schule, die junge Menschen nach den Maximen Menschenliebe, Vernunft, Gleichheit, Natürlichkeit und Glück erziehen wollte. 1785 hat er seine Schrift „Über die heimlichen Sünden der Jugend veröffentlicht“, wo er die Unmoral und die Schädlichkeit des Onanierens darstellt. Vor Vergnügen glucksend zitiert Ute Beckert aus dem Vorwort des Buches. Sedlmeir und Drotleff beklagen, dass sie ihr Wissen, wie schädlich Onanie sei, schwer belastet. Doch warum lautet das deutsche Wort „Selbstbefriedigung“?

Von einer ganz besonderen Sequenz

Wer bisher nicht wusste, was eine „goldene Sequenz“ ist, ist bei Teufer richtig. Dmitri Pavlov führte am Klavier vor, wie sie klingt. Schon Bach und Vivaldi hätten sie gekannt und genutzt, informiert Teufer. Manch einer klaute sie und feierte damit Erfolge. Aber auch im 20. Jahrhundert verdienten sich Komponisten mit der goldenen Sequenz Ruhm, Oscars und eine goldene Nase. Beispielsweise Michel Legrand mit „Windmills of your Mind“. Dass die goldene Sequenz auch im Jazz gut klingt, hat Frank Sinatra mit dem Song „Fly me to the Moon“ bewiesen. Henning Sedlmeir tat es ihm gleich.

Nach all den wollüstigen Fantasien , den Bekenntnissen einer Stripperin und der Sehnsucht nach einem schmutzigen Leben, sagt Ute Beckert: „Es ist vollbracht.“ Und singt mit klarer, heller Stimme das wunderbare Lied „Ave Maria“. Atemlos lauscht das Publikum. Doch bevor alle Zuhörer vor Ergriffenheit wieder fromm werden, greift Henning Sedlmeir zur Bassgitarre und entfesselt einen Orkan zusammen mit Dmitri Pavlov, der wild in die Tasten haut. Das ganze Ensemble grölt: „Wir wollen sündigen, nur noch sündigen. Dem Himmel kündigen und sündigen.“

info: Weitere Termine am 22., 23., 29. und 30. Juli, 19.30 Uhr, Karten in der MAZ-Ticketeria, St.-Annen-Galerie.

Von Ann Brünink

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg